Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Fahrberichte >

Volkswagen: Golf GT mit neuer Motortechnik

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Volkswagen  

Golf GT mit neuer Motortechnik

08.09.2005, 18:56 Uhr | Spiegel Online, mid, t-online.de

Wenig Hubraum, viel Leistung - Neue Motorentechnik im Golf GT (Foto: VW)Wenig Hubraum, viel Leistung - Neue Motorentechnik im Golf GT (Foto: VW) Beim Autoquartett wird man sich umstellen müssen. Große Hubräume stehen bald nicht mehr für potente Autos. VW bringt jetzt einen 1,4-Liter-Hightech-Motor mit 170 PS. Der macht Spaß und spart dabei noch Sprit. "Diesotto" - so hat Mercedes-Entwicklungsvorstand Thomas Weber mal jene Zukunftsmotoren genannt, die die Vorzüge von Benzinern (sauberes Abgas, leiser Lauf) mit denen der Dieselmotoren (viel Kraft, wenig Verbrauch) vereinen. Hermann Middendorf schmunzelt über Webers Wort, will es aber nicht kommentieren. Muss er auch nicht. Der VW-Ingenieur hat den ersten "Diesotto" für die Gegenwart gebaut.

Foto-Show Der neue Golf R32
Bis zu 258 PS - Die GTI-Jäger kommen
Aktuelle Meldungen Die Auto-Info-Show

Hohe Leistung, niedriger Verbrauch
1,4 Liter Hubraum, 170 PS, 220 km/h Höchstgeschwindigkeit und ein Durchschnittsverbrauch von 7,2 Liter je 100 Kilometer - das sind die beeindruckenden Daten des neuartigen TSI-Motors. Sein Name kombiniert die Kürzel T für Turbo und FSI, was bei VW für Benzindirekteinspritzung steht. Dass man bei TSI auch an TDI, die kräftigen Diesel des Konzerns, denken muss, ist ein gewünschter Nebeneffekt. Denn wer den Motor fährt, der ab Januar 2006 im neuen Golf-Modell "GT" angeboten wird, merkt es sofort: Hier hat man einen Benziner, der den Fahrer die versprochenen PS auch spüren lässt. Von Anfang an erfüllt der TSI-Motor jeden "Zugkraftwunsch", wie Middendorf es ausdrückt, spontan und willig. Und im Gegensatz zu einem Diesel dreht er dabei auch noch munter hoch bis zu 7000 Touren.



GT überzeugt im Vergleich
Bei einer Vergleichsfahrt auf dem VW-Prüfgelände im niedersächsischen Ehra-Lessien standen der neue Golf GT mit dem TSI-Motor und ein bekannter 2,0-Liter-FSI (150 PS) ohne Aufladung zur Verfügung. Trotz des deutlich größeren Hubraums war der FSI in allen Belangen unterlegen: Der TSI hing besser am Gas, drehte williger hoch und lief bei gleicher Drehzahl schneller. Am Ende des anspruchsvollen, sehr kurvigen und 15 Kilometer langen Handlingkurses zeigte der Bordcomputer zudem einen TSI-Sieg in der Verbrauchswertung an: 9,0 zu 9,5 Litern je 100 Kilometer.

Turbo ohne D-Zug-Zuschlag
Auf den ersten Blick nicht weltbewegend, aber fünf Prozent Minderverbrauch bei deutlich höheren Fahrleistungen muss man erst einmal schaffen. VW-Ingenieur Middendorf: "Oft fahren Sie einen Turbo ja mit D-Zug-Zuschlag." Den habe man beim TSI vermeiden können. Auch VW-eigene Testzyklen ergeben "mit neutralen Fahrern eine Ersparnis zwischen fünf und zehn Prozent".

Aktuelle Meldungen Die Auto-Info-Show

Deutlicher Abstand
Nächste Testfahrt: Beide Wagen werden jetzt alles andere als neutral bewegt, sondern richtig um den Kurs gehetzt - mit häufigem Zurückschalten und weitem Ausdrehen der Gänge. Nun zeigt der FSI einen Verbrauch von 14,5 Litern je 100 Kilometer an, der TSI ist mit 12,5 Litern zufrieden - ein Abstand von nahezu 14 Prozent. Auch die Unterschiede in den Fahrleistungen sind noch deutlicher geworden.

