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Spritverbrauch: BMW-Projekt Eco-Modus

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BMW-Projekt Eco-Modus - der 5er GT lernt segeln

03.12.2010, 11:27 Uhr | Tom Grünweg

Spritverbrauch: BMW-Projekt Eco-Modus. BMW arbeitet an einem Eco-Modus, mit dem die Autos segeln lernen (Foto: BMW)

BMW arbeitet an einem Eco-Modus, mit dem die Autos segeln lernen (Foto: BMW)

Zum Spritsparen ist nicht unbedingt die allerneueste Technik nötig, es klappt auch mit vorausschauendem Fahren. Um dieses Verhalten zu fördern, arbeitet BMW am elektronischen Weitblick und bringt Autos das Segeln bei. Im Test verringerte der Eco-Modus den Verbrauch des 5er GT um mehr als 20 Prozent.

Neuer Spritsparassistent bei BMW

"Bitte nehmen sie den Fuß vom Gas." Diese Anweisung des Bordcomputers hätte man in einem BMW nicht erwartet. Doch im Dienstwagen von Christof Schulze erscheint der Schriftzug immer wieder auf dem Monitor, blinkt zwischen Tacho und Drehzahlmesser auf und wird sogar vom Head-Up-Display angezeigt. Schulz leitet bei BMW den Entwicklungsbereich mit verheißungsvollen Titel "Efficieny-Tainment". Die Abteilung soll den Spaß am Sparen erfinden. Und so werden beispielsweise virtuelle Bonussysteme entwickelt, die mit Sternchen auf dem Monitor oder, bei der Marke Mini, mit einem springenden Goldfisch, einen zurückhaltenden Fahrstil belohnen. Schulz und seine Kollegen arbeiten auch an einem neuen Eco-Modus, der wohl bald in Serie gehen wird.

Spar-Software errechnet die Segelphasen

Kernelement dieser Spar-Software im Prototypen, einem BMW 535i GT, ist eine neue Logik für Getriebe und Motor: Sobald der Fuß vom Gaspedal gelupft wird, wechselt die Automatik in den Freilauf und der Motor fällt sofort auf Leerlaufdrehzahl. "Dann segelt das Auto", sagt Schulze und zeigt auf ein kleines, blaues Segelboot-Symbol auf dem Monitor, das Spritsparer erfreuen soll. Ein vorausschauender Fahrer weiß natürlich, wann er den Fuß vom Pedal nehmen kann. Das Auto aber weiß es besser. Mit Hilfe der Navigationsdaten kann die Elektronik auch um Kurven, über Kuppen und durch Wälder sehen. Selbst wenn kein Ziel eingegeben ist, kennt die Software die Beschränkungen auf der mutmaßlichen Route und blendet rechtzeitig entsprechende Hinweise ein. Ob Geschwindigkeitsbegrenzungen, Ortseingänge, Kreuzungen und Kreisverkehre oder scharfe Kurven - wann immer das Tempo gedrosselt werden muss, fordert die Elektronik zum Autosegeln auf.

Bei BMW heißt es bald: Fuß vom Gas

Und das passiert im Alltag überraschend häufig, wie eine kurze Bayern-Rundfahrt von Spiegel Online in Schulzes Dienstwagen ergab. Natürlich braucht man ein gewisses Zutrauen in die Elektronik, wenn man auf freier Strecke tatsächlich den rechten Fuß anhebt, obwohl weit und breit kein Tempolimit in Sicht ist. Und auch den bangen Blick in den Rückspiegel kann man sich nicht verkneifen, schließlich hat der Hintermann ja keine vorausschauende Navigation. Doch wer sich an solche Hinweise hält, wird schnell Zutrauen zur neuen Technik fassen - denn das "Tempo 60"-Schild kommt gewiss. Und die zweite Überraschung: Ein Blick auf den Tacho zeigt, dass, wenn man die Aufforderung vom Gas zu gehen prompt befolgt, just zu Beginn der limitierten Zone exakt die geforderte Geschwindigkeit anliegt - ohne dass Energie durchs Bremsen verschleudert wurde.

Überraschend, wie oft man einfach nur dahinrollen kann

Solche Situationen gibt es auf unserer Testfahrt immer wieder. Zwar funktioniert das System nur jenseits von 50 km/h, weil die Entwickler dem Fahrer im Stadtverkehr alle Möglichkeiten lassen wollen. Doch schon auf den Münchner Ring segelt das Dickschiff den ersten Kilometer. Und nach einer halben Stunde Landpartie weist der Bordcomputer eine stattliche Segelstrecke aus. Hier einige hundert Meter, dort eineinhalb Kilometer im Leerlauf - da kommt was zusammen.

Sprit für acht Kilometer eingespart

Am Ende der Fahrt über 62 willkürlich gewählte Kilometer zeigt das Display einen Segelturn von mehr als 17 Kilometern an. Mehr als ein Viertel der Strecke also ist der Fünfer GT nur gerollt. Daneben blendet der "Eco-Mode-Manager" noch eine zweite Zahl ein, die vergleichbar ist mit dem Punktestand bei einem Computerspiel: die Bonusreichweite. "Das ist die Strecke, die mit dem durch den sparsamen Fahrstil eingesparten Sprit zurückgelegt werden kann", erläutert Schulze. Es sind immerhin acht Kilometer in unserem Fall, für die kaum mehr tun war, als ein paar Mal den Gasfuß zu heben und den Wagen dahinrollen zu lassen. Dass der Bordcomputer trotzdem noch einen Durchschnittsverbrauch von 10,1 Litern anzeigt, entschuldigt Schulze mit ungünstigen Umständen: Immerhin ist der Testwagen mit vier Personen besetzt, und im Kofferraum stecken 300 Kilogramm Messtechnik.

Zahmes Gaspedal, vorauseilende Getriebesteuerung

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BMWs Dickschiff

Das neue Flagschiff der Bayern ist eine Mischung aus SUV und Kombi. zum Video

Der neue Eco-Modus betrifft aber nicht alleine das Segeln. Das Gros der Einsparungen wird durch einige technischen Änderungen am Auto erreicht. Das Getriebe schaltet früher hoch und das Gaspedal ist so programmiert, das es - abgesehen von einem Kickdown - maximal zwei Drittel der möglichen Leistung abruft. Bei 306 PS und 400 Nm Drehmoment ist auch das allemal genug, um locker im Verkehr mitzuschwimmen. Außerdem heizt der Fünfer GT im Eco-Modus auf Sparflamme: Ohne dass es unangenehm auffällt, lässt sich die Klimaanlage etwas mehr Zeit und erlaubt sich auch mal eine minimale Abweichung. Zudem werden die Intervalle, in denen sich Sitz- oder Heckscheibenheizung automatisch zu- und abschalten, etwas länger. "Auch das bringt wieder ein paar Meter Bonusreichweite", erläutert Schulze den peniblen Sparkurs.

Der Verbrauch sinkt von 13 auf knapp über zehn Liter

Wer wirklich wissen will, was der Eco-Manager bringt, der fährt die gleiche Runde am besten ein zweites Mal im ganz normalen Comfort-Modus. Da haben wir getan und dabei nicht schlecht gestaunt: Ohne nennenswerten Zeit- oder Spaßvorteil steigt der Verbrauch auf der identischen Strecke mit demselben Auto von 10,1 auf 13 Liter.

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