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Sprachbedienung im Auto: Warum die Technik nicht optimal funktioniert

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Teils umständliche Systeme  

Warum Sprachbedienung noch nicht optimal funktioniert

26.10.2015, 09:06 Uhr | Benjamin Wünsch, dpa-tmn

Sprachbedienung im Auto: Warum die Technik nicht optimal funktioniert. Mit dem Auto zu reden kann den Fahrer auch ablenken. (Quelle: AP/dpa)

Mit dem Auto zu reden kann den Fahrer auch ablenken. (Quelle: AP/dpa)

Daran besteht wohl kein Zweifel: In Zukunft werden Autos den Fahrer elektronisch noch viel mehr unterstützen als bislang. Das kann allerdings auch gefährlich werden.

Sprachsteuerung kann ablenken

Die Grundidee ist gut: Wenn sich Radio und Telefon im Auto über Sprachbefehle bedienen lassen, bleiben die Hände immer schön am Steuer. Das Problem ist allerdings der Kopf: Bis zu 27 Sekunden dauert es, bis die Gedanken anschließend wieder ganz auf das Autofahren konzentriert sind. Das geht aus zwei neuen US-Studien hervor.

Schon bei einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde legt der Wagen im Laufe dieser Zeit etwa 300 Meter zurück. Von einer sicheren Alternative zur manuellen Bedienung kann daher kaum die Rede sein.

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Für die Studie des Automobilclubs AAA wurden die aktuellen Infotainment-Systeme von mehreren Herstellern getestet. Die beauftragten Wissenschaftler der Universität Utah stellten dabei zwar durchaus Unterschiede fest. Doch eines hatten alle Modelle gemeinsam: Sie lenken in gefährlicher Weise ab.

Auch durch Übung wird es nicht besser. Die AAA-Stiftung für Verkehrssicherheit rät daher zu äußerster Vorsicht im Umgang mit der vermeintlich sicheren Technik.

Systeme auf US-Markt getestet

Verglichen wurden auf dem nordamerikanischen Markt in diesem Jahr verfügbare Systeme. Als am wenigsten ablenkend habe sich die Bordelektronik im Chevrolet Equinox, im Buick Lacrosse und im Toyota 4Runner erwiesen, heißt es in der Studie. Hier sei die Bedienung einigermaßen intuitiv und die Sprachkommandos würden außerdem besser verstanden als bei den anderen. Die Systeme in den Automodellen Ford Taurus, Chevrolet Malibu, VW Passat, Nissan Altima, Chrysler 200 und Hyundai Sonata schnitten bei den Tests schlechter ab.

Besonders negativ fiel die Elektronik im Mazda 6 auf. Nach Einschätzung der Forscher ist die Bedienung hier umständlich und die Spracherkennung recht mäßig. Aufgrund eines mehrstufigen Verfahrens dauere es oft sehr lange, einzelne Vorgänge abzuschließen.

Umständliche Bedienung

Um etwa einen Radiosender auszuwählen, müsse der Nutzer das Wort "Frequenz" aussprechen und dann die entsprechende Nummer nennen. Auf Anfrage teilte Mazda mit, dass bereits in der 2016er Version des Fahrzeugs sowie in anderen Modellen des Unternehmens ein verbessertes und weniger ablenkungsträchtiges System zum Einsatz kommen werde.

Insgesamt 257 Testpersonen nahmen im Rahmen der Studie für jeweils fünf Tage einen Wagen mit nach Hause. Wie sich zeigte, lief die Bedienung bei den Vorgängen, die schon zu Beginn Probleme bereiteten, auch am Ende der Zeit nicht reibungslos. Auf allmähliche Routine als Lösung kann daher nicht gesetzt werden.

Die Phase der Ablenkung habe bei allen Systemen mindestens 15 Sekunden gedauert, schreiben die Autoren. Ältere Testpersonen hätten meist besonders lange gebraucht, bis sie wieder ganz bei der Sache gewesen seien. Gemessen wurde die Aufmerksamkeit über die Reaktion der Probanden auf ein Blinklicht.

Google Now schlägt Apples Siri

In der zweiten Studie wurde die Ablenkung durch das Verwenden von Mobiltelefonen mit Sprachsteuerung getestet. Dabei wurde das Verhalten von insgesamt 65 Autofahrern ausgewertet. Nach Angaben der Wissenschaftler erwies sich in diesem Fall das System Google Now als intuitiver, und damit weniger ablenkend, als Siri von Apple und Cortana von Microsoft.

Die Bedienung von Geräten über Sprachkommandos sei bislang oft sehr starr, sagt der Psychologe Joel Cooper, der zu den Autoren der beiden Studien zählt. Autofahrer müssten oft ganz spezielle Begriffe nutzen um bestimmte Aktionen auszulösen. Und selbst wenn sie die korrekten Begriffe wählten, würden sie nicht immer vom Computer verstanden.

"Sie sind einfach noch nicht gut genug"

Dann wiederum seien sie abgelenkt, weil sie darüber nachdenken würden, was genau das Problem sei. "Sie sind einfach noch nicht gut genug", sagt Cooper im Hinblick auf die technischen Systeme. "Sie werden als sichere Alternative angepriesen, aber oft funktionieren sie einfach nicht wie eigentlich gedacht."

Die aktuellen Studien hätten sich ausschließlich mit der Nutzung der sprachgesteuerten Systeme befasst, betont Cooper. Im Rahmen künftiger Untersuchungen für die AAA sei aber geplant, auch einen direkten Vergleich dieser Systeme mit traditionellen Infotainment-Anlagen vorzunehmen - mit solchen Anlagen also, bei denen der Autofahrer mit den Händen auf Knöpfe drücken und dabei auch den Blick weg von der Straße wenden müsse.

Aufmerksamkeit lange beeinträchtigt

Alle Autofahrer forderte die Organisation auf, im Umgang mit sprachgesteuerten Systemen äußerst vorsichtig zu sein - und zwar auch dann, wenn das Auto etwa an einer Kreuzung zum Stehen gekommen sei.

"Es ist nämlich so, dass eine geistige Ablenkung länger bestehen bleibt. Sie kann die Aufmerksamkeit des Fahrers weiter beeinflussen, auch nachdem die Ampel wieder auf Grün umgesprungen ist".

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