Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Technik & Service >

Honda FCX: Brennstoffzelle unter der Haube

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Honda FCX  

Rendezvous mit der Zukunft

03.07.2007, 19:02 Uhr

Von Tom Grünweg

Honda FCX (Foto: Honda)Honda FCX (Foto: Honda) Das soll Honda nicht noch mal passieren: Nachdem die Marke beim Thema Hybrid neben Toyota jahrelang übersehen wurden, gehen sie mit der Brennstoffzelle in Vorlage und bitten im FCX zum Rendezvous mit der Zukunft. Die beginnt schon nächstes Jahr - mit einer Kleinserie.

Foto-Show Honda FCX

Schadstoffe Das pusten Autos aus dem Auspuff
Tempo 162 für Neuwagen? Diskutieren Sie mit im Auto-Forum!
Verbrauchsrechner Diesel oder Benziner - jetzt mit CO2-Angabe

Rectangle Auto

Nur ein leises Surren
Es zischt ein wenig, dann hört man kurz einen Kompressor, und dann herrscht Stille. Selbst wenn man kräftig aufs Gaspedal tritt und der große Viertürer beschleunigt wie eine potente Mittelklasse-Limousine, ist allenfalls ein leises Surren zu vernehmen. Die Zukunft kommt auf leisen Sohlen angeschlichen. Und der Honda FCX ist ihr Botschafter.

Plakettenfinder Welche Plakette bekommt mein Auto?
Filter-Nachrüstung Die Partikelminderungsstufen
Hybrid-Zukunft: Bald Diesel-Hybrid?

Brennstoffzelle unter der Haube
Das zumindest glaubt Sachito Fujimoto, der beim japanischen Autohersteller die Verantwortung für die rote Flunder trägt, mit der sich das Unternehmen für die Mobilität für morgen rüstet. Unter der Haube steckt kein Benziner, kein Diesel und kein Hybrid, sondern eine Brennstoffzelle. Die gibt es zwar bei Honda schon seit 1999, und auch die Wettbewerber arbeiten alle an der Umwandlung von Wasserstoff in Strom für einen Elektromotor.

XL-Foto-Show Deutsche Spritspar-Modelle
XL-Foto-Show Neue Schilder für Umweltzonen
Partikelfilter Diese Neuwagen haben ihn an Bord

Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk)Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk)Kleinserie läuft 2008 an
Doch die mittlerweile vierte Generation des mobilen Kraftwerks von Honda sei so gut, dass man jetzt etwas lauter darüber reden wolle, sagt Thomas Brachmann, der Sprecher des Entwicklungszentrums in Offenbach. Nachdem Honda schon beim Hybrid die Bühne zu lange allein Toyota überlassen hat, soll sich dieser Fehler nicht wiederholen. Und es gibt noch einen wichtigeren Grund, den FCX ins Scheinwerferlicht zu rücken. Vom nächsten Jahr an soll er in einer Kleinserie produziert und von Kunden in den USA und Japan getestet werden.

Eleganter Luxusliner
Diese Menschen bekommen mit dem Viersitzer das erste Auto, das tatsächlich um eine Brennstoffzelle herum gebaut wurden. Natürlich muss man noch einige Einschränkungen beim Kofferraumvolumen hinnehmen, weil der Tank für den Wasserstoff wegen des hohen Drucks viel Platz braucht. Doch mit dem Generationswechsel ist aus dem ebenso unförmigen wie hohen Kleinwagen der letzten Versuchsreihe ein eleganter Luxusliner mit fließenden Linien, flacher Silhouette, kurzen Überhängen und großem Innenraum geworden.

180 Kilo leichter, 40 Prozent kleiner
Denn der sogenannte Stack zur Energiegewinnung steckt jetzt im Mitteltunnel, Elektromotor und Getriebe sind so klein geworden, dass sie wohl auch in einen Renault Twingo passen würden, und der aus Lithium-Ionen-Zellen konstruierte Zwischenspeicher verschwindet unter der Rückbank. "Der neue Antrieb ist rund 180 Kilogramm leichter und um 40 Prozent kleiner als der aus den aktuellen Fahrzeugen und entspricht damit nahezu einem V6-Hybridantrieb", schwärmt Projektleiter Fujimoto und bittet zur Probefahrt.

Spontan wie ein Sportwagen
Während viele aktuelle Versuchsträger noch Kompromisse bei Fahrleistungen, Reichweite und Geräuschkomfort verlangen, macht der FCX einen relativ ausgereiften Eindruck. Der Antrieb kommt auf 129 PS und liefert maximal 256 Nm, die - wie immer bei Elektromotoren - quasi vom Leerlauf an bereit stehen. Deshalb beschleunigt der Prototyp spontan wie ein Sportwagen und schießt schon nach wenigen Metern mit so hohem Tempo über die Teststrecke, dass die Ingenieure sorgenvoll zur Zurückhaltung mahnen und nicht nur um das Profil ihrer Reifen fürchten.

160 km/h sind drin
Wer auf der langen Geraden auf dem Gas bleibt, kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Das mag im noch ungezügelten Deutschland wenig erscheinen, für amerikanische Highways und japanische Autobahnen langt das aber allemal. Und auch die Reichweite von 570 Kilometern geht in Ordnung.

"Veritable Kleinserie"
Natürlich könne man bei "plus minus 80 Autos pro Jahr" noch nicht von einer konventionellen Fahrzeugproduktion reden, räumt Honda-Sprecher Alexander Heintzel ein, und spricht stattdessen von einer "veritablen Kleinserie". Dennoch macht er einen entscheidenden Unterschied zu den vergleichbaren Flotten aus, die Mercedes, Opel, Ford oder General Motors auf der Straße haben. "Unser Auto ist das Einzige mit einer ganz normalen Zulassung", freut sich Heintzel, führt als Beweis die aufwendigen Crashtests an und schließt daraus auf einen erweiterten Kundenkreis. "Den FCX kann und darf jeder fahren. Wenn morgen Bill Gates anruft und bestellt, ist das für uns kein Problem."

Saubermann für Milliardäre
Bill Gates allerdings muss man auch sein, wenn man sich heute eine Brennstoffzelle leisten möchte. Denn jeder der beiden Prototypen ist gut 1,5 Millionen Euro wert, rechnet Entwicklungssprecher Brachmann vor. Weil sich dieses Investment selbst Milliardäre wohl zweimal überlegen würden, und weil Honda die Autos später wieder zurück haben möchte, werden die Saubermänner verleast. Und die monatliche Rate von etwa 500 Dollar hat "eher symbolischen Charakter", sagt Heintzel.

Aktuelle Meldungen Autogramm

Tankstelle in der Garage
Aber nicht nur die Kosten sind ein Problem, auch die Infrastruktur lässt noch zu wünschen übrig. Denn Tankstellen für den neuen Treibstoff sind extrem teuer und deshalb ausgesprochen rar gesät. Zwar schwingen auch die Energieversorger große Reden, doch das richtige Engagement lassen sie meist vermissen, klagt Honda-Manager Brachmann und lenkt den Blick nach England, wo gerade die einzige Zapfsäule abgebaut worden sei. Doch von solchen Rückschlägen will Honda sich nicht aufhalten lassen. Stattdessen entwickeln die Japaner auch eine Tankstelle, die jeder in die Garage stellen und an die Erdgasleitung anschließen kann. Mit einem eingebauten Reformer macht man den Wasserstoff dann einfach selbst.

Seite weiterempfehlen

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal