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Testbericht: Jaguar XJ Diesel - Große Stille im Teesalon

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Test: Jaguar XJ Diesel  

Große Stille im Teesalon

15.07.2005, 13:36 Uhr | Tom Grünweg/Spiegel-Online

Der Jaguar XJ (Foto: Jaguar)Der Jaguar XJ (Foto: Jaguar) Die Katze und der Diesel - das passte lange gar nicht zusammen. Doch auch Jaguar muss dem Trend Tribut zollen, heute wird jeder zweite X- und S-Type mit Selbstzünder ausgeliefert. Auch das feine Flaggschiff XJ hat seit 2005 einen Dieselmotor.

XL-Foto-Show Jaguar XJ

Jetzt tankt auch das Flaggschiff Diesel
Die Überholspur auf dem deutschen Automarkt ist fest in der Hand der heimischen Premiummarken, für Importautos ist neben Mercedes, Audi und BMW wenig Platz. Und wer nur Benzin-Motoren unter der Haube zulässt, sieht bald nur noch die Rücklichter der übermächtigen Konkurrenz. Aus dieser Erfahrung hat auch die britische Luxusmarke Jaguar gelernt und rüstet deshalb ihr Flaggschiff XJ jetzt erstmals mit einem Dieselmotor aus. Der XJ6 D kostet mindestens 61.100 Euro und kommt im September auf die Straße.

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Unter der Haube schlägt ein französisches Herz
Bei der Marke mit der Katze ist man sicher, mit dem Edel-Selbstzünder Boden gutzumachen. "Das Segment der Luxuslimousinen hat in den letzten fünf Jahren um fast 30 Prozent nachgelassen", rechnet der deutsche Jaguar-Chef Jeffrey L. Scott vor, "Doch im gleichen Zeitraum ist der Anteil des Dieselmotors von 31 auf 49 Prozent gestiegen. Und für dieses Jahr erwarten wir sogar ein Wachstum auf 56 Prozent." Wer also in der Liga von Mercedes S-Klasse, 7er BMW und Audi A8 punkten will, so die Schlussfolgerung des Geschäftsführers, komme aus diesem Grund an einem Diesel nicht vorbei. "Die Einführung des XJ6 Diesel ist für uns deshalb ein konsequenter Schritt", sagt Scott. Und ein längst überfälliger, denn noch bis vor fünf Jahren war die Vorstellung eines Jaguars mit Diesel in etwa so lebensnah wie die Queen im Fiat Panda.

Foto-Show Jaguar X-Type Estate
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Die Katze schleicht sich auf Samtpfoten auf die linke Spur
Wie auf Samtpfoten (Foto: Jaguar)Wie auf Samtpfoten (Foto: Jaguar) Doch am Dieseltrend führt eben kein Weg vorbei. Und die Briten setzen dabei auf ein Aggregat, das sich bereits bestens bewährt hat. Unter der Haube des Luxusliners arbeitet ein alter Bekannter, der 2,7 Liter große V6-Motor aus der Kooperation von Ford und dem französischen Konzern PSA, der auch bei Land Rover, Peugeot und Citroën zum Einsatz kommt. Allerdings wahren die Briten trotz der bürgerlichen Partner die vornehme Etikette und haben dem Diesel deshalb auch den letzten Rest der rauen Sitten wirkungsvoll abgewöhnt: Bei ersten Testfahrten gibt sich der Twinturbo deshalb ausgesprochen kultiviert und unauffällig. Als würde der Sechszylinder-Diesel nur noch mit dem Gummihammer nageln, ist vom typisch harten Geräusch eines Selbstzünders kaum mehr etwas zu hören. Stattdessen genießt man zumindest im Innenraum die Stille eines englischen Teesalons. Und der serienmäßige Partikelfilter befreit den Motor selbst bei Vollgas von einer verräterischen Rußfahne.

Wie am Gummiband gezogen
Aber der Motor kann sich nicht nur hören, sondern auch fahren lassen: Mit maximal 152 kW/207 PS und bis zu 435 Newtonmeter schnurrt er - fein geregelt von einer gut gestuften Sechsgang-Automatik - wie am Gummiband gezogen nach vorn. Bis die Tachonadel bei 100 steht, vergehen deshalb nur 8,2 Sekunden, und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 222 km/h steht er den Benzinern kaum nach. Außerdem ist er am Ende einer Reise auf jeden Fall die schnellere Alternative. Denn was er auf der Überholspur vielleicht verliert, holt er mit den größeren Etappen zwischen zwei Tankstopps mühelos wieder auf. Schließlich reichen ihm die 85 Liter Dieselvorrat bei einem Normverbrauch von 8,1 Litern für mehr als 1000 Kilometer.

Für den Aufstieg reicht es noch nicht
Im Dieselrennen noch zurück (Foto: Jaguar)Im Dieselrennen noch zurück (Foto: Jaguar) Auch wenn der Motor ausgesprochen gut zum Auto passt und sicherlich die vernünftigste Alternative zu den V6- und V8-Benzinern ist, kann Jaguar damit noch immer nicht in die Riege der deutschen Konkurrenten aufsteigen: Dort verkommen die Sechszylinder bereits zu schmuckem Beiwerk, während die Ingenieure in München, Ingolstadt oder Stuttgart längst um den stärksten V8-Diesel ringen. Doch in diesen Wettbewerb will Jaguar sich offenbar nicht wagen. Deutschland-Chef Scott bemüht als Grund die Statistik: "Im Dieselsegment innerhalb der Luxuslimousinen ist der Sechszylinder mit einem Anteil von 71 Prozent noch immer die beliebteste Motorvariante."

Schnellcheck Jaguar XJ6 D
Einsteigen: ...weil der Diesel wie auf Samtpfoten schnurrt und an der Tankstelle genügsam bleibt.
Aussteigen: ...weil die deutschen Konkurrenten für den Diesel alle zwei Zylinder mehr bieten.
Umsteigen: ... aus dem Lexus LS (den es nur als Benziner gibt) oder aus den deutschen Modellen (wer den britischen Stil bevorzugt).

Große Hoffnungen der Briten
Entsprechend groß sind die Hoffnungen der Briten. Nach eigenen Angaben verkauft Jaguar beim X-Type mehr als 60 und beim S-Type mehr als 70 Prozent als Diesel-Varianten. "Deshalb sollten wir auch im XJ einige Kunden für den Selbstzünder gewinnen können", prognostiziert Scott. Er hofft, dass jeder dritte Käufer des Topmodells sich für einen Diesel entscheidet.

Fahrzeugschein

Hersteller

Jaguar

Typ

XJ

Karosserie

Limousine

Motor

Sechszylinder-Turbodiesel

Hubraum

2.720 ccm

Leistung

152 kW/207 PS

Drehmoment

435 Nm

Von 0 auf 100

8,2 Sekunden

Höchstgeschwindigkeit

222 km/h

Verbrauch (ECE)

8,1 Liter

Kraftstoff

Diesel

Kofferraum

470 Liter

Preis

61.100 Euro


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