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Fahrbericht: Chrysler 300 C - Parkplatz bei Tiffany

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Fahrbericht: Chrysler 300 C - Parkplatz bei Tiffany

10.05.2004, 15:45 Uhr | Jürgen Pander/Spiegel-Online, t-online.de

Chrysler 300 C: unverwechselbares Design (Foto: Chrysler)Chrysler 300 C: unverwechselbares Design (Foto: Chrysler)"Es braucht Mut, so ein Auto zu bauen, und Mut, so ein Auto zu fahren", sagt Chrysler-Chef Hullerum. Der neue Chrysler 300 C ist der Big Mäc unter den Limousinen: Groß und hoch und mit einer Extraportion Chrom - eben ur-amerikanisch.

Foto-Show Chrysler 300C SRT-8
Foto-Show Chrysler Crossfire Roadster
Fahrbericht Crossfire Roadster

"Rebell in Flanell"
So konnte es nicht weitergehen, und Chrysler hat es eingesehen. Nach rund zehn Jahren, in denen die US-Marke auf das so genannte Cab-Forward-Design setzte und den Fahrer schon beinahe auf der Vorderachse platzierte, wird das Grundmuster für die Limousinen des Hauses nun komplett geändert. Ab sofort gelten wieder die klassischen Proportionen, die Wagen wurden auf Heckantrieb umgestellt und bekommen ein unverwechselbares Design. "Rebell in Flanell" reimt der Geschäftsführer von Chrysler Deutschland, Bernd Hullerum, wenn er den neuen 300 C charakterisieren soll, das erste nach diesen Maßstäben entwickelte Modell.

"Pure Präsenz"
Eine Schlüsselrolle bei der Neuerfindung der großen Chrysler-Limousine spielte Ralph Gilles. Der 33-jährige Designdirektor hatte die Anweisung, "die Magie der Chrysler-Modelle aus den fünfziger und sechziger Jahren wiederzubeleben", wie er sagt. Zwischen 1955 und 1965 galten die so genannten Letter-Modelle von Chrysler (C 300, D 300, E 300...) als Inbegriff dramatisch designter Limousinen. "Der neue 300 C", sagt Gilles, "knüpft nach fast 50 Jahren an diese Designlinie an. Wir haben uns darauf konzentriert, die Karosserie so schlicht und elegant wie möglich zu gestalten, keine Spielereien, sondern pure Präsenz."

Perfekter Gangsta-Look
300 C: filigran gestaltete Scheinwerfer (Foto: Chrsyler)300 C: filigran gestaltete Scheinwerfer (Foto: Chrsyler)Um die nötige "Born in the USA"-Note kümmerte sich Gilles' Kollege Mark Hall, ein ehemaliger Schmuckdesigner, der seine Kreativität jetzt in filigran gestalteten Scheinwerfern, geschmeidigen Türgriffen oder verchromten Außenspiegelgehäusen auslebt. Man braucht den Wagen nur in Schwarz zu bestellen, schon hat man einen Fünf-Meter-Schlitten im perfekten Gangsta-Look. Exzentriker werden begeistert sein.

Hemi V8: seidig und souverän
Auch in blasseren Tönen wirkt der 300 C wuchtig wie kein anderes Modell dieser Klasse. Passend zum Äußeren des Wagens hat Chrysler auch einen Motorentyp aus den Sechzigern reaktiviert: den Hemi V8. Der Name leitet sich her von den Halbkugel-förmigen Zylinderköpfen und löst bei Kennern vor allem zwei Assoziationen aus: hohe Leistung und noch höherer Spritverbrauch. Das neue Aggregat, ein 5,7-Liter-V8 mit 340 PS und einem maximalen Drehmoment von 525 Newtonmeter erfüllt die eine Erwartung voll und ganz. Die Maschine läuft seidig und derart souverän, dass man schon beim ersten Tritt aufs Gas vergisst, in was für einem Trumm Metall man da eigentlich sitzt.

Sprit sparen mit weniger Töpfen
Hemi V8 mit 340 PS (Foto: Chrysler)Hemi V8 mit 340 PS (Foto: Chrysler)Und der Verbrauch? Nun ja, hier hält sich Chrysler noch bedeckt. "Unter zwölf Liter im Schnitt", raunt der Pressechef. Die Techniker erläutern dazu, dass der Motor über eine Zylinderabschaltung verfüge. Nur wenn der Fahrer aufs Gaspedal tritt, werden alle acht Brennkammern mit Benzin gefüttert. Im Teillastbereich hingegen legt eine schlaue Mechanik vier Töpfe lahm. Das spart zweifellos Treibstoff, doch wer den 300 C mit dem Hemi V8 so beschäftigt, wie es eigentlich gedacht ist, wird selten unter 15 Liter klarkommen. Auch das ist amerikanisch. Ebenso die Fünfgang-Automatik und die komfortable Abstimmung des Fahrwerks. Die Lenkung empfanden wir als zu luftig und leicht. So schön es ist, ein Auto dieser Gewichtsklasse mit einem Finger dirigieren zu können - man wünscht sich dann doch, etwas fester zuzugreifen.

Verbesserungen an allen Fronten
Die Umstellung auf Heckantrieb hat dem 300 C gut getan. Ein optischer Gewinn sind der kurze Überhang vorne und der weite Radstand der 18-Zöller. Die Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse konnte ebenfalls ausgeglichener gestaltet werden, das Fahrwerk ließ sich besser abstimmen, und im Innenraum gibt es nun mehr Platz, vor allem für die Passagiere im Fond.

Geschickt platzierter Chromzierrat
Innenraum: gut gelungen (Foto: Chrysler)Innenraum: gut gelungen (Foto: Chrysler)Gut gelungen ist übrigens das Interieur, das die Idee der geschickt platzierten Chromzierrate wieder aufnimmt. Das Cockpit mit den fünf fein gezeichneten Rundinstrumenten sieht sportlich aus, das typische Vier-Speichen-Lenkrad eher nicht. Dafür wirkt die von einer klassischen Analog-Uhr gekrönte Armaturentafel sehr aufgeräumt. Viel zu klein geraten ist jedoch das Handschuhfach.

"So viele wie möglich"
Zur Ausstattung: ESP, sechs Airbags, Traktionskontrolle, elektrisch verstellbares Lenkrad und elektrisch verstellbare Pedale, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Lederlenkrad und Metalliclack gehören - unter anderem - zur Serienausstattung. Das Auto ist ab Werk sehr anständig bestückt, übrigens auch die Variante mit dem 3,5-Liter-V6-Motor (249 PS), die 38.600 Euro kostet. Ab Ende Juni wird der 300 C bei den deutschen Chrysler-Händlern stehen. Die Verkaufserwartungen? "So viele wie möglich", orakelt Bernd Hullerum. Konkrete Zahlen erfordern wohl am meisten Mut.

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Weil man mit keiner anderen Limousine dieser Klasse mehr Aufsehen erregt, weil dieser Wagen nicht an jeder Ecke stehen wird und weil er sich wunderbar entspannt fährt.

Weil die Sitze nur mäßig Halt geben, weil die Kombiversion vermutlich noch stimmiger aussehen wird und weil man so viele Tankstellen nun auch wieder nicht kennen lernen will.

Aus großen Import-Limousinen wie Volvo S80, Peugeot 607, Alfa 166, Jaguar S-Type, Renault Vel Satis, Saab 9-5, Lancia Thesis; oder als Abwechslung zu Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse.


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