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Restwert: Das ist Ihr Gebrauchtwagen noch wert

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Ratgeber Restwert: Das ist Ihr Gebrauchter noch wert

26.03.2013, 12:43 Uhr | Stefan Weißenborn, dpa-tmn

Restwert: Das ist Ihr Gebrauchtwagen noch wert. Restwert: So berechnet sich der Wertverlust beim Gebrauchtwagen (Quelle: imago\Steinach)

Restwert: So berechnet sich der Wertverlust beim Gebrauchtwagen (Quelle: Steinach/imago)

Was ist ein Gebrauchtwagen noch wert? Der Restwert wird anhand verschiedener Faktoren berechnet: Alter, Laufleistung oder Image. Wir erklären, worauf Sie beim Kauf oder Verkauf eines gebrauchten Autos achten sollten.

Gebrauchtwagen: Wie groß ist der Wertverlust?

Beim Restwert von Autos gibt es entgegengesetzte Interessen - es kommt auf den Blickwinkel an: Käufer eines Gebrauchten freut es, wenn Fahrzeuge nach ihrer Erstzulassung rapide an Wert verlieren und fast neuwertig zu Schnäppchenpreisen angeboten werden. Neuwagenkunden hingegen, die ihr Fahrzeug nach wenigen Jahren wieder veräußern wollen, trifft dieser Wertverlust hart. Für Second-Hand-Kunden stellt sich die Frage, wann die Zeit für die möglichst kostengünstige Anschaffung des Wunschautos reif ist. Und Neuwagenkunden sollten gut überlegen, wie lange sie ihr Auto fahren, um trotz sinkenden Restwerts möglichst viel davon zu haben.

Restwert sinkt bei neuen Autos schneller

"Geld machen Sie immer kaputt", stellt Roland Stach vom Branchendienst Eurotax-Schwacke klar. Weniger salopp erklärt Siegfried Trede das Grundsätzliche: "Das Auto ist ein technisches Produkt, dessen Restlebensdauer mit seinem Gebrauch sinkt - damit sinkt auch sein Restwert." Und der Leiter der Fahrzeugbewertung bei der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) ergänzt, dass der Preisverfall nicht konstant verläuft: "Im ersten Jahr eines Autolebens ist der Wertverlust überdurchschnittlich hoch, in den Folgejahren bleibt er in Prozent gesehen relativ gleich."

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Wer also keinen Wert darauf legt, ein Auto fabrikneu in Empfang zu nehmen, ist gut beraten, es nahezu neuwertig aus zweiter Hand zu kaufen - zum Beispiel einen Vorführwagen eines Händlers. Zu beachten ist laut dem ADAC dabei, dass mit dem Datum der Erstzulassung Fristen zu laufen beginnen - etwa die Garantiefrist, die Frist zur Neuwertentschädigung bei der Vollkaskoversicherung oder die Frist für die Kfz-Hauptuntersuchung.

Je älter, desto günstiger

Je länger die Zulassung eines Autos zurückliegt, desto höher sollte der Preisnachlass bei jungen Gebrauchten daher ausfallen. Und manchmal kommt das Marktgesetz von Angebot von Nachfrage besonders zum Tragen: "Es gibt ein Überangebot von ein bis dreijährigen Fahrzeugen aus Mietwagenflotten und Leasingrückläufern", weiß Stach. Dies drücke den Preis auf dem Markt zusätzlich.

Viele Faktoren beeinflussen den Preis

Thomas Schuster von der Prüforganisation KÜS nennt weitere Faktoren, die den Restwert beeinflussen: Marken-Image, Modell, Fahrzeugsegment oder auch ein absehbarer Generationswechsel wirkten sich ebenfalls auf die Wertstabilität eines Auto aus. "Einer der größten Faktoren ist aber die Kilometerleistung", betont der Gebrauchtwagen-Fachmann.

