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Spagat zwischen Alltag und Adrenalin

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Mercedes E 63 AMG  

Spagat zwischen Alltag und Adrenalin

12.06.2009, 12:59 Uhr | Tom Grünweg

Mercedes E 63 AMG (Foto: Daimler)Mercedes E 63 AMG (Foto: Daimler) Mit Vollgas aus der Krise? Offenbar funktioniert die Strategie, wie AMG, der hauseigene Scharfmacher von Mercedes beweist. Jüngstes Muskel-Modell ist der E 63 AMG, der ab August loslegt. Spiegel Online fuhr die getunte E-Klasse bereits.#

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BMW M5 und Audi RS6 auf den Fersen

Ein Ort, an dem sich sonst wohl Fuchs und Hase bonne nuit sagen. Eine Stunde nördlich von Clermont-Ferrand gehen die Uhren etwas langsamer. Das Einzige, was man abseits der Autobahn hört, ist das Tuckern von Traktoren und das Muhen der Kühe. Heute jedoch ist es mit der Stille vorbei, denn auf der kleinen Rennstrecke von Mas de Clos glüht der sportliche Mercedes-Ableger AMG gerade das neue Modell E 63 vor. Ein halbes Jahr nach dem Debüt der E-Klasse drängt die rasanteste Version der Baureihe in die Rückspiegel von BMW M5 und Audi RS6.

Für die USA gemacht

Auf einsamen Rundkursen wie diesem, den sich ein reicher Ferrari-Sammler als Spielwiese für seine PS-Pretiosen an den Hang betonierte, legen die Schwaben derzeit letzte Hand an ihren Bestseller, der Sportwagen und Familienkutsche, Rennauto und Firmenwagen in einem sein will. Nicht jeder Kunde hierzulande jagt mit dem Auto am Wochenende über Nordschleife oder Lausitzring - den meisten genügt wohl das Wissen darum, dass sie es könnten. Doch in den USA, dem größten und wichtigsten AMG-Markt, sei die E-Klasse das auf Rennstrecken am häufigsten anzutreffende Auto, sagt Tobias Moers, der Leiter der Gesamtfahrzeugentwicklung.

Mehrere Fahreinstellungen

Für den Spagat zwischen Alltag und Adrenalin steht vor allem die AMG Drive Unit. Deutlichstes Zeichen der Sportlichkeit ist der Schaltknauf, der im AMG-Modell vom Lenkrad zurück auf die Mittelkonsole rückt. Mit vier Tasten kann der Fahrer nicht nur die Arbeit der Automatik so beschleunigen, dass die Gänge binnen weniger Millisekunden gewechselt werden, sondern es lässt sich auch der Einfluss des ESP begrenzen und die Dämpfer des neuen Fahrwerks können stufenweise justiert werden.

Foto-Show Mercedes C 63 AMG
Foto-Show 40 Jahre AMG

Kann man mit diesem Gerät wirklich entspannt fahren?

Ob man mit dem Auto tatsächlich so entspannt von München nach Hamburg rollt wie in einem E 350 CDI, ist fraglich. Doch dass der E 63 AMG auf der Rennstrecke eine gute Figur macht, glaubt man nach den Abnahmefahrten in Frankreich. Sind die richtigen Knöpfe gedrückt, wird der Wagen ausgesprochen aggressiv und bissig. Schnell, spurtstark und präzise schießt er über den Kurs, während die grünen Wiesen der Auvergne im Schnelldurchlauf am Fenster vorbeiziehen und von den 1,8 Tonnen des Wagens in den Haarnadelkurven plötzlich nicht mehr viel zu spüren ist.

Kundschaft legt Wert auf Understatement

Eine Brücke zwischen Boxengasse und Bundesstraße soll auch das Design der AMG-Variante schlagen. Eine neue Vorderachse mit fünf Zentimeter mehr Spurweite bedingt entsprechend weiter ausgestellte Kotflügel, die Flanken sind muskulöser modelliert, es gibt größere Kühlluftöffnungen und am Heck einen mächtigen Diffusor. Doch so auftrumpfend wie die AMG-Autos der C-Klasse oder der SL-Baureihe ist dieses Business-Modell nicht. Die Kundschaft des E 63 AMG, doziert AMG-Chef Volker Mornhinweg, lege großen Wert auf Understatement.

525 PS im E 63 AMG

Im Motorraum haust der bekannte Treibsatz mit 6,2 Liter Hubraum. Er hat beim Generationswechsel um elf PS zugelegt und macht die Limousine mit 525 PS zur stärksten E-Klasse bislang. Weil die Drehmomentkurve nun bei 630 Nm gipfelt, schafft der E 63 den Spurt in 4,5 Sekunden und stürmt so mächtig voran, dass bei 250 km/h keineswegs Schluss ist. Auf besonderen Wunsch rennt der Wagen 300 km/h - was das soll, weiß nur eine Minderheit.

Stärker, schneller, sparsamer

Stärker und schneller zu sein als das Vorgängermodell ist in dieser Liga selbstverständlich. Neu ist der Versuch, dabei auch sparsamer zu werden. Für den E 63 AMG bedeutet das, dass die Nebenaggregate bedarfsgerecht gesteuert werden, dass Bremsenergie zurück gewonnen wird und dass im Komfortmodus die Drehzahlen des Achtzylindermotors um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Das drückt den Verbrauch um zwölf Prozent auf jetzt 12,6 Liter. Das ist zwar immer noch eklatant, doch immerhin weniger als bei der Konkurrenz: Der Audi RS6 säuft offiziell rund einen, der BMW M5 fast zwei Liter mehr. Außerdem plant AMG, den Verbrauch bis 2012 um 30 Prozent zu drücken. Daher entsteht gerade ein Direkteinspritzmotor mit Zylinderabschaltung.

Auf Wunsch erstmals mit Keramikbremsscheiben

Ein Rennauto ist immer nur so gut wie seine Bremsen. Prompt lobt Baureihenchef Moers: "Auch die Verzögerung ist Spitze." Fast schallplattengroß sind die Bremsscheiben hinter den 19-Zoll-Rädern. Nach einem wenig erfolgreichen Versuch vor neun Jahren wird das neue Modell der erste AMG, den man auch mit Keramikbremse bestellen kann. Für einen Aufpreis, der gerade noch vierstellig sein soll, gibt es die Hightech-Bremse, durch deren Vehemenz die Insassen Gelegenheit bekommen, auch mal die Funktionsweise der Gurtstraffer kennenzulernen. Zudem, sagt Moers, spare die Keramikbremse "an jedem Rad zehn Kilo Gewicht". Außerdem halte die Technik unter normalen Umständen ein Autoleben lang.

Zeit ist Geld

Nicht dass die Kundschaft bei einem Preis von fast 106.000 Euro nach den Wartungskosten schauen muss. Doch Werkstattaufenthalte kosten nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Und die ist für Eigner von AMG-Typen meist das knappere Gut.

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