Günstiger Verbrauch ist wichtig
"Insbesondere dem deutschen Kunden ist der günstige Verbrauch bei hohen Geschwindigkeiten wichtig", sagt Hermann Middendorf. Nun sind 12,5 Liter nicht wirklich günstig, aber weitere Zahlen sollen das Potenzial des TSI-Prinzips verdeutlichen: Ein unter vergleichbaren Bedingungen getesteter Mini Cooper S mit 1,6-Liter-Kompressormotor und 170 PS zeigte am Ende einen Durchschnittswert von 18,6 Litern an - fast 50 Prozent mehr als der Golf GT mit TSI-Motor. Und der Normverbrauch des Opel Astra Turbo mit ebenfalls 170 PS liegt bei 9,0 Litern je 100 Kilometer. Er schluckt damit 1,8 Liter oder 25 Prozent mehr als der Golf GT.

Der Golf V  (Foto: VW)Der Golf V (Foto: VW) Kein "Turboloch"
Das Effizienz-Geheimnis bei VW ist eine doppelte Aufladung des Motors: Neben dem Abgasturbolader arbeitet auch ein Kompressor daran, Frischluft zu verdichten und zur Leistungssteigerung in den Brennraum zu drücken. Da der Kompressor über Riemen direkt vom Motor angetrieben wird, steht sein Zusatzdruck ab Leerlaufdrehzahl zur Verfügung. So vermeidet VW beim TSI das ungeliebte "Turboloch", die Lustlosigkeit, von der bei niedrigen Drehzahlen alle Turbomotoren befallen sind. Bis zu einer Drehzahl von 2000 Touren läuft der Kompressor alleine, danach hilft der Turbolader mit und übernimmt oberhalb von 3500 Umdrehungen die Aufladearbeit allein. Diese Arbeitsteilung dämpft gleichzeitig den zentralen Nachteil des Kompressors. Da er vom Motor angetrieben wird, kostet er auch Leistung. Beim TSI sind es aber laut Hermann Middendorf nur viereinhalb PS, weil der Kompressor eben nicht ständig angetrieben wird.

Souveräne Leistung
Was der Fahrer am Ende spürt, ist ein maximales Drehmoment von 240 Newtonmetern, das zwischen 1750 und 4500 Umdrehungen konstant anliegt und das TSI-Fahren so souverän gestaltet. Da kann der 2,0-Liter-FSI-Motor nicht mithalten: 200 Nm bei 3500 Umdrehungen pro Minute sind nicht wirklich schwach. Aber es gibt keine einzige Fahrleistungsdisziplin, die der größere Motor für sich entscheidet.

Technik für Kleinwagen noch zu teuer
Am Ende bleibt die Frage, ob es einen sparsamen Golf-Benziner denn nicht auch mit weniger als 170 PS geben sollte. Das wird so kommen, heißt es bei VW. Für April 2006 ist eine 140-PS-Variante fest geplant, zunächst für den Touran und verbunden mit dem Direktschaltgetriebe. Auch eine 110-PS-Version sei darüber hinaus denkbar. Den Einsatz in kleineren VW-Modellen sieht Ingenieur Middendorf so bald nicht, da die neue Technik für Kleinwagen noch recht teuer sei. Allerdings ist der neue Motor "preiswerter als ein Diesel und auch als der 2,0-Liter-FSI - wegen der dort kostspieligeren Abgasnachbehandlung. Am spannendsten aber ist die Spekulation über den Einsatz der druckvollen TSI-Technik in größeren Autos. Wer das bei VW anspricht, hört ausweichende Antworten oder auch die Gegenfrage: "Würden Sie einen Passat mit 1,4-Liter-Motor kaufen?" Warum nicht - aber nur, wenn sich auch die Jungs beim Autoquartett umstellen können.


Foto-Show Das neue VW Cabrio
Foto-Show VW Golf Plus

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 


Anzeige
shopping-portal