Kilometerleistung entscheidend

So ergab eine Stichprobe auf einer Internet-Handelsplattform: Ein Golf VI TSI mit 122 PS von Mitte 2011 wird bei knapp 80.000 Kilometern auf dem Tacho mit 11.600 Euro angeboten. Für einen vergleichbaren und sogar drei Monate älteren Golf mit nur gut 20.000 Kilometern Laufleistung werden in der Stichprobe 3200 Euro mehr verlangt. Und es gibt eine magische Grenze: "Ist ein Auto weniger als 100.000 Kilometer gelaufen, kann man dafür noch einen weit besseren Preis erzielen als für eines, das über dieser Marke liegt, selbst wenn es jünger ist", sagt Schwacke-Mitarbeiter Stach.

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Garagenautos stehen höher im Kurs

Nicht vergessen werden dürfen der Pflegezustand und die Ausstattung eines Wagens. "Ist ein Fahrzeug gut gewartet und parkt immer in der Garage, altert es relativ wenig. Steht es immer draußen und wird wenig gepflegt, dann sinkt der Restwert schneller", erklärt KÜS-Mitarbeiter Schuster. Auch wenn der Vorbesitzer Hunde im Auto hatte oder darin geraucht wurde, wirke sich das negativ aus.

Pflege ist nicht bei allen Autos gleich wichtig

Wie viel solche Faktoren ausmachen, hänge wiederum vom Fahrzeugsegment ab: "Bei Porsche spielt der Pflegezustand eine größere Rolle als bei einem Fiat Punto oder einem Lieferwagen", sagt Schuster. In punkto Ausstattung verkaufe sich ein Auto ab der oberen Mittelklasse aufwärts zum Beispiel ohne Navi oder Klimaautomatik schlechter als mit, ergänzt Roland Stach.

Kleinwagen haben den geringsten Wertverlust

Nach Segmenten betrachtet haben kleine Autos laut einer DAT-Analyse von Händlerdaten aus dem Zeitraum Januar 2012 bis Februar 2013 den geringsten Wertverlust. Demnach sind drei Jahre alte Kleinwagen mit 45.000 Kilometern auf dem Tacho im besten Fall noch knapp zwei Drittel (60 Prozent) ihres ehemaligen Neupreises wert. Auf der anderen Seite stehen Oberklasse-Pkw, die nach drei Jahren und 75 000 Kilometern teils nur noch für knapp 45 Prozent ihres ursprünglichen Listenpreises gehandelt werden. Dazwischen liegen nach DAT-Erkenntnissen die Segmente SUV mit der zweitbesten Wertstabilität, untere Mittelklasse, Minicars, Mittelklasse, obere Mittelklasse, Vans und Oberklasse.

Noch vor Garantieende verkaufen

Doch längst nicht jeder nimmt vor dem Neuwagenkauf einen Rechenschieber zur Hand. "Nach wie vor ist es vielen wichtig, ein Auto als Neuwagen individuell zu konfigurieren", sagt Stach. Um in Anbetracht des Werteverfalls möglichst viel Nutzen aus ihrem Fahrzeug zu ziehen, könne es mit Blick auf einen späteren Wiederverkauf sinnvoll sein, die Garantie nicht ganz ablaufen zu lassen. "Sie ist durchaus ein Verkaufsargument für den späteren Gebrauchten."

Ein werdender Klassiker steigt im Preis

Glück haben Käufer, die bewusst oder unbewusst zu einem werdenden Autoklassiker gegriffen haben. Normalerweise sind Autos ab einem Alter von rund 15 Jahren nur noch ihr Material wert - falls überhaupt. "Es gibt aber Ausnahmen, bei denen der Preis schon nach weniger als zehn Jahren wieder nach oben geht - einen guten Pflegezustand vorausgesetzt", sagt Stach. Zum Beispiel seien die Preise gebrauchter Porsche 911 mit Luftkühlung stark gestiegen, als absehbar war, dass bei dem Modell auf Wasserkühlung umgestellt wurde. Und DAT-Experte Trede nennt einen weiteren Kandidaten: "Der BMW Z8 ging nach etwa acht Jahren schon wieder hoch."

 
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