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Gebrauchtwagenkauf: So erkennen Sie ein Unfallauto

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So erkennen Sie beim Autokauf ein Unfallauto

31.01.2017, 10:06 Uhr | So erkennen Sie beim Autokauf ein Unfallauto, dpa-tmn

Gebrauchtwagenkauf: So erkennen Sie ein Unfallauto. Gebrauchtwagenkauf: Verdeckte Unfallschäden kann oft nur ein Fachmann entdecken (Quelle: dpa/tmn)

Ist der Lack rundum einwandfrei? Verdeckte Unfallschäden kann oft nur ein Fachmann finden. (Quelle: dpa/tmn)

Wer einen Gebrauchtwagen kauft, möchte ein Auto erwerben, das noch gut in Schuss ist und keinen Unfallschaden hat. Was aber, wenn der Verkäufer arglistig einen Schaden verschweigt? Diese Tipps helfen, einen Unfallschaden trotzdem zu erkennen.

Ein Autoverkäufer muss ohne ausdrückliche Frage auf ihm bekannte, wesentliche Mängel des Fahrzeuges hinweisen. Das gilt beispielsweise für bekannte oder reparierte Unfallschäden. Nur Bagatellfehler wie ausgebesserte Lackkratzer braucht der Verkäufer nicht zu nennen.

Um Arglist handelt es sich laut ADAC, wenn der Verkäufer den Mangel am Auto kennt oder mit einem Vorhandensein eines Mangels rechnet und dies dem Käufer verschweigt. Auch die Vortäuschung einer Eigenschaft eines Autos fällt darunter.

Gebrauchtwagencheck vor dem Kauf erspart Ärger

Wenn der Käufer einen Unfallschaden nicht erkannt hat, fliegt der Schwindel oft bei einer Gebrauchtwagenuntersuchung auf. Die bieten manche Werkstätten, Prüforganisationen oder Automobilclubs an. Aber auch dabei wird nicht jeder Schaden entdeckt. Deshalb empfiehlt Klaus Heimgärtner, Rechtsexperte beim ADAC, das Auto vor dem Kauf von einer fachkundigen Person untersuchen zu lassen. "Die bietet sich für Laien an, um zumindest schwerere Schäden feststellen zu können."

Ein professioneller Gebrauchtwagencheck, den beispielsweise ADAC, Gutachterorganisationen wie TÜV und Dekra oder Kfz-Sachverständige anbieten, kostet etwa 100 Euro und bietet eine gewisse Sicherheit.

Lack, Schrauben und Spaltmaße unter die Lupe nehmen

Philipp Heise, Kfz-Experte beim Auto Club Europa (ACE), traut versierten Laien zu, einige Schäden selbst zu entdecken. Mit einem Lackdichteprüfgerät können sie beispielsweise herausfinden, ob ein Bereich gespachtelt oder nachlackiert wurde. "Das kann schon ein gutes Indiz auf einen Unfallwagen sein", sagt er. Hinweise können auch die Schrauben in den Bauteilen im Kofferraum oder an der Motorhaube sein: Sind die schon gedreht worden oder noch vollständig in Wagenfarbe lackiert? Ungleichmäßige Spaltmaße erkennen fachkundige Autofahrer mit einem Messkeil.

"Eine andere Möglichkeit: Serviceheft zeigen lassen und die Werkstatt nach bekannten Defekten oder Unfällen fragen", rät Heise.

Hinweise auf versteckte Unfallschäden

  • Unregelmäßige Spaltmaße zwischen Motorhaube und Karosserie, Kotflügel, Türen und Kofferraumdeckel
  • Lack hat Tropfstellen, Wellen, raue Stellen oder Reste von Klebeband an schwer zugängigen Stellen
  • Fehlen der üblichen Abnutzungsspuren an Schreiben, Scheinwerfern, Kotflügel und Motorhaube
  • Türen öffnen oder schließen schwergängig
  • Lenkrad steht schief
  • Auto zieht bei Probefahrt in eine Richtung
  • Reifen sind asymmentrisch abgefahren
  • Platzer, Farbunterschiede und Ausbesserungen am Unterboden

Tücken des Gebrauchtwagenkaufs aus privater Hand

Problematisch wird es, wenn der verdeckte Schaden erst nach dem Kauf entdeckt wird. Vor allem, wenn der private Käufer das Fahrzeug von einem privaten Verkäufer erworben hat und im Kaufvertrag die Sachmängelhaftung ausgeschlossen war. "Dann kommt ein Anspruch gegen den Verkäufer nur in Betracht, wenn eine arglistige Täuschung vorliegt", sagt Heimgärtner. Dann müsse der Käufer nicht nur den Unfallschaden beweisen, sondern auch, dass der Verkäufer davon wusste.

Schwer wird das bei Fahrzeugen, die bereits mehrere Vorbesitzer hatten oder durch mehrere Hände gingen. Das Gleiche gilt bei einem lange zurückliegenden Kauf bei einem Händler, bei dem die Sachmängelhaftung abgelaufen ist.

Wann Rücktritt vom Kaufvertrag möglich ist

Sicherer sei es deshalb, das Auto von einem Unternehmer oder Händler zu kaufen. Denn dann muss der Käufer innerhalb der Sachmängelhaftungsfrist nur feststellen, dass ein solcher Schaden und damit ein Mangel am Kraftfahrzeug gegeben ist. "Auf das Wissen des Verkäufers kommt es dabei nicht an. Ein Mangel in Form eines Unfallschadens berechtigt den Käufer zum Rücktritt vom Kaufvertrag", sagt Heimgärtner. Die Frist liegt gesetzlich bei zwei Jahren, werde aber vertraglich zulässig meist auf ein Jahr verkürzt.

ACE-Rechtsexperte Hannes Krämer rät dazu, den Verkäufer sofort mit dem Schaden zu konfrontieren. "Sollte die Unfalleigenschaft verschwiegen worden sein, besteht die Möglichkeit, den Kaufvertrag anzufechten oder gegebenenfalls den Kaufpreis zu mindern", sagt er. Dabei sei allerdings Verhandlungsgeschick gefragt.

Beim Kauf eines Gebrauchtwagens gibt es keinen hundertprozentigen Schutz. "Deshalb ist es wichtig, dass sich Interessenten viel Zeit nehmen, sich nicht hetzen lassen und alles ausreichend prüfen", so Krämer. "Lieber hier mehr Zeit investieren und sich damit später Ärger sparen."

Mietwagen und Carsharing-Autos vor der Fahrt immer kontrollieren

Auch wenn ein Auto nur gemietet wird, ist es wichtig, auf Unfallspuren zu achten. "Bei Miet- oder Carsharing-Fahrzeugen ist jedem Nutzer zu raten, es vor Übernahme genau zu besichtigen", sagt Heimgärtner. Das ist wichtig, um zu vermeiden, dass der Entleiher später mit Forderungen über einen angeblich in der Miet- oder Nutzungszeit entstandenen Schaden konfrontiert wird.

Passiert das doch, muss der Vermieter dem Entleiher nachweisen, dass er den Schaden schuldhaft herbeigeführt hat. "Bleibt dies unklar, geht dies zu Lasten des Unternehmers. Dies gilt vor allem für Kratzer und Dellen", sagt Heimgärtner. Wer einen Vorschaden entdeckt, sollte diesen fotografieren und den Vermieter sofort informieren.

Keine Angst müssen Mieter haben, die einen Unfall wegen eines versteckten Mangels verursachen. "Für Drittschäden kommt immer der Kfz-Haftpflichtversicherer auf", sagt ACE-Rechtsexperte Krämer.

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