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Lotus Elise 111 S: Britische Sport-Queen

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Lotus Elise 111 S: Britische Sport-Queen

10.12.2003, 13:25 Uhr

Lotus Elise 111 S (Foto: dpa)Lotus Elise 111 S (Foto: dpa)An Fahrzeugen wie der Lotus Elise scheiden sich die Geister: Für die einen einfach nur laut und unbequem, ist sie für andere der Spaß-Sportler schlechthin. Für uns war es ein Vergnügen, die Britin einmal außerhalb einer Playstation zu fahren. Das hat die schnelle Elise zu bieten.

Lotus Elise 111 S Technische Daten

Mehr Komfort im aktuellen Modell
Gegenüber ihren Vorgängern wurde die Elise des aktuellen Modelljahres im Detail überarbeitet. Das getestete Modell 111 S bekam elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung, ein Radio sowie ein Soundpaket zur Verringerung der Motorengeräusche im Innenraum. Die größte Hürde vor Fahrtantritt stellt der Einstieg dar. Die extrem niedrige Sitzposition und die hohe Einstiegsschwelle erfordern turnerische Fähigkeiten. Etwas Übung ist nötig, bis man einen eleganten Einstieg drauf hat. Unser Tipp: Den Sitz ganz nach hinten schieben, das rechte Bein zuerst reinbugsieren und den Rest nachrutschen lassen.

Sitzt wie angegossen
Im Sitz angekommen, fühlt man sich schnell integriert. Die Instrumente sind übersichtlich angeordnet und die Bedienelemente gut zu erreichen. Der Vollschalensitz gibt den nötigen Halt und bietet sogar einen Hauch von Luxus: Mit einer Handpumpe lässt er sich im Bereich des unteren Rückens aufpumpen. Dadurch passt sich der Sitz an die Körperform an und ist relativ komfortabel. Eine schwierige Balance müssen Sportautos in punkto Sound halten: Sportlich sollen sie klingen, aber nicht schwerhörig machen. Die Elise schafft diesen Spagat. Das Brummen des Motors lässt auf die Leistungsfähigkeit schließen, verhindert dabei aber nicht die Kommunikation mit dem Beifahrer. Auch von außen hört sich das Auto sportlich, aber nicht aufdringlich an.

160 PS für 806 Kilogramm
Die Fahrwerte der 160 PS starken Elise sprechen für sich: 5,1 Sekunden dauert die Beschleunigung von null auf 100 km/h, in 14 Sekunden sind 160 km/h erreicht. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 211 km/h. Diese Fahrwerte sind aufgrund des geringen Gewichts möglich: In vollgetanktem Zustand bringt der Sportwagen nur 806 Kilogramm auf die Waage. Dadurch ist auch der geringe Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometer erreichbar. Ihr maximales Drehmoment von 175 Newtonmetern erreicht die Elise zwischen 3500 und 4650 Umdrehungen pro Minute. Aber auch außerhalb dieses Bereichs ist eine beachtliche Beschleunigung möglich. So lässt sich bei Autobahnfahrten im fünften Gang zwischen 100 und 200 km/h auch ohne Zurückschalten zügig überholen.

Perfekt abgestimmtes Fahrwerk
Das Fahrwerk der Elise ist nicht nur für Spitzenzeiten auf der Rennstrecke gut. Auch der Fahrspaß auf öffentlichen Straßen ist zu einem guten Stück darauf zurückzuführen. Denn auch hier gelang den Ingenieuren ein Balanceakt: Die Abstimmung ist so straff, dass auch bei starken Lenkbewegungen die Seitenneigung extrem gering ausfällt. Gleichzeitig ist sie aber nicht so hart, dass jede Unebenheit ins Kreuz fährt. Dadurch sind enorme Kurvengeschwindigkeiten relativ entspannt möglich. Der erste Tritt auf die Bremse verursacht bei nicht vorbereiteten Fahrern eventuell ein Schockerlebnis. Betätigt man die Bremse sachte wie bei einem Standard-Auto, rührt sich erst mal gar nichts. Erst mit richtigem Krafteinsatz spürt man die Verzögerung. Der Grund dafür liegt im fehlenden Bremskraftverstärker. Diese Eigenart stammt aus dem Rennsport, hätte aber nicht unbedingt den Weg in den öffentlichen Straßenverkehr finden müssen.

Schwachpunkt Verdeck
Um das Verdeck hat man sich bei Lotus wohl nur widerwillig Gedanken gemacht. Ab einer Geschwindigkeit von 120 km/h hört es sich in geschlossenem Zustand an, als führe man durch einen Sturm. Richtig unangenehm wird es aber erst, wenn Regen dazukommt. Bei unserem Testwagen war in diesem Fall für den Beifahrer Duschen angesagt. Abhilfe könnte hier ein Hardtop schaffen, das allerdings einen Aufpreis von gut 2800 Euro kostet. Elektrisch funktioniert beim Verdeck natürlich nichts. Trotzdem ist es innerhalb weniger Sekunden montiert, beziehungsweise demontiert. Mit vier Hebeln lassen sich die Seitenstreben lösen und mitsamt Stoff entfernen. Die Streben in der Fahrzeugmitte können ebenfalls leicht entfernt werden. Die Bauteile werden anschließend in dem 115 Liter fassenden Kofferraum unter der Heckklappe verstaut.

Fazit: Fahrspaß für Puristen
Um mit der Elise richtig Spaß haben zu können, muss die Straße trocken sein. Denn nur dann kann sie ihren großen Trumpf ausspielen: Das Fahrwerk. Hat man sich einmal an die Grenzen getastet, sind ungeahnte Kurvengeschwindigkeiten möglich. Negativ fällt die Verarbeitungsqualität auf: Für einen Grundpreis von 43.160 Euro gibt es lockere Türverkleidungen, eingerissene Gummimanschetten und ein undichtes Verdeck.


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