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Mercedes rüstet Auto-Elektronik ab

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Mercedes rüstet Auto-Elektronik ab

27.11.2003, 15:51 Uhr | Financial Times Deutschland

Mercedes E-KLasse (Foto: DaimlerChrysler)Mercedes E-KLasse (Foto: DaimlerChrysler)"Wir sind offenbar zu weit gegangen, was die Ausstattung mit Elektronik anbetrifft. Das werden wir bei den nächsten Modellen zurückschrauben", sagte ein Manager der Marke der Financial Times Deutschland. So habe Mercedes dem Auto komplizierte Ausstattungsmerkmale mitgegeben, die kaum ein Kunden nutze, die jedoch "potenzielle Fehlerquellen" seien.

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Mercedes reagiert auf Kunden-Kritik
Er nannte den programmierbaren Zündschlüssel als Beispiel, in dem Einstellungen wie Sitzposition, Stellung der Spiegel und Innenraumtemperatur abgespeichert werden können. Damit reagiert Mercedes, die Premiummarke des DaimlerChrysler-Konzerns, auf Kritik von Kunden an der neuen E-Klasse, die sich vor allem über häufige Elektronikfehler beklagten.

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Werkstattkapazitäten blockiert
Die E-Klasse ist zurzeit das meist gebaute Fahrzeug von Mercedes und trägt nach Ansicht von Analysten mehr als 50 Prozent zum Gewinn der Marke bei. Fachzeitschriften berichteten, einige Mercedes-Niederlassungen hätten zeitweise die Hälfte ihrer Werkstattkapazität mit Nachbesserungen bei der E-Klasse blockiert.

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"Das Thema haben wir jetzt im Griff"
Ausfälle der Elektronik, Spannungsabfall im Bordnetz, Entladung der Batterie, Störungen der Freisprecheinrichtung und des Navigationssystems standen auf der Mängelliste der im März 2002 eingeführten E-Klasse. Solche Defekte legen in der vernetzten Bordelektronik nicht selten das ganze Fahrzeug lahm. "Das Thema haben wir jetzt im Griff", sagte ein Sprecher der Marke.

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Letzter Platz für Mercedes
Mercedes auf dem vorletzten Platz (Foto: ADAC)Mercedes auf dem vorletzten Platz (Foto: ADAC)Mercedes steht unter Druck: In der neusten Kundenzufriedenheitsstudie des ADAC schnitt die Traditionsmarke überraschend schlecht ab: 38.454 ADAC-Mitglieder wurden gefragt, wie zufrieden sie mit ihrem Auto und dem Service der Werkstatt sind. In der Auswertung, die der Financial Times Deutschland vorliegt, landete Mercedes bei der Fahrzeugzufriedenheit auf dem letzten, in der Gesamtwertung auf dem vorletzten Platz. 3446 Mercedes-Fahrer hatten sich an der Umfrage beteiligt.

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"Alarmsignal" für die Stuttgarter
"Auch wenn die Durchschnittsnote nicht schlecht ist, hat keine andere Marke häufiger die Note fünf bekommen als Mercedes", sagt Ferdinand Dudenhöffer, Professor an der FH Gelsenkirchen. Er hat die Daten für den ADAC ausgewertet. Dudenhöffer: "Das Ergebnis ist für Mercedes ein Alarmsignal."

Mercedes zeigt sich überrascht
In Stuttgart ist man über das schlechte Abschneiden überrascht: "Wir kennen die Details der Befragung noch nicht. Deshalb können wir zum Ergebnis wenig sagen", so eine Sprecherin der Marke. Sie stellt jedoch fest: "Im Automarxx-Ranking des ADAC, in das die Kundenzufriedenheit eingeht, sind wir in fünf von sieben Ausgaben auf dem ersten Platz gelandet."

Japaner eine Klasse für sich?
Dennoch wird der zunehmende Unmut der Kunden in Stuttgart ernst genommen: Auch andere Kundenbefragungen wie die des US-Marktforschungsinstitutes JD Power kommen zu dem Schluss, dass Mercedes seinem Premiumanspruch bei Zuverlässigkeit und Qualität nicht immer gerecht wird. Stattdessen landen regelmäßig japanische Marken auf vorderen Plätzen, allen voran Toyota.

Auch Kritik an Audi und BMW
So auch beim ADAC: "Kunden japanischer Autos stellen zwar nicht so hohe Ansprüche an ihr Fahrzeug wie Mercedes-Fahrer", so Dudenhöffer, "aber ein Mercedes ist ja auch deutlich teurer." Mercedes steht mit dem Problem nicht allein da: An der Qualität von Audi und BMW gibt es ebenfalls Kritik. So hatte BMW bei Neueinführung des 7ers ebenfalls mit Elektronikproblemen zu kämpfen.

Taxi-Fahrer steigen um
Mercedes-Taxis werden seltener (Foto: dpa)Mercedes-Taxis werden seltener (Foto: dpa)Kritik an der E-Klasse gibt es jedoch auch von anderer Seite: Taxi-Unternehmen monieren die hohen Betriebskosten. So könnten Verschleißteile wie Bremsbelege und Lampen nur noch in der Fachwerkstatt getauscht werden, was aufwändig und teuer sei. "Das haben wir inzwischen geändert", heißt es bei Mercedes. Dennoch ist der Marktanteil der Stuttgarter bei den Taxis in wenigen Jahren von 80 auf rund 60 Prozent gefallen. Dennoch verkauft sich die neue E-Klasse besser denn je: Im Segment der oberen Mittelklasse ist sie mit weitem Abstand Marktführer vor BMW und Audi.

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