13.09.2012, 09:51 Uhr | ADAC, t-online.de
Bei einem direkten Zusammenstoß verliert der Kleinwagen meistens. Der ADAC fordert deshalb ein Umdenken bei den Autoherstellern.
Ein neuer Kompatibilitäts-Crashtest des ADAC soll realistischere Testergebnisse bringen. Beim ersten Crash Kleinwagen gegen Kompaktklasse müssen die Insassen der Minis mit schweren Verletzungen rechnen: Der ADAC fordert als Resultat eine Art "Schutzschild" für Autos.
Beim neuen Crashtest trifft das zu beurteilende Fahrzeug mit 50 Prozent Überdeckung auf einen gleich schnell entgegenkommenden Barrierewagen. Anhand der Verformungen des am Barrierewagen angebrachten Deformationselements lässt sich die Kompatibilität von Autos ermitteln. Crashtests nach der EuroNCAP-Methode werden üblicherweise mit einer festen Barriere durchgeführt. Bei einem Unfall prallen allerdings oft verschieden schwere Autos gegeneinander.
Der ADAC hat einen Smart Fortwo, den Fiat 500, den Renault Twingo sowie einen Kia Picanto gegen einen 1,4 Tonnen schweren Unfallgegner der Kompaktklasse antreten lassen. Den Insassen der Kleinwagen drohen schwere Verletzungen durch hohe Brustbelastungen beim Fahrer. Obwohl der Smart das kleinste und leichteste Autos ist, kann seine optimierte Knautschzone Schlimmeres verhindern.
Bei allen vier Fahrzeugen liegen die Insassenbelastungen deutlich höher als beim Frontalaufprall nach Euro NCAP-Standard. Auf den Fußraum wirkende Kräfte verursachen bei allen getesteten Autos schwere Beinverletzungen bei den Fahrern. Alle vier getesteten Fahrzeuge erhalten nur eine "befriedigende Kompatibilität".
Erst kürzlich haben US-Crashs die Verwundbarkeit von Autos beim Aufprall mit wenig Überdeckung offengelegt. Die dabei wirkenden Kräfte werden dann nämlich oft nicht in die dafür vorgesehenen Bauteile weiter geleitet. Die Knautschzone des "weicheren" Autos ist bereits aufgebraucht, ehe das stabilere Auto anfängt, sich zu verformen.
Die Knautschzone des größeren Autos bleibt ungenutzt. Laut ADAC benötigt das Auto für eine möglichst gute Beurteilung eine Art Schutzschild an der Fahrzeugfront, das die gesamte Breite des Autos abdecken sollte. Die Aufprallenergie kann so in der eigenen Knautschzone besser abgebaut werden.
13.09.2012, 09:51 Uhr | ADAC, t-online.de
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