Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Technik & Service >

Benzinmotoren: Fiat, VW oder Mazda beweisen Fortschritte

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sparsame Benzinmotoren  

Mit Oktan in die Zukunft

18.11.2009, 11:12 Uhr | Tom Grünweg

Fiat Multi-Air: Sparsamer und starker Benzinmotor (Foto: Fiat)Fiat Multi-Air: Sparsamer und starker Benzinmotor (Foto: Fiat) Die Industrie steckt publikumswirksam viel Geld und Entwicklungskapazität in neue Antriebstechnologien, das Thema Ottomotor scheint bei manchen Herstellern fast tabu. Doch neue Motoren bei Fiat, VW oder Mazda zeigen: Fortschritt ist auch mit Benzinern möglich.#


Sagen Sie Ihre Meinung zum Ottomotor der Zukunft! Am Textende finden Sie ein Kommentar-Feld. Einfach einen (Spitz-)Namen eintragen, Text eingeben - und absenden.

t-online.de Shop Beste Unterhaltung im Auto - Car HiFi
t-online.de Shop Auf dem richtigen Weg bleiben - Navigationssysteme


Bislang keine Alternative zum klassischen Verbrennungsmotor

Viele Experten favorisieren weiterhin klassische Explosionsmotoren. "Auch wenn alle Welt derzeit vom Elektroauto spricht oder die Brennstoffzelle herbeisehnt, wird der Verbrennungsmotor noch mehr als 20 Jahre lang den Ton angeben", fasst Bosch-Sprecher Michael Mack die Stimmungslage bei vielen Fahrzeugherstellern und Zulieferern zusammen. Während einerseits an publikumswirksamen Forschungsfahrzeugen und Kleinserien mit abgasfreien Antrieben getüftelt wird, findet - öffentlich weniger beachtet - nach wie vor auch Entwicklungsarbeit an Verbrennungsmotoren statt.#

Bis 30.11. wechseln und sparen Kfz-Versicherung vergleichen#

Downsizing und Aufladung drücken den Verbrauch

Dabei fällt den Ingenieuren längst mehr ein als sogenanntes Downsizing, bei dem der Hubraum und teilweise auch die Zylinderzahl der Motoren verringert werden, um so auch Gewicht, Reibungs- und Drosselverluste zu reduzieren. Damit dabei nicht auch die Leistung zurückgeht, sorgen Turboaufladung oder Direkteinspritzung für zugleich steigende Potenz der Maschinen. "Wer die Downsizing-Konzepte konsequent umsetzt und mit weiteren Sparmaßnahmen kombiniert, kann den Verbrauch eines Mitteklassefahrzeugs bis 2015 um rund 30 Prozent drücken", behauptet Bosch-Sprecher Mack.

Scavenging liefert Drehmoment schneller

Solche weiteren Sparmaßnahmen sind etwa die variable Steuerung der Einlass- und Auslassventile, um den Verbrennungsvorgang effizienter zu machen, oder das so genannte Scavenging. So heißt im Fachjargon das Verfahren der Ventilüberschneidung. Dabei sind Ein- und Auslassventile gleichzeitig geöffnet, wobei ein Teil der einströmenden Luft unmittelbar wieder in den Abgaskanal austritt. Dort vermischen sich Frisch- und Abgase, wobei eine Nachverbrennung ausgelöst wird. Effekt für den Fahrer: Der Motor liefert durch Scavenging schneller das gewünschte Drehmoment, vor allem auch bei niedrigen Drehzahlen.

Zusätzliche Spritsparmaßnahmen helfen

Zusätzliche Verbrauchsreduzierungen lassen sich durch den Einsatz von Start-Stopp-Systemen, optimiertes Thermomanagement, Rückgewinnung von Bremsenergie (Rekuperation) sowie die Elektrifizierung und bedarfsgerechte Steuerung von Nebenaggregaten erzielen.

Dreizylinder-Motor mit 136 PS möglich

"Vergleicht man einen 136 PS starken 1,4-Liter-Motor mit dieser Technik mit einem 2,0-Liter-Standardmotor gleicher Leistung ohne die Sparsysteme, bietet die kleinere Maschine Verbrauchs- und CO2-Vorteile von 22 Prozent", erklärt Wolf-Henning Scheider, Bereichsvorstand beim Zulieferer Bosch. Es gibt noch mehr Potential: Erhöht man den Ladedruck des Turbos von derzeit 1,8 auf 2,4 bar und baut man eine vollkommen variable Ventilsteuerung ein, lassen sich ein Zylinder und 0,3 Liter Hubraum einsparen. Dann liefert ein 1,1-Liter-Dreizylinder-Motor 136 PS und 200 Newtonmeter - und der Verbrauch sänke auf rund 5,5 Liter.

