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Noch wenige Erdgasfahrzeuge in Deutschland

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Noch wenige Erdgasfahrzeuge in Deutschland

22.10.2003, 11:27 Uhr | dpa

Fiats Multipla mit Erdgas betrieben. (Foto: Fiat)Fiats Multipla mit Erdgas betrieben. (Foto: Fiat)Äußerlich unterscheidet sich der Fiat Multipla von Stephan Hilchenbach nicht von anderen Autos. Aber an der Tankstelle macht sich der kleine Unterschied bemerkbar: Seine Tankrechnungen sind nur noch halb so hoch wie früher, denn der Unternehmensberater aus Troisdorf tankt seit dreieinhalb Jahren Erdgas. Ein Kilogramm des Naturgases entspricht etwa 1,5 Litern Benzin und kostet im Durchschnitt nur 0,66 Euro. Neben den geringen Kosten sprechen auch noch Umweltgründe für Erdgas, denn der Schadstoffausstoß liegt deutlich unter dem von Benzin- und Dieselfahrzeugen. Trotzdem gibt es in Deutschland nur wenige Erdgasfahrzeuge. Von den weltweit knapp 2,8 Millionen gasbetriebenen Fahrzeugen sind nur gut 13.000 in der Bundesrepublik zugelassen. Und von den 13.000 haben über 10.000 einen bivalenten Motor, der neben Erdgas auch mit Benzin läuft, sagte ein Sprecher des Kraftfahrtbundesamtes.

Angebote der Hersteller fehlen
Der Golf kann mit Bi-Fuel betrieben werden. (Foto: VW)Der Golf kann mit Bi-Fuel betrieben werden. (Foto: VW)1999 waren es allerdings noch nicht einmal 3.000. Insgesamt sind über 37 Millionen Autos auf den deutschen Straßen unterwegs. "Es ist ein mühsames, schwieriges Geschäft", sagt Bernhard Koschel, Mitarbeiter des Referats Strom- und Gaswirtschaft im Energieministerium NRW, zu der geringen Dichte von Erdgasautos. Es fehle vor allem an Angeboten der Fahrzeughersteller. "Man wird von ihnen nicht gerade umringt und erschlagen." Aber das Angebot habe sich doch erheblich vergrößert, so bieten Fiat , Ford Motor , VW , Opel und Volvo einige ihrer Modelle ab Werk mit dem alternativen Antrieb an. Autos vieler anderer Hersteller ließen sich in normalen Werkstätten zumindest auf Erdgas umrüsten. Dies koste aber je nach Modell zwischen 1.800 und 4.000 Euro.

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Gute Haltbarkeit der Autos
Auch Volvo fährt mit dem V70 umweltfreundlich. (Foto: Volvo)Auch Volvo fährt mit dem V70 umweltfreundlich. (Foto: Volvo)Diese Umrüstkosten oder der Aufpreis beim Neukauf eines Erdgasautos werden aber häufig bezuschusst. Die Zuschüsse gibt es hauptsächlich von den örtlichen Stadtwerken - meistens in Form von Gutscheinen. Die Düsseldorfer Stadtwerke verteilen beispielsweise Tankgutschriften für 1.500 Kilogramm Erdgas. "Das sind zwischen 15.000 und 20.000 kostenlose Kilometer", rechnet der Leiter des Projektes Stadtverkehr bei den Stadtwerken, Claus Möller, vor. Die Argumente, die Erdgastechnik sei noch nicht ausgereift und reparaturanfälliger als übliche Motoren, kann Möller nicht verstehen. "Wir haben die besten Erfahrungen gemacht, was die Haltbarkeit betrifft. Einige unserer Autos sind schon seit mehr als acht Jahren im Dienst." Und auch Hilchenbach lässt nichts auf die Erdgastechnik kommen. "Wir haben jetzt 85.000 Kilometer auf dem Tacho und noch keine Probleme mit dem Erdgas gehabt", sagt er.

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Zu geringe Nachfrage
Auch den Opel Astra Kombi gibt es mit Bi-Fuel. (Foto: Opel)Auch den Opel Astra Kombi gibt es mit Bi-Fuel. (Foto: Opel)Die Motorenleistung ist bei den bivalenten Autos im Gasantrieb etwa zehn Prozent niedriger, als wenn das Fahrzeug mit Benzin betrieben würde. "Bei diesen Fahrzeugen ist der Motor nicht optimal auf Erdgas eingestellt, da sie häufig auch mit Benzin gefahren werden", sagt ein Sprecher des Trägerkreises Erdgasfahrzeuge. "Im Normalfall merkt man die geringere Leistung aber nicht", fügt er hinzu. Dass es trotz ausgereifter Technik und besserer Schadstoffwerte so wenige Erdgasfahrzeuge in der Bundesrepublik gibt, liegt für Ulrich Hilger, Professor für Maschinenbau an der Fachhochschule Dortmund, an der zu geringen Nachfrage nach solchen Autos. Ohne diese sei es für die Hersteller einfach zu teuer, Erdgasmotoren zu entwickeln. Für Koschel ist das ein "Henne-Ei"-Problem: "Gibt es wenige Fahrzeuge, baut man keine Tankstellen. Gibt es keine Tankstellen, werden keine Erdgasautos gekauft", stellt er fest. Hier gibt es allerdings Grund zur Hoffnung: bis 2005 sollen zu den 370 Erdgastankstellen etwa 1.000 hinzukommen - alleine für Nordrhein-Westfalen sind es 220./bf/DP/mw

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