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Fahrbericht: Land Rover Discovery TDV6 HSE

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Fahrbericht  

Eine Frage des Charakters

06.03.2006, 16:43 Uhr | Auto-Reporter.Net, Auto-Reporter.Net

Land Rover Discovery TDV6 HSE (Foto: Land Rover)Land Rover Discovery TDV6 HSE (Foto: Land Rover) Wir leben in einer Zeit der schicken und schnellen Mischungen aus Edellimousine und Geländewagen, bei denen der Charakter der Limousine überwiegt und die Geländetauglichkeit als Dreingabe gern mitgenommen wird. Da erweist es sich als außerordentlich reizvoll, mal wieder mit einen großen Geländeprofi mit permanentem Allradantrieb und allen notwendigen Sperren zu erleben, wie der sich als große Reiselimousine auf unseren Autobahnen schlägt. Wir versuchten das mit dem neuen Land Rover Discovery TDV6 HSE.

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Luxuriös wie ein SUV
TDV6 steht für den 2,7-Liter-V6 Dieselmotor mit 190 PS und einem maximalen Drehmoment von 440 Newtonmeter bei 1800 Umdrehungen pro Minute. HSE steht für eine nahezu komplette Ausrüstung mit Klimaautomatik, Lederausstattung, einem High Audio System, Bi-Xenon-Scheinwerfern, Luftfederung und Park Distance Control hinten sowie einem permanentem Allradantrieb, zweistufigem Verteilergetriebe und elektronisch gesteuerter Mitteldifferenzialsperre. Unser Exemplar hatte zusätzlich eine Getriebeautomatik, eine Navigationsanlage und eine dritte Sitzreihe und lag damit im Preis deutlich über 50.000 Euro.

Rustikaler Charme statt Design
Wenn im Laufe der Jahre auch noch so viele Modellwechsel und Faceliftings über diese klassischen Engländer hinweggegangen sind und inzwischen eine komplette Modellreihe auf dem Markt ist - Land Rover muss an das Markengesicht seiner Fahrzeuge keinen Gedanken verschwenden. Man erkennt alle Typen an ihrem rustikalen Charme und ihrer militärischen Gradlinigkeit. Bei Land Rover würde kein Designer auf den Gedanken kommen, dem Luftwiderstand zu weichen oder etwa die Größe des Gefährts zu überspielen.

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Komfort gibt es nur vorne
Der Wagen hat Charakter, wenn auch einen mit Ecken und Kanten. Draußen wie drinnen steht der Nutzen im Vordergrund, manchmal auf Kosten der Bequemlichkeit. Unser Exemplar hatte drei Sitzreihen, wobei die hinteren Sitze zugunsten einer ebenen Ladefläche weggeklappt werden können. Wir haben aber kein sinnvolles Verfahren gefunden, diese Sitze nicht kopfüber krabbelnd zu erreichen. Die zweite Sitzreihe ist höher als die erste angebracht, so dass der Blick nach vorn freier ist als bei klassischen Konfigurationen. Aber die Sitzflächen in der zweiten Reihe sind kurz und ohne spürbare Seitenführung, die Lehnen steil. Bequemes Reisen ist daher Fahrer und Beifahrer vorbehalten.

Sachlichkeit im Cockpit
Der Fahrer findet sich in einer Umgebung wieder, in der ebenfalls nicht gefälliges Design, sondern nüchterne, gerade Sachlichkeit vorherrscht. Zu bedienen hat er auch in der Automatikversion genug, wobei nicht alle Bedienelemente übersichtlich angeordnet und intuitiv bedienbar sind, ohne das der Fahrer den Blick von der Straße wenden muss. Um Ablenkungen zu vermeiden, lässt sich die Navigation sowieso nur im Stand bedienen. Und das ist gut so, weil sie nicht zu den Systemen zählt, die sich schnell programmieren lassen.

Hinter der Heckklappe ein riesiger Kofferraum
Zu den Charaktereigenschaften dieses ganzen Kerls von echtem Schrot und Korn zählt auch eine ungewöhnliche Sorge, jemand könne unbefugt die zweigeteilte Heckklappe öffnen. Die lässt sich nur bewegen, wenn der Zündschlüssel abgezogen ist. Ist sie offen, steht man staunend vor einem riesigen Laderaum, in den wir - der hohen Ladekante wegen - zum Beladen immer wieder einen Kollegen hinein steigen lassen mussten.

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Ein rauer Selbstzünder
Beginnt die Reise, zeigt der HSE einmal mehr seinen rustikalen Charakter. Derselbe Dieselmotor, der im Jaguar viel Lob geerntet hat, gibt sich im Land Rover wie ein Diesel von gestern - mit langem Vorglühen und lautem Nageln in der Warmlaufphase. Davon hört man drinnen allerdings nichts. Das Geräuschniveau ist trotz der archaisch anmutenden Karosserieform auch bei hohen Geschwindigkeiten niedriger als erwartet.

Nicht flink, aber durstig
Mit diesem Diesel wird der leer mehr als 2500 Kilogramm schwere HSE nicht zu einer flinken Gazelle. Er bleibt seinem Charakter treu und beschleunigt in 11,5 Sekunden auf 100 km/h, also zügig, ohne allzu viele Startduelle an einer Ampel gewinnen zu können. Wir fanden 160 km/h auf der Autobahn eine angenehme maximale Reisegeschwindigkeit, haben dann aber auch zur Kenntnis nehmen müssen, dass der Durchschnittsverbrauch sich dann auf die 14-Liter-Marke zu bewegt, was angesichts von Form (Luftwiderstandsbeiwert 0,41) und Masse eigentlich niemanden verwundern kann. Die maximale Geschwindigkeit soll bei 180 km/h liegen. Wir haben darauf verzichtet, diese Angabe in der Praxis zu überprüfen.

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Empfindliche Lenkung
Der große Kerl hat auch eine zarte Seite. Seine Lenkung ist überraschend direkt und auch bei hohen Geschwindigkeiten eher empfindlich, was bei Neulingen am Land Rover-Steuer einiger Einübung bedarf. Hat man die hinter sich und den knapp 12 Meter großen Wendekreis ebenfalls verinnerlich, genießt man den guten Überblick und das Gefühl der Unantastbarkeit. Wer will einem schon etwas anhaben, wenn man in einem Land Rover dieser Größenordnung reist? Der flösst allen anderen Verkehrsteilnehmern Respekt ein, sofern sie nicht noch größer sind.

Auto mit Charakter
Leute mit Charakter haben es im Leben oft nicht leicht, Freunde zu finden. Wenn man sich aber erst einmal auf sie eingelassen hat, ist die Bindung oft tief. Bei Autos mit Charakter ist das offenbar nicht anders; denn uns fiel der Abschied von diesem Kerl nicht leicht.

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