13.06.2012, 14:18 Uhr | dapd
Reifenschnitzer wie Josef Lachnitt stellen bei Continental per Hand Prototypen und kleine Kunstwerke her. Er und seine zwölf Kollegen schnitzen jährlich in mühevoller Handarbeit in etwa 1000 Reifen ein Profil. Und das nur, damit Testfahrer die Gummischlappen anschließend wieder kaputt fahren. In manchen Reifen stecken bis zu 300 Stunden Arbeit.
Was Lachnitt und seine Kollegen machen, braucht jahrelange Übung. Erst dann gleitet das Messer leicht durch den Reifenrohling. "Man muss genau die Linie treffen", erklärt der Vorarbeiter. Und das ist gar nicht so leicht, schließlich ist jedes Profil anders. In Winterreifen lassen sich etwa auch Löcher wiederfinden, Sommerreifen haben ein viel weniger aufwendiges Profil. Es gibt Zacken, Ecken, Rundungen. In der Fachsprache heißt so etwas "Pirelli-Ecke" oder "Bienenwabe".
Meist schnitzen die Männer Prototypen, die nicht mit Maschinen hergestellt werden können. Ingenieure haben die Profile vorher am Computer entworfen. Die 13 Reifenschnitzer erhalten dann eine Schablone, reinigen den Glattreifen und zeichnen die Schablone mit einem Silberstift auf. Erst danach werden die Messer gezückt. Die stellen die Reifenschnitzer selbst her. "Mit normalen Messern könnten wir nur langweilige Rillen erstellen", sagt Lachnitt.
Bevor die selbst gebogenen Werkzeuge an dem eigentlichen Reifen zum Einsatz kommen, werden sie an einem Musterreifen getestet. Schließlich darf kein Schnitt daneben gehen. "Manchmal gibt es so komplizierte Schnitte, da krabbeln wir auf dem Boden", sagt der 55-jährige Vorarbeiter. Die Männer schnitzen dennoch auf zwei Zehntel Millimeter genau. "Je länger jemand dabei ist, desto geschickter ist er", sagt Lachnitt. Fünf Prozent der Reifen sind dennoch Ausschuss, weil mal was daneben geht.
Für einen Sommerreifen brauchen Lachnitt und seine Kollegen etwa sechs Stunden auf. Ein Winterreifen dauert bis zu 40 Stunden. Doch für die Ewigkeit ist ihre Arbeit selten. Nur wenige Reifenprofile bewähren sich bei Testfahrten und werden anschließend von Maschinen in Serie hergestellt. Umso mehr freuen sich die Reifenschnitzer, wenn sie eines ihrer Profile später auf der Straße wiedererkennen.
Neben den Protoypen schnitzen die Männer in Hannover-Stöcken auch sogenannte Showreifen. In einen Reifen mit farbigem Drachenmotiv hat Lachnitt dreihundert Stunden Arbeit gesteckt. Auch für Messen müssen die Reifenschnitzer immer wieder Sonderanfertigungen herstellen. Eine Arbeit, die den Mitarbeitern am meisten Spaß macht, weil sie auch mal "kreativ sein können", erklärt Gruppenleiter Rainer Hahn.
Reifenschnitzer ist kein Lehrberuf. "Für uns ist das Talent entscheidend", sagt Hahn. Die Männer kommen aus ganz unterschiedlichen handwerklichen Berufen, einer von ihnen hat etwa eine Konditor-Ausbildung. Neue Leute werden einfach ein paar Wochen getestet. "Dann sieht man schon recht schnell, wie jemand an die Arbeit rangeht", sagt Lachnitt. Entscheidend seien vor allem handwerkliches Geschick und gute Augen - und natürlich: viel Geduld.
13.06.2012, 14:18 Uhr | dapd
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