30.01.2013, 08:31 Uhr | ots, t-online.de
Auch bei minus 20 Grad darf Winterdiesel den Kraftstofffilter nicht versulzen. Doch in den vergangenenen Jahren blieben tausende Dieselautos bei tiefen Temperaturen liegen. Nun hat der ADAC verschiedene Winterdiesel getestet - mit dem Ergebnis, dass sich Dieselfahrer nicht immer auf die Wintertauglichkeit des Diesels verlassen können.
Laut Laboranalyse und entsprechend dem derzeitigen Prüfverfahren ist beispielsweise der Winterdiesel von Total bis minus 31 Grad Celsius kältetauglich. Doch im ADAC-Test funktioniert derselbe Total-Kraftstoff in einem Opel Insignia schon bei minus 19 Grad nicht mehr. Auch der Aral-Winterdiesel wäre laut Labortest bis minus 26 Grad tauglich. Aber auch hier versulzt der Kraftstoff schon bei minus 19 Grad.
Die Labortests entsprechen also nicht der Realität im Winter. Die beiden getesteten Winterdiesel von Aral und Total hielten nicht einmal die Mindestanforderung von minus 20 Grad ein. Außerdem wurde noch Winterdiesel von Agip (Labor: minus 29) und Shell (Labor: minus 23) geprüft. Diese Produkte waren beim Einsatz im Opel bis minus 22 Grad voll funktionsfähig.
Der ADAC hat Winterdiesel auch in einem VW Golf Diesel 6 geprüft. Laut ADAC zeigte sich der Kompakte in der Frostphase des Vorjahres zuverlässig. Im Gegensatz zum Opel Insignia, der oft liegenblieb. Der Vergleich beider Modelle zeigt: Während der VW bei minus 28 Grad tadellos lief, ging beim Opel mit gleichem Kraftstoff (Shell) schon bei minus 22 Grad nichts mehr. Der Grund liegt in der elektrischen Kraftstofffilterheizung, die beim Opel zu schwach ist.
Autofahrer brauchen eine zuverlässige Angabe der Kältetauglichkeit von Winterdiesel. Die Norm, mit der die Winterfestigkeit von Diesel definiert ist, orientiert sich an einem praxisfremden Laborversuch, der nicht mehr zeitgemäß ist.
Deshalb fordert der ADAC ein genaueres Verfahren zur Bestimmung der Kältetauglichkeit. Zudem müssten die Kraftstoffproduzenten flächendeckend Winterdiesel anbieten, der auch in Fahrzeugen mit einer schwächeren Filterheizung bis mindestens minus 20 Grad funktioniert. Ziehen die Autohersteller mit und bauen effektivere Filterheizungen ein, die eine sichere Betriebsfähigkeit bis mindestens minus 25 Grad gewährleisten, bleibt beim nächsten harten Frost kaum noch ein Dieselfahrzeug liegen.
30.01.2013, 08:31 Uhr | ots, t-online.de
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