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Der Druck auf Tesla wächst

10.12.2015, 07:41 Uhr | dpa

Der Druck auf Tesla wächst. Tesla Model X ist das erste Elektro-SUV (Quelle: dpa)

Tesla Model X ist das erste Elektro-SUV (Quelle: dpa)

Der Elektroauto-Spezialist Tesla und sein milliardenschwerer Chef Elon Musk sind die Popstars der Autobranche. Sie gelten als Pioniere in einem Segment, das noch von hohen Verlusten geprägt ist. Trotzdem drängen immer mehr Konkurrenten ins Geschäft. Ob man mit Elektroautos irgendwann Geld verdienen kann, steht noch in den Sternen.

Tesla hat insgesamt gerade einmal 100.000 Fahrzeuge verkauft und wird trotzdem den etablierten Autokonzernen als zukunftsweisendes Vorbild vorgehalten. Das mag zum Teil dem charismatischen Auftreten Musks geschuldet sein.

Tesla: Hightech und teuer

Aber die Tesla-Modelle sind auch keine gewöhnlichen Autos. 17-Zoll-Touchscreen, ständig mit dem Internet verbunden und neue Funktionen per Software-Update anstatt aus der Werkstatt zeigen, was auch die Besitzer anderer Fahrzeuge in Zukunft erwarten könnte. Und natürlich spielt der hohe Preis von über 80.000 Euro für das Model S auch eine Rolle.

Milliardär Musk versteht es, die Liebe zum Detail zu zelebrieren, und dabei als Perfektionist rüberzukommen, der nicht auf den Dollar schaut. Beim neuen Tesla-SUV Model X, erst dem zweiten Modell aus eigener Entwicklung, sorgten die ungewöhnlichen hinteren Flügeltüren sowie die Rücksitze für Probleme und brachten den Zeitplan durcheinander.

Die Lösung? Inzwischen produziere Tesla die Sitze weitgehend selbst, statt dies Zulieferern zu überlassen, sagte Musk zur Vorlage der jüngsten Quartalszahlen. "Wir glauben, dass Unternehmen Werte schaffen, indem sie schwierige Sachen machen."

Milliardenwette auf Elektromobilität

Hinter solchen Episoden, aus denen man Legenden stricken kann, steht aber die alles entscheidende Frage: Geht die Milliardenwette von Musk auf Elektromobilität und das Auto als eine Art rollendes Smartphone auf? Oder ist der 44-Jährige, der mit seiner Firma SpaceX auch Raketen ins All schießt, gerade dabei, sich ganz groß zu verrennen?

Musk zeigt sich siegessicher. Am Ende werden "alle Autos elektrisch sein", verkündete er Anfang des Jahres. Unter Analysten und Investoren gibt es Zweifel. Die Aktie fiel nach Höhepunkten über 280 Dollar im Sommer wieder auf gut 220 Dollar zurück, so ziemlich genau den Stand zu Beginn des Jahres. Der Marktwert liegt dabei immer noch bei gut 29 Milliarden Dollar. Im Herbst verwies ein Analyst der Bank Morgan Stanley darauf, dass Tesla nur ein Nischenplayer mit teuren Autos für über 70.000 Dollar oder Euro sei und der Verkauf von Elektroautos weltweit schwächele.

Sinkende Ölpreise stärken Benzinmotoren

Zur Marktlage tragen auch die sinkenden Ölpreise bei, die für Verbraucher und Unternehmen einen Umstieg vom Verbrennungsmotor auf Elektroantrieb weniger dringlich machen. Gerade eben fiel der Preis für ein Barrel Erdöl zum ersten Mal seit 2009 unter die Marke von 40 Dollar. Viele Beobachter rechnen damit, dass Öl auch 2016 günstig bleiben könnte.

Hinzu kommt, dass Elektroautos noch längere Zeit teurer als herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor sein dürften. Das liegt vor allem am hohen Preis der Batterien. Der Chef des Autozulieferers Continental, Elmar Degenhart, betont, Batterietechnik sei der Schlüssel. "Wir kommen von Preisen bei 1000 Euro pro Kilowattstunde, momentan sind es etwa 250 Euro." Interessant werde es, wenn die Marke von 100 Euro pro Kilowattstunde unterschritten sei: "Dann wird ein Elektrofahrzeug möglich, das über fünf Jahre gerechnet geringere Betriebs- und Wartungskosten hat als ein Benziner oder ein Diesel, auch wenn es vom Preis her immer noch teurer ist."

Citroen und VW drängen auf den Markt

Trotz aller Zweifel kündigen immer mehr etablierte Autobauer Elektrofahrzeuge an. So stellte allein in den vergangenen Tagen Citroen eine strombetriebene Neuauflage des Freizeitmobils Mehari in Aussicht und VW kündigte die Präsentation eines Elektrofahrzeugs auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas Anfang Januar an.

Zugleich sind Elektro-Autos teilweise technisch weniger komplex als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren, was die Eintrittshürde tiefer setzt. Jede Menge neuer Player drängen in das Geschäft.

Besondere Aufmerksamkeit bekommen die Gerüchte über die Entwicklung eines Elektroautos bei Apple. Und dann gibt es noch den wohl mit chinesischem Geld finanzierten Hersteller Faraday Future, der gerade den Bau einer Fabrik im Norden von Las Vegas für eine Milliarde Dollar ankündigte.

Tesla-Kommunikationschef Ricardo Reyes gibt sich angesichts der zunehmenden Konkurrenz gelassen. "Wir haben einen gemeinsamen Gegner – den Verbrennungsmotor." Und da gebe es noch viele Marktanteile zu holen.

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