13.11.2012, 11:16 Uhr | dpa
Zu eng, zu dunkel, zu teuer - es steht nicht gut um Deutschlands Parkhäuser. Der jüngste ADAC-Parkhaustest in zehn deutschen Städten zeigt: Nur wenige Großgaragen seien sicher und benutzerfreundlich.
Es war der dritte ADAC-Parkhaustest seit 2010. Eine markante Veränderung sei seit Beginn der Tests aber nicht feststellbar, sagte Testleiter Pohl. Dieses Jahr habe der Autoclub verstärkt kleinere Städte unter die Lupe genommen. Von 40 getesteten Parkhäusern erhielten in der Gesamtwertung zehn Parkhäuser die Note "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft", wie der ADAC mitteilte. Kein einziges untersuchtes Parkhaus schnitt mit "Sehr gut" ab.
Besonders schlecht erschienen im Test die untersuchten Parkhäuser in Mannheim: Keine der vier Garagen sei über ein "Ausreichend" hinausgekommen, in einem Fall habe es sogar zu einem "sehr mangelhaft" gereicht. Das "N6" in Mannheim bekam die schlechte Wertung für viel zu schmale Parkplätze. Ebenfalls Punktabzug gab es bei einer zu engen Einfahrt, schmale Rampen, Parkplätze mit vielen Pfeilern und einer insgesamt schlechten Beleuchtung.
ADAC testet 40 Parkhäuser in 10 deutschen Städten. Häufigste Mängel waren fehlende Sonderstellplätze, zu wenig Behindertenparkplätze und nicht vorhandene Fußwege. zum Video
Der Betreiber des Testverlierers wies die Kritik des ADAC als unfair zurück. "Ein 30 Jahre altes Parkhaus kann man nicht mit Maßstäben messen, die man bei Neubauten anlegen würde", sagte der Geschäftsführer der Mannheimer Parkhausbetriebe, Karl-Ludwig Ballreich, am Montag.
Überdurchschnittlich gut schnitten dagegen die Parkhäuser in Potsdam ab; drei von vier erhielten die Gesamtnote "Gut". Zur guten Bewertung hätten in Potsdam vor allem die Sicherheitsmaßnahmen beigetragen. So besteche das Parkhaus am Luisenplatz/Sanssouci mit Übersichtlichkeit und Helligkeit, berichtete der ADAC. Aber auch die Beschilderung und die schräg angeordneten Parkplätze zeichneten das Haus aus. Trotzdem sei das Parkhaus preiswerter als die meisten anderen in Deutschland.
Der ADAC fordert eine höhere Manipulationssicherheit und eine wirksamere und flächendeckende Strafverfolgung. zum Video
In vielen Häusern mache den Autofahrern vor allem die unzureichende Breite der Parkbuchten zu schaffen. Sie würden nicht mehr den immer breiter werdenden Autos gerecht. Häufig seien die Tester des Autoclub ebenfalls auch auf schlechte Beleuchtung, enge Einfahrten, abgenutzte Markierungen gestoßen. Oft fehlten auch sichere Fußwege, Sonderparkplätze für Eltern mit Kindern sowie eine ausreichende Anzahl an Behindertenparkplätzen. Abgewertet würden auch Parkhäuser mit einer Einfahrtshöhe von weniger als 1,90 Meter.
Der ADAC verlangt nun vom Gesetzgeber, die Garagenverordnungen der Länder, die auf jahrzehntealten Regelungen basieren, den heutigen Umständen anzupassen. 2,30 Meter Breite sei heute angesichts immer größerer Autos nicht mehr ausreichend, sagt Testleiter Andreas Pohl. "Wir fordern 2,50 Meter breite Stellplätze. Für Behinderte müssen sie drei Meter breit sein."
Der Bundesverband Parken in Köln setzt sich ebenfalls für eine Anpassung auf 2,50 Meter Breite ein, jedoch für Neubauten. Ansonsten müsse es einen Bestandsschutz geben, sagte Geschäftsführer Gerhard Trost-Heutmekers. Vorhandene Stützpfeiler etwa könnten aus statischen Gründen nicht einfach entfernt werden.
Quelle: dpa
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