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Werkstuning: Wettrüsten um Pferdestärken

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Werkstuning: Wettrüsten um Pferdestärken

26.06.2012, 12:26 Uhr | dpa-tmn

Werkstuning: Wettrüsten um Pferdestärken. M135i (Quelle: Hersteller)

M135i (Quelle: Hersteller)

Während Serienwagen für den Massenmarkt immer sparsamer werden, rüsten vor allem deutsche Hersteller ausgewählte Modelle mit geradezu monströser Leistung auf. Der Mercedes-Ableger AMG, die BMW M GmbH oder die Audi-Tochter Quattro präsentieren immer neue verschärfte Serienversionen, deren Potential allerdings auf der Straße kaum genutzt werden kann.

Für das neue Wettrüsten um jede Pferdestärke gibt es Gründe: Zum einen ist die Krise der Autoindustrie überwunden, einen anderen nennt der Automobilwirtschaftler Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen: Für die Hersteller sind solche Kleinserien eine Spielwiese, auf der neue Technologien wie Turboaufladung oder Leichtbau mit Karbon ausprobiert werden können.

Auch die A-Klasse wird aufgemöbelt

Eine Begleiterscheinung der Entwicklung ist, dass es leistungspotente Autos in immer mehr Fahrzeugklassen gibt. So will AMG mit einer Sportversion der A-Klasse 2013 ins Segment der Kompakten einsteigen. Der A45 wird mit einem aufgeladenen, zwei Liter großen Turbo-Direkteinspritzer bestückt, der mehr als 250 kW/340 PS haben wird. Mit einem Einstiegspreis von voraussichtlich unter 50.000 Euro soll dieses Auto die Kundenbasis verbreitern und den Absatz deutlich vergrößern. Insgesamt plant der Mercedes-Tuner in den nächsten fünf Jahren acht neue Modelle. Darunter sind ein sportlicher Ableger des neuen CLS Shooting Break und ein kleiner Bruder des Flügeltürers SLS.

Neue Modelle vom BMW-Tuner

Auch die BMW M GmbH weitet ihr Modellprogramm aus. Etwa mit der neu aufgelegten Reihe "M Performance Automobile": "Diese Fahrzeuge stehen in Leistung, Design und Preis zwischen den Serienautos und unseren Kernmodellen", erläutert M-Chef Friedrich Nitschke. So gibt es unter der neuen Flagge den ersten Diesel der M GmbH, mit dem auch der Allradantrieb bei den Sport-Limousinen Einzug hält. Und ab Herbst wird es einen BMW M135i geben. Er leistet 235 kW/320 PS, kostet 39.550 Euro und zielt direkt auf den A45 AMG. Für 2013 steht auch das M6 Gran Coupé auf dem Plan.

Tuning auch bei Audi

Die Quattro GmbH von Audi fährt im Vergleich zur Konkurrenz ein wenig hinterher. Immerhin startet in diesen Tagen als letzte Evolutionsstufe vor dem Modellwechsel der TT RS plus mit 265 kW/360 PS als Coupé und Roadster. Außerdem geht der RS4 Avant mit 331 kW/450 PS ins Rennen, und hinter den Kulissen legen die Scharfmacher letzte Hand an die Überarbeitung des R8, der nach Informationen aus Unternehmenskreisen im Herbst frisch geliftet in die zweite Halbzeit fährt. Aber auch die Quattro GmbH erschließt neue Segmente und liebäugelt mit einem sportlichen Geländewagen. Bis der im Frühjahr in Peking enthüllte Q3 RS mit 265 kW/360 PS in Serie geht, ist nach Werksangaben "nur noch eine Frage von Monaten, nicht Jahren."

Opel verschärft den Astra

Das Werkstuning ist keine Spezialität der sogenannten Premiumhersteller. Auch andere Marken sind haben längst gelernt, wie man mit der Leistung auch den Preis und so den Umsatz in die Höhe treiben kann. Von Opel kommt als OPC in ein paar Wochen der bisher "stärkste und schnellste Astra": Mit seinem Zweiliter-Motor erreicht das Coupé 206 kW/280 PS nach Angaben von Pressesprecher Patrick Munsch maximal 250 km/h. Allerdings wird der Wagen bei einem Preis von 34250 Euro auch der teuerste Astra in der Modellgeschichte.

Sportlicher Kombi von Ford

Nicht ganz so stark aber dafür mit 27.950 Euro auch günstiger ist der Ford Focus ST. Er kommt auf 184 kW/250 PS, schafft maximal 248 km/h und steht ebenfalls für eine Ausweitung des Angebots: "Zum ersten Mal wird die Sportvariante bei uns auch als Kombi angeboten", sagt Pressesprecher Hartwig Petersen.

Tuning-Modelle vor allem für USA und China

Als Hauptabsatzmarkt für die potenten Ableger der Serienfahrzeuge denken die Hersteller vor allem an Kalifornien und China. Längst gehen die allermeisten Powermodelle in den Export. Für Branchenkenner Dudenhöffer hat das eine gewisse Ironie: Gekauft würden diese Autos vor allem von Menschen, die sie wegen der örtlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen fast nie ausfahren werden. Allerdings taugen die teuren Sportvarianten als Statussymbol.

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