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Fahrbericht: Lamborghini Murcièlago LP 640 - Corrida auf der Autobahn

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Fahrbericht Lamborghini Murcièlago LP 640  

Corrida auf der Autobahn

24.07.2007, 10:26 Uhr

Lamborghini Murciélago LP640 (Foto: Lamborghini)Lamborghini Murciélago LP640 (Foto: Lamborghini) Die Frage ist berechtigt: Reicht für einen Lamborghini Murciélago wirklich der ganz normale Führerschein oder sollte es schon eine Pilotenlizenz sein? Nicht nur, dass der Zweisitzer mit einer Höchstgeschwindigkeit von 340 km/h schneller ist als ein Verkehrsflieger beim Start - er sieht auch aus wie ein Kampfjet.

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Aggressives Auftreten
Ohne Schnörkel und Spielereien ist der Murciélago auf minimalen Windwiderstand getrimmt - und auf maximalen Eindruck. Deshalb sieht er aggressiv aus, wie der Kampfstier, der ihm seinen Namen gegeben hat. Die Flanke steigt steil an und wird von gewaltigen Kiemen durchbrochen, durch die der Motor seine Luft saugt. Das Heck ist hoch und breit, weil der unter Glas montierte Zwölfzylindermotor massig Platz braucht.

Enger Einstieg
Für den Fahrer und seinen Passagier wird es da eng. Bereits durch den erschwerten Zustieg stellen die Italiener sicher, dass die Besatzung zumindest halbwegs sportlich ist und wenigstens ansatzweise zum Murciélago passt. Die nach oben schwingenden Flügeltüren sehen zwar spektakulär aus, machen die ohnehin schon kleine Lücke zwischen dem kniehohen Schweller und dem hüfthohen Dach aber nicht gerade breiter. Als würde man Limbo unter dem Fallbeil einer Guillotine tanzen, schlängelt man sich also behutsam unter den Türen hindurch, fädelt die Füße in die enge Höhle unter dem Lenkrad und lässt sich in den Sitz fallen.

Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Leistung im Überfluss
Die Mühe ist vergessen, sobald man den Motor anschaltet. Sobald im Heck die zwölf Zylinder ihre Arbeit aufnehmen, erliegt der Pilot der schieren Leistungslust. Während V12-Motoren meist als luxuriöse Leisetreter gelten, die ihre Muskeln mit vornehmer Zurückhaltung spielen lassen, ist dieser frei von Etikette. Das freiliegende Triebwerk hat 6,5 Liter Hubraum und leistet brachiale 640 PS. Der Motor zerrt mit maximal 660 Nm an der Hinterachse und hat mit den stattlichen 1,7 Tonnen des Coupés ein leichtes Spiel.

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Infernalischer Lärm
Während das Ballern im Motorraum zum ohrenbetäubenden Orkan anschwillt, schießt der Wagen in 3,4 Sekunden auf Tempo 100 und stürmt danach ohne Unterlass weiter. Als würde seine Kraft bis in alle Ewigkeit ausreichen, schnellt die Nadel auf 150, 200, 250, 300 und zittert sich erst bei 340 km/h wieder ein - wenn den Fahrer bis dorthin nicht der Mut verlassen hat.

Augen geradeaus und durch
Während das kleinere Modell Gallardo mit Allradantrieb und ESP fast schon handzahm ist, nimmt der Murciélago seinen Herrn an die Kandare. Zwar übernimmt auf Wunsch das E-Gear-Getriebe mit erstaunlich schnellen Gangwechseln die Arbeit am Schaltknüppel, das ABS bringt den giftigen Keramikbremsen Manieren bei und die Traktionskontrolle schont die 335er-Walzen beim Anfahren. Doch ansonsten ist der Fahrer auf sich gestellt, wenn er den Kampfstier bändigen möchte. Den Blick kann der Pilot während der Fahrt kaum schweifen lassen, denn am Steuer des Murciélago kennt der nur eine Richtung: nach vorn.

Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk)Hier geht es zum großen Archiv (Foto: Werk)Blick nur nach vorne
Wer mit 640 PS dem Horizont entgegen jagt, schaut nicht zurück. Deshalb stört es auch nicht, dass man schon aus den kleinen Seitenscheiben fast nichts und nach hinten kein bisschen sehen kann. Für den Fall, dass man den Wagen einparken muss, gibt es als Zusatzausstattung eine Rückfahrkamera. Aber abstellen will man den Leitstier von Lamborghini ohnehin nicht. Solange der Tank nicht leer und die Straße nicht zu Ende ist, dauert die Corrida an.

Ein Exot auf deutschen Straßen
Seit Lamborghini zu Audi gehört, haben die Italiener einen rasanten Aufstieg hingelegt. Trotzdem bleibt Lamborghini eine Nischenmarke und der Murciélago ein rarer Exot. Obwohl die inzwischen neun Händler in Deutschland fleißig sind, kamen sie im vergangenen Jahr auf zusammen 196 Zulassungen, von denen nur einige Dutzend auf den geschlossenen und den offenen Murciélago entfielen.


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Fast 260.000 Euro werden fällig
Von Januar bis Mai 2007 hat Lamborghini in Deutschland insgesamt 88 Autos verkauft. Das liegt allerdings nicht nur daran, dass sich nicht jeder einen Sportwagen wie den Murciélago für mindestens 255.850 Euro leisten will. Sondern auch die geringen Produktionskapazitäten sind ein Grund - schließlich gibt es derzeit für einen LP 640 mindestens zwölf Monate Lieferzeit.

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