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Renaissance der Elektroautos  

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08.01.2007, 13:59 Uhr | dpa, t-online.de

Elektrowagenstudie Chevrolet Volt (Foto: Chevrolet)Elektrowagenstudie Chevrolet Volt (Foto: Chevrolet) Lange sah es so aus, als stecke das Elektroauto in der Sackgasse. Doch neue Batterien machen den Entwicklern jetzt wieder Mut. Manche Autohersteller und viele andere Firmen arbeiten intensiv an der Technik. Denn Strom gilt vielen Experten als Treibstoff der Zukunft.

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"Zunehmende Elektrifizierung des Antriebs"
Wenn Wolfgang Steiger seine "Roadmap" für den Weg in eine saubere und sparsame Zukunft darlegt, stutzen die Zuhörer. Denn die oberste Zielvorgabe des Motorenchefs in der VW-Konzernforschung ist der elektrische Antrieb. Wie bitte? Sollen die Milliarden-Investitionen in Hybrid- oder Brennstoffzellenfahrzeuge der Autoindustrie umsonst gewesen sein? "Sicher nicht", antwortet Steiger dann und erläutert die "zunehmenden Elektrifizierung des Antriebs".

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Elektrofahrzeug mit eigenem Kraftwerk
Auch bei Hybridautos werde schließlich ein Teil der Antriebsenergie elektrisch erzeugt. "Während etwa 50 Prozent der Fahrzeit ist der Verbrennungsmotor ausgeschaltet", sagt Entwickler Lars Hofmann über die Versuchsfahrten mit einem umgerüsteten VW Touran, in dem ein 1,4-Liter-TSI-Motor und ein Elektroaggregat Hand in Hand arbeiten. "Und was ist das Brennstoffzellen-Auto anderes als ein Elektrofahrzeug mit eigenem Kraftwerk?", fragt Steiger fast schon provozierend.

Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Batterietechnik Schlüssel zur E-Mobilität
Doch er schiebt gleich eine zweite rhetorische Frage hinterher: "Warum soll man den Strom teuer an Bord gewinnen, wenn man ihn auch einfach an der Steckdose tanken kann." Zwar seien die heutigen Akkus noch weit davon entfernt, genügend Fahrenergie bereitstellen zu können. Doch immer wieder hört man von Prototpyen, bei denen das Problem der zu geringen Reichweite aufgrund zu ineffizienter Stromspeicher offenbar gelöst wurde. Die Batterietechnik ist also der Schlüssel zur künftigen E-Mobilität, und hinter vorgehaltener Hand bestätigt inzwischen fast jeder Pkw-Entwickler, dass alle anderen Konzepte tot seien, sobald geeignete Akkus bereit stünden.

Aktuelle Meldungen Autogramm

Mini mit 652 PS
Die englische Firma PML Flightlink aus Alton zum Beispiel hat gerade einen Mini vorgestellt, der von vier jeweils 163 PS starken Elektromotoren in den Rädern angetrieben wird. 652 PS leistet der Kleinwagen damit, beschleunigt nach Angaben des Unternehmens in 4,5 Sekunden von null auf Tempo 100 und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h.

Reichweite 1500 Kilometer
Wesentlicher als diese Fahrwerte sind jedoch folgende Kennzahlen: Die Kombination aus Lithium-Ionen-Batterie und Hochleistungskondensatoren ermöglicht eine Betriebsdauer von vier Stunden, die Reichweite allerdings beträgt 1500 Kilometer, denn ein 250-Kubik-Zweizylinder-Benziner mit 20 PS dient als bordeigener Dynamo, der bei Bedarf Strom erzeugt.

Garantie erloschen
PML Flightlink behauptet, die Technik sei der derzeit beste elektrische Antrieb der Welt, verweist auf die Überlegenheit des Allradkonzepts und deutet an, dass sich die Komponenten in praktisch jedes Auto einbauen lassen - denn schließlich sei das ja auch bei einem handelsüblichen Mini gelungen. Außerdem lässt die Firma im Namen von BMW Großbritannien ausrichten, dass der deutsche Mutterkonzern in keinerlei Zusammenhang mit dem Elektroprojekt stehe und die Garantie für den Mini aufgrund der technischen Veränderungen erloschen sei.

Tesla Roadster ausverkauft
Möglich, dass BMW da gerade eine Zukunftschance verpasst. Denn auch die kalifornische Sportwagenschmiede Tesla, die unlängst einen Elektro-Roadster auf Basis des Lotus Elise vorstellte, arbeitet derzeit angeblich an einer Elektro-Limousine auf Basis des BMW 5ers. Dass die Amerikaner die Technik beherrschen, beweist der rund 240 PS leistende Tesla Roadster, der auf eine Reichweite von mehr als 250 Meilen kommt. Die ersten 100 Exemplare des offenen Zweisitzers sind für den stolzen Preis von jeweils 100.000 Dollar schon vor der Auslieferung im nächsten Sommer verkauft.

Renault und Nissan arbeiten an der Zukunft
Auch andernorts wird die Idee vom Elektroauto gerade neu aufgeladen. Die einstige Ford-Tochter Think! aus Norwegen, die noch vor einigen Jahren mit einem Elektrozwerg im Stil des Smart gescheitert ist, versucht offenbar ein Comeback. Renault und Nissan haben gerade angekündigt, bis zum Jahr 2010 ein serienreifes Elektroauto zu entwickeln, das den Stadtverkehr vom CO2-Ausstoß entlasten soll. Mitsubishi will in wenigen Jahren ebenfalls das erste Fahrzeug mit elektrisch angetriebenen Radnaben-Motoren an den Start bringen.

"Sicher noch einen Nobelpreis abholen"
Für übermäßige Euphorie oder gar eine Einstellung der Arbeiten an der Brennstoffzelle ist es allerdings in den Augen der VW-Experten noch zu früh. Zwar stimmen die Nachrichten aus der Elektro-Chemie und aus der Consumer-Elektronik die Entwickler verhalten optimistisch. "Doch wenn wir unsere Autos künftig wirklich an der Steckdose tanken wollen, dann müssen sich die Batteriehersteller noch etwas einfallen lassen", sagt Tobias Menzel aus dem Wolfsburger Forschungstermin. "Da kann man sicher noch einen Nobelpreis abholen."

"Längst auf der Straße"
Für Kritiker wie den Darmstädter Wissenschaftler Felix von Borck kommen diese Einsicht und die Rückbesinnung auf die Elektrotechnik allerdings ein wenig spät: "Hätte die Industrie all das Geld und all die Zeit in den letzten Jahren nicht in die Brennstoffzelle, sondern gleich in die Batterietechnik investiert, wäre das Elektroauto heute längst auf der Straße."


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