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Dodge Viper SRT-10  

Das feuerrote Spielmobil

28.08.2006, 10:56 Uhr | Spiegel-Online

Dodge Viper SRT-10 (Foto: DaimlerChrysler)Dodge Viper SRT-10 (Foto: DaimlerChrysler) Von Tom Grünweg

Die Corvette ist älter und der Mustang berühmter. Doch kein Sportwagen ist so amerikanisch wie die Dodge Viper. In den USA genießt der ungehobelte Zweisitzer von 1992 längst Kultstatus. Aber in Deutschland wagen nur wenige den Tanz mit der giftigen Schlange.#

Foto-Show Dodge Viper SRT-10
Foto-Show Chevrolet Camaro Concept
Foto-Show Chevrolet Corvette Z06
Foto-Show Chevrolet Corvette

Brachialer Sportwagen
Für die einen ist es eine "American Dream Machine". Für die anderen eine protzige Potenz-Prothese auf Rädern. Doch in einem Urteil sind sich Freund und Feind einig: Die Dodge Viper ist einer der brachialsten Sportwagen, die man mit dem Segen der Zulassungsbehörden über der Straße jagen darf.

Gutes Preis-Leistungsverhältnis
Natürlich gibt es ein paar Autos, die mehr Leistung aufbieten als die Giftschlange aus Übersee. Die allermeisten sind moderner konstruiert, viele lassen sich leichter fahren, und bequemer sind sie wohl alle. Doch kaum ein Sportler ist so gewaltig, ursprünglich und ungefiltert wie die Viper. Und kaum einer ist so billig. Bei einem Grundpreis von 109.000 Euro kostet umgerechnet jede der 506 Pferdestärken nur etwa 215 Euro. Beim Mercedes SLR beispielsweise hat die Leistung den dreifachen Preis.

Viper bleibt eine Rarität in Europa
Die Idee für das machomäßigste Auto der Macho-Marke Dodge geht zurück auf eine Studie aus dem Jahr 1989, die bis 1992 zum Serienmodell reifte und heute in der dritten Generation gebaut wird. Insgesamt wurden rund 20.000 Vipern produziert, von denen nur wenige nach Europa kamen. Ob es nun eine Frage des Geldes oder des Images ist: Hierzulande wagen nur wenige den Tanz mit der Schlange. Das Kraftfahrt-Bundesamt verzeichnet für das letzte Jahr lediglich 59 Zulassungen des Roadsters und ein paar Dutzend grau importierte Coupés, die in Deutschland offiziell nicht angeboten werden. Im ersten Halbjahr 2006 hat sich die Viper laut KBA-Daten erst bei 36 Kunden festgebissen.

Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Zum Neuheitenkalender (Foto: Archiv)Handwerkskunst ohne Spielereien
Anders als die europäischen Sportwagen in der erlauchten 500-PS-Liga ist der US-Bolide kein rasender Computer auf Rädern, sondern ein Stück automobiler Handwerkskunst, bei dem die Leistung noch weitgehend ohne elektronische Hilfe erzeugt wird. Und ohne jede Aufladung. Wo andere auf Turbos oder Kompressoren schwören, vertraut Dodge einfach nur auf den Hubraum und gönnt der Schlange ein Herzvolumen von stolzen 8,3 Litern. Mehr Platz haben die Kolben - vom neuen Bugatti einmal abgesehen, in keinem anderen Motor.

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Zehnzylinder mit 506 PS
Original und unverfälscht wie eine Lucky Strike ohne Filter schüttelt der aus einem Lkw entlehnte Zehnzylinder damit 506 PS aus dem Ärmel und zerrt mit bis zu 711 Newtonmetern an den 345er Walzen auf der Hinterachse. Wer gefühlvoll aufs Gaspedal tritt und den Reifengummi nicht gnadenlos auf der Straße verbrennt, der sprintet binnen 3,9 Sekunden auf Tempo 100. Und wer danach genügend Mut, eine ruhige Hand am etwas nervösen Lenkrad und eine tolerante Einstellung zu Verbrauchswerten jenseits der 30 Liter hat, der kann munter bis über 300 km/h weiter beschleunigen. Auf elektronische Hilfen darf er dabei freilich nicht hoffen. Lediglich ein Differential an der Hinterachse hält den Wagen halbwegs in der Spur, und beim Bremsen hilft zumindest ein ABS.

Interieur mit Rennsport-Flair (Foto: DaimlerChrysler)Interieur mit Rennsport-Flair (Foto: DaimlerChrysler) Beengte Verhältnisse innen
Der Fahrer wird beim Höllenritt auf dem giftigen Reptil zu einem unmittelbaren Teil der Maschine. Obwohl die Viper fast 4,60 Meter lang ist, geht es innen extrem eng zu. Schließlich gebührt der meiste Raum dem Motor. Weil einen die strammen Schalensitze schon irgendwie in eine Ideal-Position zwängen, sitzt man dennoch ganz passabel in der kleinen Mulde, die zwischen den Sidepipes und der Tür auf der einen und dem hohen Getriebetunnel auf der anderen Seite noch bleibt. Immerhin kann man ja das Dach aufmachen. Das hilft nicht nur beim Einsteigen, sondern erhöht auch die sonst nicht vorhandene Kopffreiheit. Außerdem kann etwas kühle Luft auf der heißen Stirn nicht schaden. Doch wer erst einmal die Pedale eingestellt hat, das kleine Lenkrad greift und hinter dem halben Dutzend Rundinstrumenten verschwindet, der sieht sowieso nur noch den feuerroten Startknopf, die endlos lange Motorhaube und die Straße, die immer schmaler wird.

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Erlebnisprogramm für Interessierte
Der hohe Preis und die kleinen Stückzahlen machen den Vertrieb des Spitzensportlers in Deutschland nicht ganz leicht: "Natürlich hat nicht jeder Chrysler-, Jeep- und Dodge-Händler eine Viper als Vorführwagen auf dem Hof stehen", muss Pressesprecher Markus Hauf eingestehen. Doch kompensieren die Amerikaner das mit einem attraktiven Erlebnisprogramm. Wer sich ernsthaft für eine Viper interessiert, dem macht der Händler einen Termin mit dem Leiter der Fahrprogramme des Unternehmens, der seinen Sitz in Köln hat. Er holt die künftigen Kunden mit der Viper am Flughafen ab, weist sie in den Wagen ein und macht mit ihnen einen ausgedehnte Tour durch die Eifel, die gelegentlich auch über die Nordschleife des Nürburgrings führt. Damit sich zu diesem Kurs für angehende Schlangenbeschwörer allerdings nicht jeder anmeldet, verlangt der Händler dafür erst einmal rund 500 Euro. "Aber keine Sorge", verspricht Hauf: "Wer den Wagen kauft, bekommt sein Geld selbstverständlich wieder."

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