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Meilenwerk - erstes deutsches Oldtimerzentrum

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Meilenwerk - erstes deutsches Oldtimerzentrum

20.08.2004, 14:44 Uhr | Von Denni Klein, dpa, t-online.de

Blick über einen Hanomag 2/10 von 1926 in die ''Heiligen Hallen'' (Foto: dpa)Blick über einen Hanomag 2/10 von 1926 in die ''Heiligen Hallen'' (Foto: dpa)Hier hat des Deutschen schönstes Hobby sein Zuhause: Das Meilenwerk in Berlin-Moabit ist das bundesweit erste Oldtimerzentrum. Auf 16.000 Quadratmetern funkeln Hunderte der wohl schönsten jemals gebauten Autos - ob ein 1899er Benz Motorwagen oder ein Jaguar XK 120 Roadster, Baujahr 1954 -, was hier steht, hat das "H" für Historie im Kennzeichen. Das einst größte Straßenbahndepot Europas vereint seit einem Jahr Liebhaberclubs, Werkstätten und Händler der Klassikerszene unter einem Dach. In den nächsten Jahren soll die Idee der Erlebniswelt für Oldtimer Europa erobern.

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Zeche Zollverein im Visier
"Die Gemeinde der Freunde alter Autos ist groß und wächst ständig weiter. Allein in Deutschland bezeichnen sich 15 Millionen als Liebhaber alter Autos", sagt Martin Halder, Initiator und Chef des Meilenwerks. Deshalb will er seine Idee in andere große Ballungszentren tragen. "Wir haben als nächstes die Zeche Zollverein im Ruhrgebiet im Blick. Das Weltkulturerbe bietet die ideale Kulisse für ein weiteres Meilenwerk." Hamburg, Wien und Zürich sind weitere Standorte, die ihr eigenes Oldtimerzentrum erhalten sollen.

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"Nur eine große Menge Kunststoff"
Die Kühlerfigur eines Jaguar 3,8 Liter (Foto: dpa)Die Kühlerfigur eines Jaguar 3,8 Liter (Foto: dpa)Mit einem DKW Junior fing bei Karl-Helmut Larkamp die Liebe zu besonderen Autos an. "Wer sich auf Oldtimer einlässt, muss komplett verrückt sein", sagt Lahrkamp augenzwinkernd, der seine Leidenschaft auch als Beruf ausüben kann: er verkauft fahrende Raritäten. "Dank des Internets findet man die Liebhaber auf der ganzen Welt. So verkaufe ich sogar nach Dubai", erzählt der Händler. In seinen Salon im Meilenwerk kommen keine modernen Wagen. "In den letzten 30 Jahren ist nicht viel Neues entstanden. Die Autos von heute sind nur eine große Menge Kunststoff."

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Die Szene wächst
An den Wochenenden kommen etwa 6000 Besucher in die Hallen, um den Geruch von Ledersitzen und das Surren der rüstigen Motoren mitzuerleben. "Wenn die Besitzer der Wagen, die hier untergestellt sind, ihre Lieblinge ausfahren, gibt es viele Schaulustige", erzählt die Projektmanagerin des Meilenwerks, Ulrike Zädow. Dann nutzt der ein oder andere auch mal die Möglichkeit, sich für ein paar Stunden einen Oldtimer auszuleihen und zu fahren. "Für die Kinder haben wir hier eine Kartbahn, aber meist drängeln sich die Väter erfolgreich vor." Sie selbst fährt mit ihrer Mutter Oldtimerrennen. "An diesem Hobby wird zuletzt gespart. Im Gegenteil: die Szene wächst jedes Jahr um fünf bis zehn Prozent."

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Hier ist noch alles original
Motorhaube eines Mercedes-Benz 220 (Foto: dpa)Motorhaube eines Mercedes-Benz 220 (Foto: dpa)Auch Lahrkamp verbringt seine Freizeit bei Rennen oder auf Teilemärkten. Seine Lieblinge sind Aston Martin und der Mercedes SL. "Ich habe 1980 den ersten SL-Club gegründet, und die Wagen fesseln mich bis heute." Der Faszination der Oldtimer ebenfalls verfallen ist Kfz-Meister Michael Groß. In seiner Spezialwerkstatt für Jaguar restauriert und wartet er die englischen Luxusmobile. "Es macht viel mehr Spaß, an den alten Autos rumzuschrauben, hier ist noch alles original und nicht hinter Elektronik versteckt", sagt der Autofreund. Zuletzt hat er ein Jahr lang einen Jaguar E-Type in Handarbeit restauriert.

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Mehr als ein Museum
In diesem Jahr erwartet das Meilenwerk rund 500.000 Besucher. Mehr als 200 Veranstaltungen werden in dem etwas anderen Ambiente im Jahr ausgerichtet, "darunter Medizinierkongresse, Theateraufführungen, Modenschauen oder Weihnachtsfeiern von Firmen", sagt Projektleiterin Zädow. Das Meilenwerk sei eben mehr als ein Museum. "Es ist eine Erlebniswelt für alle, die Benzin im Blut haben."

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