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Autosalon Genf 2013: Die Scheußlichen und die Schönen

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Autosalon Genf 2013: Die Scheußlichen und die Schönen

26.03.2013, 17:55 Uhr | mid

Autosalon Genf 2013: Die Scheußlichen und die Schönen. Eher grenzwertig: der Range Rover "Mystére" von Hamann (Quelle: mid)

Eher grenzwertig: der Range Rover "Mystére" von Hamann (Quelle: mid)

Wer zum Autosalon Genf 2013 fährt, interessiert sich in der Regel nicht für den neuesten Kleinwagen oder Kombi mit Hybrid-Antrieb. Hier will man bestaunen, was man sonst nicht zu sehen bekommt: Tuning-Autos, Design-Studien und teure Sondermodelle. Wieder gibt es viel Schönes in Genf zu sehen, aber auch einige Grenzfälle - manchmal zu grotesk teuren Preisen.

Ganz und gar nicht auf Schönheit, sondern ausschließlich auf schrillen Auftritt getrimmt ist etwa der Range Rover "Mystére" des Veredlers Haman. In knalligem Violett gehüllt, taugt das britische Edel-SUV eher dazu, den Kunden die Lust auf Tuning ganz zu verderben.

350 km/h schneller "Spania GTA" ohne Preisangabe

Auch bei manchen Kleinserien-Herstellern scheint Realitätssinn wenig gefragt. In limitierter Stückzahl und ohne Preisangabe bietet etwa der Hersteller "Spania" aus Spanien einen Sportwagen namens "GTA" zum Kauf an. Der Kunde bekommt eine Mittelmotor-Flunder aus Karbon, Titan und Kevlar, die ein V10-Motor mit 8,3 Liter Hubraum und 820 PS Leistung auf 350 km/h beschleunigen soll. Dreht sich der Trend im Traumwagen-Segment allmählich ins Bizarre, Überspannte und Abgehobene?

Lamborghini Veneno: Teuer und hässlich

Das vielleicht grellste Beispiel dafür bietet Lamborghini. Kantige Linien kennzeichnet die Sportwagen von Italiens größtem Traktoren-Hersteller schon seit dem Klassiker Lamborghini Espada. Schließlich sollten sich die Renner auch im optischen Grundkonzept von der Ferrari- und Porsche-Konkurrenz unterscheiden. Meistens hat Lamborghini den Spagat zwischen brachialem Design und Eleganz genial gehalten - zuletzt beim Aventador. Aber wohl kaum beim Lamborghini Veneno. Seine Form mit Ecken, Kanten, Spitzen und Spoilern erinnert allenfalls an Panzerechsen aus der frühen Kreidezeit. Die Form des Veneno ist der beste Trost für diejenigen, die sich dieses Auto nicht leisten können.

Ist der LaFerrari wirklich schön?

Das gilt auch für Konkurrent Ferrari. Jahrzehntelang bestimmte Leistung und formale Schönheit im perfekten Gleichklang den Auftritt der Italiener. Die Leistung aber steigt exzessiv und die Formensprache leidet unter allerlei Flügeln, Diffusoren und Öffnungen. Zwei Tage lang ist der Enzo-Nachfolger LaFerrari von Neugierigen derart umlagert, dass allenfalls für Sekundenbruchteile Blicke auf rotlackierte Details möglich sind. Diese Kreation hat formale Ästhetik auf dem Altar welt- und alltagsfremder Leistungen jenseits der 900 PS geopfert. Die 399 Auserwählten für die begrenzte Auto-Serie hat Ferrari bereits gefunden und jedem rund 1,2 Millionen Euro abgeknöpft. Aber als Traumauto auch in Sachen Schönheit taugt der LaFerrari nur mit Einschränkungen.

Traumauto aus Japan: Lexus LF-LC

Doch bei näherem Hinsehen gibt es auch Lichtblicke. Bei Lexus drehte sich beispielsweise die erstmals in Detroit gezeigte Studie eines sportlichen Coupés namens LF-LC, lackiert in einem leuchtenden dunklen Blau. Der Zweitürer auf der technischen Plattform des neuen Lexus GS ist ohne Wenn und Aber der schönste je kreierte Lexus. Den Japanern gelang das Kunststück, eine schnörkellose Form für ein sportlich-elegantes Coupé in der Tradition der großen Gran Turismo zu finden, und das ganz ohne Retrodesign. Von einem solchen Auto lässt sich trefflich träumen, verbunden mit der Hoffnung, dass der Weg zur Serie programmiert ist.

Ästhetischer Genuss bei Corvette, Porsche und Spyker

Eine Wohltat fürs Auge und preislich nicht völlig abgehoben ist auch die neue offene Corvette mit ihrem reiz- und lustvoll bollernden 6,2-Liter V8, der 450 PS mobilisiert. Gleiches gilt für den Porsche 911 GT3, der 475 PS mit einem heiser kreischenden, frei drehenden Sechszylinder-Boxer mobilisiert. Und dem holländischen Kleinserienhersteller Spyker wäre sehr zu wünschen, dass der B6 Venator Concept nicht nur eine Studie bleibt. Einen so eleganten und liebevoll gearbeiteten Prototypen hat man schon lange nicht mehr zu Gesicht bekommen.

Wunderschön: restaurierte Pagode von Brabus

Bei Brabus aus Bottrop findet sich schließlich einer der heimlichen Autostars, den 99 von 100 Fachbesuchern sofort eingepackt und mitgenommen hätten. Ein Mercedes 280 SL "Pagode" aus den späten Sechzigern. Brabus entwickelt den Geschäftszweig Restaurierung mit großem Elan und Erfolg weiter. Wenn es keine schönen neuen Autos für die Reichen mit Geschmack gibt, dann harren automobile Schönheiten vergangener Dekaden auf den Kuss der Könner, um zu neuem Leben zu erwachen. Das hat bei perfekter Ausführung auch seinen satten sechsstelligen Preis. Und somit stimmen die tradierten Werte der Traumautos wieder.

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