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Das Auto - ein Computer auf Rädern

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Das Auto - ein Computer auf Rädern

13.10.2004, 11:48 Uhr

Autopiloten-Test bei Daimler-Chrysler (Foto: dpa)Autopiloten-Test bei Daimler-Chrysler (Foto: dpa)Das Auto von morgen hält zum Vordermann automatisch den richtigen Abstand, parkt elektronisch ohne Griff ans Lenkrad ein und weckt den Fahrer vor dem gefürchteten Sekundenschlaf. Elektronische Schutzengel werden noch stärker als bisher dem Autofahrer als unsichtbare Assistenten zur Seite stehen. Aber die Vision, im Auto zu sitzen, den Autopiloten wie ein Flugzeugführer einzuschalten, über Satellit gesteuert den Weg zu finden und erst wieder vor der Haustür das Lenkrad in die Hand zu nehmen, die liegt noch in weiter Ferne.

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"Computer auf Rädern"
"Einst war das Auto ein mechanisches Produkt. Heute ist es eher ein Computer auf Rädern", stellte erst jüngst ein Entwicklungsingenieur fest. Ohne modernste Technologie wären die Autos sicherlich nicht sicherer geworden. Das reicht von der Antiblockierbremse (ABS) über den Gurtstraffer kurz vor einem Unfall bis hin zum elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP), mit dem ein Kippen des Fahrzeuges verhindert wird.

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Die Grenze ist erreicht
Hightech im Auto hat allerdings dazu geführt, dass die Fahrzeughersteller die Elektronik aufgebläht haben. Die Grenze der Elektronik sei bereits erreicht, sagen viele Automobilingenieure: Angefangen von der Zentralverriegelung, der Fahrtgeschwindigkeitsregelung, der Klimaanlage, dem Navigationssystem und dem Gurtstraffer bis hin zum Auslösesystem für den Airbag.

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Manchmal ist es nur die Batterie
Bekannt ist aber auch, dass die Elektronik inzwischen immer häufiger plötzlich ausfällt und der Wagen einfach stehen bleibt. Hunderte von Autofahrern können berichten, dass ihnen die Werkstatt keinen Grund für den plötzlichen Stopp des Wagens nennen kann. "Manchmal ist der Grund für den Stopp auch ganz einfach", sagt etwa ein Mitarbeiter eines Stuttgarter Forschungsinstituts. Die Batterie ist einfach leer. "Das kommt daher, dass viele Steuergeräte im Auto auch nach Abziehen des Zündschlüssels noch Strom verbrauchen."

Fast immer ist der Fahrer Schuld
Die Fahrzeuge der Zukunft werden dennoch "rollende Sensoren" sein, glaubt ein Entwickler bei Bosch. Autos werden miteinander kommunizieren und sich gegenseitig über Verkehr und Straßenzustand informieren. Über 90 Prozent aller Verkehrsunfälle haben ihre Ursache im menschlichen Fehlverhalten und in einer trägen Reaktion der Fahrer.

Arbeit im Millimeterbereich
Weit fortgeschritten sind bei Mercedes-Benz die Tests, die Ermüdung des Fahrers im Auto zu überwachen. "Ein wacher Autofahrer arbeitet ständig am Lenkrad, wenn auch nur im Millimeterbereich. Droht ein Autofahrer einzuschlafen, dann hält er das Lenkrad ganz ruhig - also müssen wir ihn sofort mit Signal wecken", beschreibt ein Entwickler in Stuttgart den Lösungsweg.

Mechanik gegen Mechatronik
Entwickler wissen jedoch: Die Mechanik hat sich 100 Jahre lang bewährt - die Mechatronik noch lange nicht. Beim Einsatz der Elektronik im Auto gehen die Entwickler eine Gratwanderung ein. "Für die Technik ist es durchaus möglich und in vielen Situationen ein Gewinn an Sicherheit, das Auto weitgehend im Verkehrsstrom mitschwimmen zu lassen", sagt ein Bosch Elektroniker. Dies wäre allerdings auch eine Gefahr für den Autofahrer selbst, denn er könnte die notwendige Aufmerksamkeit für das Verkehrsgeschehen verlieren.

Fahrer muss Verantwortung tragen
Da die Elektronik ausfallen kann, bleibt der Fahrer selbst immer verantwortlich für sein Fahrzeug - darin sind sich die Entwickler aller Autohersteller einig. Die gleiche Frage stellt sich etwa bei der automatischen Bremse, die beim Auftreten einer Gefahr durch das Radarauge unvermittelt eine Notbremsung auslöst. Eine hochjuristische Angelegenheit. "Was wird ein Richter sagen, wenn ihm der Autofahrer erklärt, dass er sich auf seine Elektronik verlassen hat", heißt es bei Bosch. Viele Experten sagen, auch ein Richter dürfte den Fahrer an seine eigene Verantwortung erinnern. "Bei aller elektronischen Hilfe, es wird der Autofahrer bleiben, der die Hand am Lenker halten muss", sind sich die Entwickler einig.

Der Mensch will entscheiden
Und noch etwas spricht gegen das automatisch gesteuerte Auto. Viele Autofahrer wollen ihren Wagen auch mit Fahrspaß genießen. Sie wollen selbst entscheiden, ob sie schnell oder langsam, nach links oder nach rechts fahren.

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