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Crashtest: Computer machen Dummys Konkurrenz

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Computer machen Dummys Konkurrenz

06.10.2003, 12:11 Uhr | dpa

Crashtests bald nur noch am PC? (Foto: dpa)Crashtests bald nur noch am PC? (Foto: dpa)Sie werden mit hohem Tempo gegen Wände geschleudert, gestoßen und durchgeschüttelt - Tests mit so genannten Crashtest-Dummys gehören zum Standard, um die Sicherheit eines Autos zu überprüfen. Doch trotz ihres unermüdlichen Einsatzes bekommen die ausgeklügelten Menschenpuppen zunehmend Konkurrenz. Oft übernehmen heute simulierte Crashtests auf Computern die Arbeit. Crashtests haben einen Nachteil: Sie kosten viel Geld. Für einen üblichen Test, bei dem ein Auto frontal versetzt auf eine Barriere prallt, sind Kosten von 20.000 Euro einzuplanen, erklärt Volker Sandner, Versuchsingenieur auf der Crashanlage des ADAC in München. In diesem Preis ist das Fahrzeug selbst nicht einmal enthalten. Außerdem kostet auch das deformierbare Element Geld, auf das der Versuchswagen prallt. "Hinzu kommen unter anderem die Kosten für die Fahrzeugvorbereitung oder auch den Einbau der Messelektronik."Rectangle Auto

Dummy so teuer wie Mittelklassewagen
Auch die Dummys gibt es nicht im Sonderangebot. So spricht man beim Dummy-Anbieter Denton Coe in Heidelberg zwar nicht gern über Preise. Laut Vertriebsingenieur Alexander Schmitt sind aber für einen Durchschnitts-Dummy die Kosten eines Mittelklassewagens einzukalkulieren. ADAC-Experte Sandner spricht von Stückpreisen von bis zu 75.000 Euro. All das entfällt, wenn digitale Autos auf ebensolche Hindernisse prallen. Dafür gibt es andere Schwierigkeiten: "Die zu simulierende Physik ist sehr komplex", so Rainer Hoffmann Geschäftsführer des Simulationsdienstleisters EASi in Alzenau bei Frankfurt/Main. Hoffmann vergleicht dies mit der Wettervorhersage und dem Schmetterlingseffekt. Dieser besagt, dass schon Kleinigkeiten wie der Flügelschlag eines Schmetterlings zu einer Wetteränderung führen kann, die von der Vorhersage abweicht. "Auch bei einem Crashtest kann sich das Ergebnis durch kleine Einflüsse ändern."

Mehr Crashtests mit Dummys
Dummy geht noch nicht in Rente! (Foto: dpa)Dummy geht noch nicht in Rente! (Foto: dpa)Weil Computer wie Dummys Vor- und Nachteile haben, existieren sie nebeneinander weiter. Und das mit überraschendem Ergebnis: "Es werden immer mehr Tests am Computer simuliert. Insgesamt werden aber auch mehr Crashtests mit Dummys durchgeführt", sagt Dirk-Uwe Gehring von der Firma BGS Böhme & Gehring, die das Dummykalibrierlabor der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) in Bergisch Gladbach betreibt. "Allerdings ist die Zahl eben nicht so gestiegen, wie es ohne die Computer-Simulation der Fall gewesen wäre."

Gezieltere Entwicklung durch Computer
Grund für den doppelten Anstieg ist die immer schnellere Weiterentwicklung der Autos. "Die Entwicklung der immer ausgeklügelteren Sicherheitssysteme in den vergangenen fünf bis zehn Jahren wäre wohl ohne die Computersimulationen nicht so schnell vorangeschritten", meint Dekra-Experte Alexander Berg in Stuttgart. Denn die Vorab-Simulation am Computer ermöglicht den Technikern eine gezieltere Entwicklung, so dass gerade immens teure Crashtests mit Prototypen bei der Konstruktion eines Modells im Prinzip nur am Ende der Entwicklungszeit durchgeführt werden müssen.

Gesetzgeber fordert reale Crashtests
Auch bei den Dummys ist die Zeit nicht stehen geblieben. Die auf den ersten Blick schlichten Puppen sind Konstruktionen voller Elektronik. Und Dummy ist nicht gleich Dummy: "Es gibt Seitenaufprall-, Frontaufprall- und Heckaufprall-Dummies", erklärt Alexander Schmitt von Denton Coe. Ob und wann die Simulation einmal den "echten" Dummys zu mehr Freizeit verhilft, ist noch nicht abzusehen. Schließlich fordert der Gesetzgeber reale Crashtests - und dann sind da noch die Autofahrer: "Ein wichtiger Schritt ist, dass der Gesetzgeber und die Menschen das gleiche Vertrauen in eine Simulation wie in einen Crashtest entwickeln müssen", so Hoffmann. Das erfordere Zeit und auch Rechenleistung für die perfekte Simulation. Bis die Dummys womöglich in Rente gehen, wird es laut Hoffmann wohl noch gut 20 Jahre dauern.

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