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Stau: Sieben Fehler machen alles noch schlimmer

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Vieles ist vermeidbar  

Warum es zu Staus kommt - sieben Fehler der Autofahrer

13.07.2016, 12:06 Uhr | dpa-tmn

Stau: Sieben Fehler machen alles noch schlimmer. Dieser riskante Spurwechsel bei zäh fließendem Verkehr kann einen Stau auslösen. (Quelle: imago)

Dieser riskante Spurwechsel bei zäh fließendem Verkehr kann einen Stau auslösen. (Quelle: imago)

Wer einmal im Stau steckt, kommt so schnell nicht mehr raus - und kaum noch voran. Was aber viele nicht wissen: Durch ihr Verhalten machen sie alles noch schlimmer. Diese sieben Fehler sollten Sie im Stau vermeiden.

Denn Staus sind weder Gott gegeben, noch treten sie grundlos auf. Doch viele sind sich ihres Einflusses auf den Verkehr nicht bewusst. 

Viele Stau-Verursacher ahnungslos

"Autofahrer denken nur nach vorne", sagt Michael Schreckenberg von der Uni Duisburg-Essen. "Wer hinter sich einen Stau auslöst, bekommt das ja nicht mit", sagt der Professor für die Physik von Transport und Verkehr. Staus, so Schreckenberg, entwickeln sich fast immer aus zähfließendem Verkehr, wenn Geschwindigkeitsunterschiede entstehen. "Am besten, man bewegt sich wie in einem Fischschwarm", rät Schreckenberg. 

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Diese Fehler können Stau auslösen

Das lässt sich leider nicht immer umsetzen, und der einzelne Autofahrer kann einen Stau nicht auflösen. Wer aber diese sieben Fehler vermeidet, minimiert die Wahrscheinlichkeit, der Auslöser dafür zu sein:

Fehler Nummer 1: Zu dichtes Auffahren

Kaum irgendwo kochen die Emotionen so schnell hoch wie im Straßenverkehr. Autofahrer halten oft zu wenig Abstand zum Vordermann, "damit niemand dazwischen wechseln kann", wie er sagt. Dadurch verkleinert man den Spielraum und muss oft unverhofft scharf bremsen. "Wer verhindert, dass er anhalten muss, wenn der Vordermann anhält, verursacht schon mal keinen Stau."

Fehler Nummer 2: Lückenhüpfen verschlimmert den Stau

Ein psychologisches Problem: "Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Autofahrer sich Autos, von denen sie überholt werden, besser einprägen, als die, die sie selbst überholen." Dass sie durch häufige Spurwechsel gar nicht schneller vorankommen und andere dadurch zu unnötigem Bremsen zwingen, merken sie nicht.

"Kolonnenwechsel sind einer der häufigsten Fehler", meint auch Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE). Dabei würden oft sogenannte Phantomstaus entstehen. Staus scheinbar ohne Ursache und obwohl die Kapazität der Straße groß genug für das Verkehrsaufkommen sei.

Hack warnt davor, bei zäh fließendem Verkehr hektisch zu versuchen, Zeit zu gewinnen. "Man rechnet bei zäh fließendem Verkehr mit einem Zeitverlust von etwa einer Minute pro Kilometer", sagt er. Der Gewinn durch Spurwechsel sei hingegen minimal bis non-existent.

Fehler Nummer 3: Träumen am Steuer

Oft stören Autofahrer auch unabsichtlich. Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) warnt davor, bei Stau oder zäh fließendem Verkehr unaufmerksam zu werden. Denn Träumer hinterm Steuer geraten leicht in Situationen, in denen sie plötzlich stark bremsen müssen. Wer im Stau abschaltet, erhöht zudem das Risiko von Folgeunfällen. "Das verlängert den Stau sowohl zeitlich als auch räumlich."

Eine ähnliche Wirkung bescheinigt Schreckenberg Autofahrern, die zu langsam oder zu früh auf die Autobahn wechseln. Auch dadurch werden Autofahrer zum Bremsen gezwungen. "Das kann zu Stauwellen an Anschlussstellen führen, die sich dann mit etwa 15 bis 20 km/h entgegen der Fahrtrichtung fortpflanzen", erklärt Schreckenberg.

Wer den Beschleunigungsstreifen zu früh verlässt, nutzt den Verkehrsraum außerdem nicht aus. Auch dadurch wird zäh fließender Verkehr zu Stau.

Fehler Nummer 4: Der Reißverschluss klemmt

Auch im Stadtverkehr ist die Ausnutzung des Verkehrsraums elementar, vor allem bei Spurschließungen. Dann ist das Reißverschlussverfahren vorgeschrieben. Doch ACE-Mann Hack weiß: "Der Reißverschluss klemmt fast immer." Viele Autofahrer würden das System gar nicht oder falsch verstehen und so zu früh auf die Nebenspur wechseln oder Wechsler blockieren.

Fehler Nummer 5: Kreuzungen blockieren

Staus im Stadtverkehr entstehen laut Hack vor allem an Ampeln. "Da fahren Autofahrer in die Kreuzung ein, obwohl sie nicht frei ist." Dadurch könne der Querverkehr nicht abfließen, und es entsteht ein Stau, obwohl nach der Kreuzung Platz wäre. "Das wird leider sehr selten von der Polizei kontrolliert und sanktioniert", klagt Hack.

Fehler Nummer 6: Gaffer provozieren Staus und Unfälle 

Viele Autofahrer lassen sich wegen eines Unfalls oder auch einer bloßen Panne am Straßenrand vom Fahren ablenken. "Beim Gaffen bremsen die Leute plötzlich, wodurch die Unterschiede in der Geschwindigkeit wieder groß werden oder sogar Unfälle passieren", sagt Michael Schreckenberg.

Sven Rademacher vom DVR beklagt die Sensationslust mancher Autofahrer. "Das geht inzwischen oft über das bloße Gaffen hinaus." Nicht nur deshalb wird Gaffen auch streng geahndet.

Fehler Nummer 7: Fahren, wenn alle fahren

Das sicherste Mittel, nicht in einen Stau zu raten ist: gar nicht erst loszufahren. Das lässt sich oft nicht umsetzen, doch Constantin Hack sagt: "Wer die Möglichkeit hat, sollte sich antizyklisch verhalten." Das gelte für den Arbeitsbeginn wie für den Urlaub.

Auch Brückentage sorgten oft für volle Straßen. "Ein Feiertag am Freitag oder Montag ist genauso praktisch. Da kann man den Tag vorher oder hinterher freinehmen und hat den gleichen Effekt - und weniger Verkehr." Trotzdem mache das kaum jemand.

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