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Crashtest: So gefährlich ist zu wenig Abstand

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Crashtest: So gefährlich ist zu wenig Abstand

12.08.2010, 14:29 Uhr | mid

Crashtest: So gefährlich ist zu wenig Abstand. Bei zu geringem Abstand kracht es schnell (Foto: UDV)

Bei zu geringem Abstand kracht es schnell (Foto: UDV)

Vollbremsung bei Tempo 102. Sekundenlang sieht es so aus, als komme der rote BMW noch zum Stehen, dann rumst es gewaltig. "Ich war chancenlos", sagt der Unfallfahrer, Stuntman Dirk Gion. Der Extremsportler und Filmstuntman hat auf einem stillgelegten Flugfeld nachgewiesen, dass bei einem Fahrabstand von 15 Metern bei Tempo 100 ein Unfall unvermeidbar ist, wenn der Vordermann plötzlich stark bremst. "Obwohl ich wusste, dass es gleich passiert und ich somit eine extrem geringe Reaktionszeit von rund eine halben Sekunde hatte, konnte ich den Unfall nicht vermeiden", so Gion. Schauen Sie sich das Video im rechten Bereich der Seite an.

Fast jeder Dritte stirbt bei einem Auffahrunfall

Der spektakuläre Versuch der Unfallforschung der Versicherer (UDV) soll beweisen, dass selbst Könner bei einem zu geringen Sicherheitsabstand nicht mehr schnell genug reagieren können. "Der Test spielt lediglich nach, was tagtäglich auf unseren Autobahnen und Landstraßen passiert", sagt Siegfried Brockmann, Leiter der UDV. Auf Autobahnen gehen 29 Prozent aller Todesopfer auf das Konto von Auffahrunfällen.

Autofahrer schätzen Entfernung falsch ein

Bundesweit passieren jährlich 43.000 Unfälle mit Verletzten und Getöteten, bei denen "ungenügender Sicherheitsabstand" Unfallursache war. Grund ist ein fataler Effekt: Autofahrer schätzen in der Regel sowohl die Entfernung zu weit und die Geschwindigkeit zu niedrig ein.

Selbstüberschätzung ist oft Grund für Auffahrunfall

Betroffen sind vom typischen Autounfall zu 80 Prozent Männer. Besonders ausgeprägt sei die Selbstüberschätzung bei gut situierten Männern mittleren Alters, die als Vielfahrer stark motorisiert unterwegs sind. "Sie glauben mit ihrer Fahrerfahrung das erhöhte Risiko zu kompensieren", erläutert Fabian Regh von der Technischen Universität Darmstadt, die den Crashtest betreut hat.

Der halbe Tachoabstand sollte es mindestens sein

Als erste Hilfe für die richtige Distanz zum Vordermann gelten die Leitpfosten, die auf der Autobahn 50 Meter auseinander stehen. Sicher ist es, wenn der "halbe Tachowert" als Abstand gewählt wird. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ist demnach ein Sicherheitsabstand von mindestens 50 Metern einzuhalten. Zur Veranschaulichung: Bei Tempo 100 legt ein Wagen pro Sekunde schon fast 28 Meter zurück. Bei 120 km/h sind es bereits gut 36 Meter.

"Zwei-Sekunden-Regel" hilft bei Abstand halten

Autofahrer können sich auch an der "Zwei-Sekunden-Regel" orientieren: abwarten, bis der mit gleicher Geschwindigkeit fahrende Vordermann eine Markierung (Leitpfosten, Verkehrsschild) passiert, dann "einundzwanzig, zweiundzwanzig" zählen und so den zeitlichen Abstand messen. Wer die Markierung schneller als in zwei Sekunden erreicht, ist zu dicht dran.

Intelligenter Tempomat und Abstandswarnsystem

Noch besser ist jedoch ein intelligenter Tempomat, der mit einer automatischen Notbremse kombiniert sein sollte. Die Forscher fordern eine Einbaupflicht für diese Lebensretter. Bis dahin sollten "vernünftige Könner" wenigstens ein Abstandswarnsystem nachrüsten.

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Auffahrunfall mit 100 km/h
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Crashtest: Schon bei 15 Metern Abstand können auch geübte Fahrer nicht mehr reagieren. zum Video

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