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Rost am Auto: Manchmal immer noch ein Problem

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Trotz Verzinken kann Korrosion Probleme machen

06.07.2012, 11:01 Uhr | Stefan Weißenborn, dpa

Rost am Auto: Manchmal immer noch ein Problem. Rost - bei älteren Fahrzeugen immer noch ein Problem (Quelle: dpa)

Rost - bei älteren Fahrzeugen immer noch ein Problem (Quelle: dpa)

Mitte der 80er Jahre fuhr noch so manche Rostlaube durch die Bundesrepublik. Die braunroten Bläschen waren bei parkenden Autos an neuralgischen Orten wie Fensterkante, Kotflügel oder Schwellern zu erkennen. Dann kam das Verzinken und damit der große Feind des Rostfraßes. Heutzutage ist Rost kaum noch ein Problem, Hersteller geben oft über zehn Jahre Garantie gegen Durchrosten. Doch wer sein Auto nicht pflegt, kann dem braunen Feind noch begegnen.

Rost: Versiegelung ab Werk

"Eigentlich ist Rost kein Problem mehr", sagt Hubert Paulus vom ADAC Technik Zentrum in Landsberg. In der Regel würden nur noch alte Fahrzeuge bei der Hauptuntersuchung (HU) aufgrund von Rostschäden beanstandet. "Die Hersteller haben gelernt, dass sich in den Hohlräumen keine Feuchtigkeit bilden darf und versiegeln sie mittlerweile ab Werk", sagt der ADAC-Experte.

Bis 1992 war Rost noch ein Problem

Zudem seien Hohlräume an Längsträgern, Türschwellern und Motorträgern mittlerweile so konstruiert, dass Kondenswasser durch Löcher ablaufen kann, auch für Durchlüftung sei gesorgt. Laut TÜV Süd war Rost letztmalig im Jahr 1992 die Haupthürde, die für die HU-Plakette zu nehmen war.

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"Elektrolytische Verzinkung der Außenhaut"

Großen Anteil an dem Erfolg hat ein anderes Schutzverfahren, erklärt Jürgen Wolz, Technischer Leiter beim TÜV Süd: "Die Masse der Hersteller setzt mittlerweile auf Verzinkung." Mit dem Verfahren seien alle relevanten Teile - Kotflügel, Türen, Träger, Radläufe, also der gesamte Bodenbereich - bei den meisten Autos zusätzlich gegen Rost gewappnet. 1985 wandte Audi als erster Hersteller die Vollverzinkung in der Großserie an. Die Modelle 100 und 200 bewarb man mit einer "elektrolytischen Verzinkung der Außenhaut" und einer "feuer- und elektrolytischen Verzinkung für die Innenteile."

"Rost ist kein Thema mehr"

"Mit der Einführung der Vollverzinkung hat man den Grundstein zur Problembehebung gelegt", sagt Audi-Sprecher Josef Schloßmacher und versichert für aktuelle Audi-Modelle: "Rost ist kein Thema mehr." Viele heutige Autos sind vor allem aus Kostengründen aber nur noch teilverzinkt: "Nicht verzinkt sind Teile, die nie mit Regen und Salz in Berührung kommen - etwa der Querträger, der das Armaturenbrett stützt, der wird nie rosten", sagt Schlossmacher über die Audi-Modelle. Auch bei Teilverzinkung sei der volle Schutz da.

"Vor allem bei Steinschlag drohen Probleme"

Die Experten von TÜV und ADAC sehen das nur bedingt so. "Vor allem bei Steinschlag drohen Probleme", sagt TÜV-Experte Wolz. Platze der Lack ab, könne auf dem freigelegten Stahlblech der Rost ansetzen. "Dabei handelt es sich zunächst nur um Schönheitsfehler, bis es durchrostet dauert es." Dennoch rät Wolz zum Abschleifen der betreffenden Partie und dem anschließenden Griff zum Lackstift. "Dann ist der Schutz wieder da." Selbst verzinkte Bleche sind gegen solche Verletzungen durch Steinschlag nicht vollends geschützt. "Wenn die Zinkschicht verletzt ist, ist Korrosion ebenfalls möglich."

Schweißstellen können ein Problem sein

Ein anderer neuralgischer Punkt sind Schweißstellen. Schweißen ist technisch nur da möglich, wo Stähle und Bleche blank sind, also keine schützende Lack- oder Zinkschicht aufweisen. Um Rost nach dem Zusammenfügen der Teile dennoch zu unterbinden, wird mit Wachs versiegelt, erläutert ADAC-Fachmann Paulus. "Wenn diese Schutzschicht mechanisch abgekratzt ist, kann es rosten." Gefährdet sei vor allem der Unterboden. Die Experten empfehlen deshalb, ihn regelmäßig auf schadhafte Stellen absuchen zu lassen. Auch regelmäßiges Wachsen in der Waschstraße beuge vor, weiß TÜV-Techniker Wolz.

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Achtung beim Nachrüsten

Selbst Reparaturen und bauliche Veränderungen geben dem Rost manche Angriffsfläche. Vorsicht und Fachkenntnis sind den Fachleuten zufolge nötig, wenn etwa Antennen, Dachträger oder LED-Tagfahrlicht nachgerüstet werden. Auch Montagelöcher von Zierleisten sind prädestinierte Stellen für den Rostfraß, sobald dort der Lack ab ist. "Besonders betroffen sind solche Stellen im Winter, wenn das viele Salz die Korrosion begünstigt", warnt Paulus.

"Durchrosten von innen nach außen"

Zur Garantie gegen Durchrosten sollten Autofahrer Folgendes wissen: Rostlöcher aufgrund von Lackschäden sind laut ADAC nicht inbegriffen. "Die Garantie betrifft immer das Durchrosten von innen nach außen", so der ADAC-Techniker. Rost aufgrund eines Lackschadens sei von außen bedingt und damit nicht durch die Garantie abgedeckt.

Rost kann gefährlich sein

Autos mit Rostschutz weisen ein besseres Verhalten bei Unfällen auf. "Sobald das Auto an tragenden Teilen rostet, verschlechtert sich das Energieaufnahmeverhalten bei Aufprall", sagt Hubert Paulus vom ADAC Technik Zentrum. Vor allem, wenn tragende Teile wie Schweller und Träger von Korrosion stark befallen seien, bestehe dieses Risiko, bestätigt die Sachverständigenorganisation Dekra. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu gebe es aber nicht. Dass Fahrzeuge heutzutage sicherer sind, liege auch an der Verwendung festerer Stähle und dem Fortschritt bei elektronischen Assistenzsystemen. (So entfernen Sie Rost am Auto)

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