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Der selbstgemachte Sturm

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Lamborghini Murciélago LP 640 Roadster  

Der selbstgemachte Sturm

25.01.2007, 11:38 Uhr | Spiegel-Online, t-online.de

Lamborghini Murciélago LP640 Roadster (Foto: Lamborghini)Lamborghini Murciélago LP640 Roadster (Foto: Lamborghini) Von Tom Grünweg

So etwa muss sich ein Jetpilot fühlen, wenn ihm kurz vor der Schallmauer die Kanzel über dem Cockpit davon fliegt: Im neuen, stärker gewordenen Murciélago Roadster tobt ein Orkan, wenn der Wagen bei offenem Verdeck in Schwung kommt. Spiegel Online hat es erlebt.#

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Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk)Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk)Teueres und starkes Vergnügen
Die Passanten in Beverly Hills sind auffällige Autos gewöhnt: Nach einem Rolls-Royce oder einem Bentley dreht sich im Quartier der Hollywood-Stars niemand mehr um. Doch es gibt ein paar Modelle, nach denen recken sogar sie hier die Hälse. Eines davon ist der Murciélago Roadster, den Lamborghini jetzt kurz nach der Modellpflege zur ersten Testfahrt in Los Angeles bereitstellte. Ganz gleich, wo der in leuchtendem Orange lackierte Wagen auftaucht: Überall werden die Fotohandys gezückt, Passanten bleiben stehen, auf der Gegenfahrbahn recken sie den Daumen und an der Ampel fragt der Nebenmann schüchtern, "what the hell" das denn für ein Auto sei, wie viele "horses" es denn hätte und wie teuer es sei. Ob er es wirklich wissen will? Die Daten nämlich können das Weltbild vieler Autofahrer zum Wanken bringen. Mit einem Preis von 282.030 Euro und einer Leistung von 640 PS gehört der Murciélago Roadster zu den teuersten und stärksten Vergnügen, die man sich auf der Straße leisten kann.

Offener LP 640: Aufpreis von 30.000 Euro
Der Aufpreis für die offene Version beträgt gut 30.000 Euro, doch das Geld ist gut angelegt. Schon deshalb, weil das Einsteigen ins offene Auto einfach leichter geht. Zwar muss man sich auch beim Roadster noch wie ein Limbo-Tänzer unter den Flügeltüren hindurch schlängeln, bevor man tief in der Karosserie in die Sitzschalen gleiten kann. Doch - und das ist der Vorteil im Vergleich zum Coupé - gibt es beim Roadster kein nur hüfthohes Dach, an dem man sich den Kopf stoßen könnte.

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Aufregendes Spektakel
Schnell den Sitz eingestellt, die Außenspiegel justiert, dann ist es endlich so weit: Mit einem Röhren, das direkt aus dem Schlund der Hölle zu kommen scheint, erwacht der Zwölfzylindermotor hinter den Sitzen zum Leben. Schon im Stand macht er dabei mehr Spektakel als die meisten Sportwagen bei Vollgas. Das Blut mischt sich mit Adrenalin, die Nackenhaare stellen sich auf, und die Hormone tanzen Salsa. Dann senkt sich der Fuß auf das Pedal, die Hand legt mit dem Paddel hinterm Lenkrad den ersten Gang ein, und das nach einem Kampfstier benannte Auto kennt kein Halten mehr.

In drei Sekunden auf Hundert
Der Klang wechselt mit steigender Drehzahl vom tiefen Brüllen zum heiseren Kreischen, während der Wagen die Fledermausohren zur Belüftung des Motors aufstellt und dann schneller voranstürmt, als der Cop am Straßenrand schauen kann. Nur drei Sekunden vergehen, dann steht die Tachonadel im neu gestalteten Cockpit bei Tempo 100. Zwei weitere Sekunden Vollgas, und man käme hier in den USA wohl ernsthaft mit dem Gesetz in Konflikt. Also üben wir uns in Zurückhaltung und träumen nur davon, wie schön es jetzt sein könnte, jeden einzelnen der sechs Gänge bis knapp über 8000 Touren auszudrehen, während im Zeitraffer die Pazifikküste immer schneller an den schmalen Seitenscheiben vorbei zieht.

Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Satte 640 PS im Tiefflug
Weil Lamborghini bei der Modellpflege des Murciélago vor allem am Motor gearbeitet hat, ist dieser Traum jetzt noch eindrucksvoller als früher. Statt 580 leistet das 6,5-Liter-Aggregat nun 640 PS, was ihm - wie beim Coupé - den Beinamen LP640 einträgt. Das maximale Drehmoment steigt auf 660 Newtonmeter und lässt den Tiefflieger noch schneller über die Piste jagen. Während Flugzeuge bei diesem Tempo längst abheben, duckt sich der Lamborghini tief auf die Straße und schießt mit mehr als 330 km/h dem Horizont entgegen. Vielleicht ist es ganz gut, dass uns die wachen Augen des Gesetzes die Lust auf solche Eskapaden verleiden. Erstens geriete sonst der Rückflug in Gefahr. Und zweitens ist eine Fahrt im Murciélago auch innerhalb der Toleranzgrenze schon stürmisch genug.

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Für Hartgesottene sogar alltagstauglich...
Es ist also gar nicht so schlecht, wenn der Verkehr auf dem Rückweg vom Pacific Coast Highway wieder etwas dichter wird und wir im Stop-and-Go zurück nach Hollywood rollen. Das dient auch dienstlicher Evaluation. Schließlich legt Lamborghini Wert darauf, dass die "Fahrbarkeit" des Zwölfzylinders dank eines optimierten Drehmomentverlaufs nun deutlich verbessert wurde. Natürlich ist der Ausnahmesportwagen deshalb noch immer kein Alltagsauto, doch kommt man mit ihm nun tatsächlich auch im Stau halbwegs entspannt voran. Zwar sitzt man so tief, dass man selbst zu einem Porsche aufschauen muss, jede Fuge im Asphalt wird vom brettharten Fahrwerk schmerzlich ans Rückgrat weitergegeben, und die Lüfter veranstalten an jeder Ampel ein ohrenbetäubendes Spektakel.

...aber in jedem Fall anstrengend
Doch sonnt man sich dafür in derart viel Aufmerksamkeit, dass George Clooney auf dem Hollywood Boulevard kurzerhand zum Komparsen würde, wenn er denn so früh schon unterwegs wäre. Trotz allem ist man ganz froh, wenn das Auto am Ende der Testfahrt wohlbehalten wieder auf seinem Parkplatz steht. Man hört das Knistern von heißem Metall, sieht über dem Motor die Luft flirren und wischt sich unbemerkt den Schweiß von den Handflächen. Dieser Stierkampf wäre geschafft.

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