Neuer TSI-Motor von VW mit 5,3 Litern Verbrauch

Wenn Zulieferer ihre Systeme anpreisen, hört sich das naturgemäß sehr effektiv an. Doch inzwischen kommt von den Versprechungen auch etwas beim Neuwagenkäufer an. Der VW-Konzern zum Beispiel startet jetzt bei der Marke Skoda in Tschechien die Massenproduktion eines neuen TSI-Motors mit Turbolader und Direkteinspritzung, der aus 1,2 Litern Hubraum 105 PS und 175 Newtonmeter holt und etwa im VW Polo lediglich 5,3 Liter verbraucht.

Neuer Multiair-Motor von Fiat

Und im Fiat-Konzern gab vor wenigen Wochen die sogenannte Multi-Air-Technologie ihren Einstand, die eine vollvariable Steuerung der Einlassventile ermöglicht - und zwar auf eine recht simple und kostengünstige Art, weil die Technik ohne Nockenwelle auskommt. Resultat der so optimierten Verbrennung: Verbrauch und Emissionen sinken um angeblich bis zu 25 Prozent, während die Leistung um zehn Prozent steigt. Erste Modelle mit Multi-Air-Motoren werden bereits verkauft, etwa der Alfa Romeo Mito und der Fiat Punto Evo.

Achtzylinder von Mercedes mit Zylinderabschaltung

Auch bei Mercedes geht im nächsten Jahr eine neue Motorengeneration an den Start, von der bislang allerdings nur wenige Details durchgesickert sind. Sicher ist, dass die Schwaben fast durchgängig auf Benzin-Direkteinspritzung umstellen werden, ebenfalls Turboaufladung einsetzten und bei den Achtzylinder-Maschinen das Downsizing auf die Spitze treiben wollen: In Form der Zylinderabschaltung nämlich, die im Teillastbetrieb einen V8-Motor zum Vierzylinder macht.

Ecoboost-Motoren bei Ford mit Turbo und Direkteinspritzung

Eine ähnliche Strategie (Turbo und Direkteinspritzung) verfolgt der Ford-Konzern, wo im kommenden Jahr die sogenannte Ecoboost-Motorengeneration debütieren soll. Auch hier lautet die Formel: Mehr Leistung bei weniger Hubraum und Verbrauch.

Mazda Skytech: Spar-Motoren ohne Aufladung

Dass es auch ohne Aufladung geht, will Mazda mit den neuen Skytech-Motoren beweisen. Allein durch die Reduktion der innermotorischen Reibung sowie von Abgas- und Pumpverlusten und eine Optimierung des Verbrennungsverlaufs soll der Zweiliter-Motor rund 15 Prozent sparsamer und entsprechend sauberer sein. "Obwohl das Drehmoment um 15 Prozent wächst, liegt der neue Motor auf dem Verbrauchsniveau des aktuellen 2,2-Liter-Dieselmotors", kündigt Mazda-Sprecher Jochen Münzinger an.#

Foto-Show Die besten Motoren der Welt 2009
Foto-Show Die besten Motoren der Welt 2008#

Der Verbrennungsmotor wird noch lange laufen

Trotz solcher erfreulicher Aussichten für die Freunde des klassischen Ottomotors - langfristig dürfte es sich bei diesem Antrieb um ein Auslaufmodell halten. Einerseits. Andererseits aber könnte es noch sehr lange dauern, bis der letzte Benziner zum letzten Mal zündet. Michio Shinohara, Umwelt-Chef bei Honda, merkt in diesem Zusammenhang an: "Auch ein Hybrid-Auto oder ein Elektrofahrzeug mit Range-Extender an Bord braucht zum Sparen einen möglichst effizienten Verbrenner."

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Gezielter Schlag 
Hit im Netz: Mit seinem Hund darf sich niemand anlegen

Känguru hält den Vierbeiner im Schwitzkasten, das Herrchen schreitet ein. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal