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Rußpartikelfilter  

Bundesregierung will Rußfilter unterstützen

05.01.2005, 11:26 Uhr | Alexander Kramer/T-Online/dpa, t-online.de

Erhebliche Verschmutzung durch Autos ohne Filter (Foto: dpa)Erhebliche Verschmutzung durch Autos ohne Filter (Foto: dpa) Die Diskussion um die Verschmutzung durch den so genannten Feinstaub in Großstädten nimmt immer mehr zu, in gleichem Maße kommt eine alte Diskussion wieder auf: Brauchen Diesel-Autos Rußpartikelfilter oder geht es auch ohne? Jetzt kündigt sich eine politische Entscheidung an: Im Kampf gegen die gefährliche Luftverschmutzung in den Städten setzt die Bundesregierung nicht auf Fahrverbote, sondern auf Steueranreize für Rußfilter. Ein Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung von Dieselfahrzeugen werde noch vor der Sommerpause vorliegen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Hans Langguth am Mittwoch (30. März) in Berlin. Fahrverbote seien auf Bundesebene mit Sicherheit kein Thema: "Der Bundeskanzler bevorzugt mittel- und langfristige und damit nachhaltige Lösungen." Forderungen nach Sonntagsfahrverboten und einer Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs wurden laut, nachdem der seit Januar geltende Jahres-Grenzwert für Feinstaub schon in München und Stuttgart überschritten wurde.

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Das große Warten auf den Partikelfilter
Der Dieselmotor ist in Europa weiter auf dem Vormarsch: Im Jahr 2004 war bereits fast jeder zweite neu zugelassene Wagen in Deutschland ein Dieselfahrzeug, in Frankreich beläuft sich der Anteil sogar auf zwei Drittel. Noch haben die Hersteller mehr Benziner in ihrem Angebot, aber die Nachfrage bestimmt ja bekanntlich das Angebot. Die zentrale Frage in diesem Jahr wird die Umweltverträglichkeit sein, die Bundesregierung in Person von Umweltminister Jürgen Trittin macht erheblichen Druck auf die Hersteller, die steuerliche Unterstützung für Euro 4 (25 Milligramm der krebserregenden Teilchen pro Kilometer) ist zum Jahreswechsel ausgelaufen, gleichzeitig ist die Norm Euro 4 seit Jahresbeginn für alle Diesel-Fahrzeuge eingetreten, hat aber noch keinen verpflichtenden Charakter. Mit Ende der steuerlichen Unterstützung gehen Fahrer sauberer Diesel-Fahrzeuge seit dem 1. Januar leer aus. Die Norm Euro 4 ist auch noch mit innermotorischen Lösungen zu schaffen, aber die EU plant, das die Norm Euro 5, die wahrscheinlich im Jahr 2010 in Kraft treten soll, den erlaubten Partikelgrenzwert noch einmal um das fünffache reduziert (5 Milligramm pro Kilometer). Diese strengen Kriterien wären dann ohne einen Rußpartikelfilter nur sehr schwer zu erfüllen. Umweltschützer fordern die Norm an den Partikelfilter zu binden und Euro 5 in Deutschland schon jetzt zu subventionieren.

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Einheitliche Regelung fehlt
Das Problem ist die immer noch fehlende politische Regelung. Die deutschen Automobilhersteller haben den serienmäßigen Einbau von Partikelfiltern in Diesel-Pkw ab 2008, spätestens 2009, angekündigt. Grenzwerte für Euro 5 sind noch nicht festgelegt, die Europäische Union (EU) will aber schon länger die neue Abgasnorm verabschieden, die den Grenzwert für den Ausstoß von Diesel-Abgasen noch einmal deutlich senken soll. Bis die verbindliche europäische Entscheidung fällt, sind die Hersteller in der Zwickmühle: Während die Marktführer Peugeot und Citroen alle Partikelfilter in Serie anbieten und einen Wettbewerbsnachteil befürchten, wenn sie den Reiniger auch in die kleinen Modelle einbauen, bieten gerade viele deutschen Hersteller den Filter als Extra gegen zum Teil deftige Aufpreise an - sie schieben damit den schwarzen Peter an den Kunden weiter. Er muss selbst entscheiden, ob das teure Extra bald zur Pflicht wird! Die EU hat jetzt, am 13. Januar, den Weg zur Förderung von Rußpartikelfiltern freigemacht, wann dies aber wirklich in Deutschland geschieht, ist weiterhin offen.

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Lieferengpässe der Hersteller
Peugeot setzt in Diesel-Fahrzeugen schon lange FAP-Filter ein (Foto:Peugeot)Peugeot setzt in Diesel-Fahrzeugen schon lange FAP-Filter ein (Foto:Peugeot) Partikelfilter sind in der Lage, annähernd alle Rußpartikel aus dem Abgas von Dieselmotoren herauszufiltern. Die Partikel gelten Studien zufolge als Krebs erregend. Der französische Hersteller Faurecia ist Marktführer bei Partikelfiltern, die Tochter des PSA-Konzern (Peugeot, Citroen) liefert die so genannten FAP-Filter bereits seit 2000 erfolgreich an die beiden Autohersteller. Die deutschen Hersteller haben die Entwicklung lange verschlafen, jetzt geraten sie unter Zeitdruck. Kaum ein Dieselfahrzeug könnte in Zukunft noch ohne Partikelfilter verkauft werden, die Nachfrage steigt und die Lieferengpässe sind dadurch zwangsläufig. So warteten Opelkunden auf den neuen Astra mit Partikelfilter (gibt es jetzt gegen 750 Euro Aufpreis) am Anfang erheblich länger, beim neuen Golf musste VW die Einführung immer wieder verschieben und ist einen offiziellen Starttermin für den Filter immer noch schuldig.

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In Deutschland selten Serie
Die Zeit läuft gegen die großen deutschen Autohersteller, die erst seit Ende 2003 dabei sind, ihre Modellpalette nach und nach mit Partikelfiltern auszustatten. Bei vielen Modellen ist das Extra nur gegen Aufpreis zu erhalten, nur bei wenigen Dieselfahrzeugen in Deutschland ist der Filter serienmäßig dabei, so wie es die Franzosen bereits vorgemacht haben. Peugeot und Citroen bieten bei allen Modellen über 100 PS den Partikelfilter in Serie mit an - selbstverständlich und ohne Aufpreis. Wird der Partikelfilter Pflicht, wird auch bei den deutschen Herstellern ein Umdenkprozess notwendig: Dann wird der Reiniger kaum mehr als teures Extra zu verkaufen sein. Aber Deutschland steht bei weitem nicht am Ende der Entwicklung: Die italienische Marke Alfa Romeo hat gar keinen Partikelfilter im Angebot und will auch keinen entwickeln: Euro-4 soll mit innermotorischen Lösungen erreicht werden.

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