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Elektroauto: Audi muckt gegen VW auf

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Audi rebelliert gegen Volkswagen

03.01.2011, 08:16 Uhr | Von Margret Hucko, Hamburg und Katrin Werner, Press-Inform

Elektroauto: Audi muckt gegen VW auf. Audi A1 e-tron (Foto: Audi)

Audi A1 e-tron (Foto: Audi)

Der Ingolstädter Hersteller will mit einem eigenen Antrieb für Elektroautos in Serie gehen. Darüber ist die Konzernmutter in Wolfsburg verärgert. "Anarchoprojekt" schimpft man dort - und verlangt eine gemeinsame Strategie für alle Marken.

Audi will eigenes Antriebskonzept

Im Volkswagen-Konzern  ist Streit über die richtige Technologie für Elektroautos entbrannt. Gegen den Willen der Wolfsburger Mutter will Audi sein eigenes Antriebskonzept durchsetzen. Die Marke plant die Serienfertigung von Autos mit einem Wankelmotor. Dieser lädt den Akku des Elektromotors während der Fahrt wieder auf, wenn der gespeicherte Strom zur Neige geht.

VW verfolgt andere Strategie

"Bei VW wird das nicht gern gesehen", sagte ein Insider der "FTD". In Wolfsburg ist von einem "Anarchoprojekt" die Rede, das Audi im Alleingang und ohne Rückhalt des Mutterkonzerns betreibe. Volkswagen strebt aus Kostengründen eine gemeinsame Elektroautostrategie für alle seine Marken an. VW verfolgt aber eine andere Technologie als Audi: Die Zentrale setzt auf den konventionellen Hybridantrieb, bei dem Elektro- und Verbrennungsmotor das Auto gemeinsam bewegen, oder reine Elektrofahrzeuge.

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Mobilität für die Zukunft

Der Audi A1 e-tron besitzt einen Elektroantrieb mit 102 PS und über 50 km Reichweite. zum Video

Audi will Profil nicht verlieren

Der Streit ist exemplarisch für das Dilemma, in dem sich VW befindet. Die Wolfsburger wollen ihren Konzern mit Marken wie Seat, Skoda, Porsche oder Scania zum größten Autohersteller der Welt ausbauen. Um Kosten zu sparen, sollen diese Marken möglichst viele gleiche Teile in ihre Modelle einbauen. Allerdings drohen gerade Premiumhersteller wie Audi dabei ihr Markenprofil zu verlieren - was im harten Konkurrenzkampf der Branche schnell bedrohlich werden kann.

Audi A1 ist wichtiges Prestigeprojekt

Seinen Antrieb mit dem Wankelmotor hatte Audi bereits auf Automobilmessen in der Elektroautostudie A1 E-Tron präsentiert. Für Audi-Chef Rupert Stadler ist es ein wichtiges Prestigeprojekt. Denn technologisch ist der Hersteller aus Ingolstadt hinter die Rivalen BMW und Daimler zurückgefallen. Während beide seit Jahren Hybridmodelle anbieten, kommt Audi erst 2011 mit Autos auf den Markt, die Verbrennungs- und Elektromotor kombinieren - allerdings noch in konventioneller Bauart. Der Elektrosportwagen R8 E-Tron soll ab Ende 2012 erhältlich sein.

Audi A1 e-tron könnte 2013 in Serie gehen

Auch wenn Stadler mit dem Wankelmotorantrieb unbedingt in Serie gehen will, ist ein offizieller Beschluss noch nicht gefallen. "Es gibt noch keine grundsätzliche Entscheidung über die Serienfertigung", sagte ein Audi-Sprecher. Unternehmenskreisen zufolge wollen die Vorstände des Autobauers Anfang Februar erneut über den A1 E-Tron beraten. Bei VW passt der Plan der Ingolstädter vor allem dem Elektrobeauftragten des Konzerns, Rudolf Krebs, nicht ins Konzept. Sollte sich Audi gegen die Konzernmutter durchsetzen, könnte der A1 E-Tron bis 2013 in Serie gehen. BMW plant für dann den Start des Megacity Vehicle, eines sehr leichten Elektroautos für den Stadtverkehr.

Kooperiert Audi mit Mazda?

Für die Produktion des Wankelmotors spricht Audi bereits mit möglichen Partnern. In der Branche wird etwa der japanische Hersteller Mazda als Lieferant gehandelt. Weder Mazda noch Audi wollten dies bestätigen. Mazda  hatte als letzter Hersteller einen Wankelmotor eingesetzt. Zum Jahresende stellten die Japaner den Verkauf des Sportwagens RX-8 ein, weil er an der Euro-5-Abgasnorm scheiterte. Allerdings erwägen die Japaner, einen Nachfolger zu bauen.

Audi nimmt viel Geld in die Hand

Kürzlich hatte Audi das größte Investitionsprogramm der Firmengeschichte verkündet. Bis 2015 sind Sachinvestitionen von rund 11,6 Mrd. Euro geplant. Ein großer Teil ist für die Entwicklung neuer Fahrzeuge und alternativer Antriebe vorgesehen.

Audi greift BMW und Daimler an

Die VW-Tochter will bis 2015 Daimler und BMW überholen und zum führenden Premiumanbieter aufsteigen. Dann sollen insgesamt 1,5 Millionen Autos pro Jahr verkauft werden. Für 2011 peilen die Ingolstädter 1,08 Millionen verkaufte Pkw an.

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