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Seat Ibiza Cupra im Autotest

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Test: Seat Ibiza Cupra  

Nur für Leute mit starkem Ego

15.10.2004, 11:53 Uhr | Michael Hoffmann/mid, t-online.de

Sehr sportlich: Der Seat Ibiza Cupra (Foto: Seat)Sehr sportlich: Der Seat Ibiza Cupra (Foto: Seat)Manche Autos sind dazu geeignet, das Selbstbewusstsein zu heben. Ein angeschlagenes Ego lässt sich zum Beispiel mit einem Sportwagen bestens wieder aufrichten. Doch wer Probleme mit seinem Selbstwertgefühl hat, sollte lieber nicht zum Seat Ibiza Cupra greifen. Denn in diesem Sportler, den es jetzt erstmals mit 1,9-Liter-TDI-Diesel für 20.960 Euro gibt, wird man von den meisten Verkehrsteilnehmern einfach komplett ignoriert.

Foto-Show Seat Ibiza Cupra

Im Rückspiegel ziemlich harmlos
Es gibt imposantere Fronten als die des Ibiza (Foto: Seat)Es gibt imposantere Fronten als die des Ibiza (Foto: Seat)Klar, der Frontstoßfänger mit dem großen Lufteinlass sieht schon einigermaßen aggressiv aus. Doch ein Cupra, der im Rückspiegel auftaucht, wirkt trotzdem ziemlich harmlos. Das große Auspuffendrohr und den Cupra-Schriftzug am Heck sehen die Mitmenschen auf der Autobahn ja erst, wenn sie in Ruhe auf die linke Spur ausgeschert sind, drei Lkw überholt haben und den Ibiza danach endlich ziehen lassen. Vielleicht könnten Xenon-Scheinwerfer helfen: Sie würden schon von weitem signalisieren, dass hier ein potenter Sportler naht. Dummerweise sind aber keine lieferbar. Das ist aber der einzige Mangel an Ausstattung. Ansonsten ist der nicht ganz billige, aber solide verarbeitete und angenehm eingerichtete Cupra schon ab Werk gut ausgerüstet: ESP, Klimaautomatik, CD-Radio, Bordcomputer und Nebelscheinwerfer sind beispielsweise an Bord.

Die Kraft will ausgelebt werden
Wegen des nicht vorhandenen Prestiges sollte sich der Käufer zumindest bei der Farbenwahl für das feurige Rot oder das knallige Gelb entscheiden; denn mit dezenten Farben läuft das Fahrzeug Gefahr, trotz seiner 118 kW/160 PS vollends in der Masse unterzugehen. Gegen alle guten Vorsätze juckt es da schon mal in den Fingern, die Lichthupe zu betätigen. Denn die Kraft, von der dieser Ibiza mehr als genug hat, will ausgelebt werden.

Viel Power nach dem Turboloch
Ist das - allerdings eklatante - Turboloch unterhalb von 1 900 U/min erstmal überwunden, treiben satte 330 Nm Drehmoment den spanischen Polo an, dass es eine wahre Freude ist. Wer den Motor beständig zwischen 2.000 und 3.000 Umdrehungen hält, hat am meisten von dem 1,9-Liter-Triebwerk, das aus zahlreichen Modellen des VW-Konzerns bekannt ist, nirgends aber so viel Power aufbringt wie im Ibiza.

Straffes Fahrwerk
Drehzahlmesser und Tachonadel im Dauereinsatz (Foto: Seat)Drehzahlmesser und Tachonadel im Dauereinsatz (Foto: Seat)Die harten Stöße, die das straffe, fast ruppige Fahrwerk an die Insassen weitergibt, nimmt man gerne in Kauf, weil der kleine Spanier als Dank für so viel Verständnis präzise und mit nur geringer Karosserieneigung durch die Kurven jagt. Außerdem sind die Gänge des knackigen Sechsgang-Getriebes kurz genug übersetzt, um sich auch im fünften Gang noch bei einem beherzten Tritt aufs Gaspedal gehörig in den Sitz drücken zu lassen. Nur ein wenig mehr Geräuschdämmung wünscht man sich, denn das Pumpe-Düse-Aggregat, so vehement sportlich es auch ist, nagelt und brummt nicht besonders sexy vor sich hin.

8 Liter bei sportlicher Fahrweise
Wer dem Cupra die Sporen gibt, wird weit mehr als 5,4 Liter verbrauchen (Foto: Seat)Wer dem Cupra die Sporen gibt, wird weit mehr als 5,4 Liter verbrauchen (Foto: Seat)215 km/h Spitze schafft der Ibiza, der Sprint auf 100 km/h ist in 7,6 Sekunden absolviert. Bei sportlicher Fahrweise hält sich der Verbrauch mit rund acht Litern auf 100 Kilometern in akzeptablen Grenzen; die Werksangabe von 5,4 Litern einzuhalten erfordert dagegen ein hohes Maß an Disziplin. Nachsitzen müssen die Ingenieure bei der Umwelteinstufung. Denn derzeit erreicht das Triebwerk nur die Abgasnorm Euro 3. An das Finanzamt gehen jährlich 293 Euro Steuern; für die Haftpflichtversicherung verlangt etwa die AXA in der SF1 bei Großstadt-Zulassung 520 Euro.

Ein Vergnügen ist es allemal
Das ist alles kein billiges Vergnügen, zumal die von Seat anvisierte Zielgruppe junger Männer im Versicherungsdeutsch eine Risikogruppe genannt und mit hohen Kasko-Einstufungen belegt wird. Aber ein Vergnügen ist es allemal. Und vielleicht spricht sich ja irgendwann doch noch herum, dass auch in einem unscheinbaren Ibiza ein mächtiger Cupra stecken kann.

Stenogramm Seat Ibiza Cupra 1.9 TDI
Sportlicher Kleinwagen mit zwei Türen; Preis: 20.960 Euro; Motor: Vierzylinder-Turbodiesel mit Pumpe-Düse-Einspritzung, 118 kW/160 PS, maximales Drehmoment 330 Nm bei 1.900 U/min, Höchstgeschwindigkeit 215 km/h, Testverbrauch acht Liter/100 km, Abgasnorm Euro 3; Serienausstattung: ESP, vier Airbags, Klimaautomatik, CD-Radio, Bordcomputer, Nebelscheinwerfer; Steuern pro Jahr 293 Euro, Beiträge bei der AXA-Versicherung: KH 520 Euro (SF1, Zulassung Düsseldorf, 50 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), TK 145 Euro (Typ 24, 150 Euro SB), VK 983 Euro (Typ 26, 300/150 Euro SB). Der Ibiza Cupra ist auch als Benziner mit 1,8 Litern Hubraum und 132 kW/180 PS für ebenfalls 20.960 Euro lieferbar.

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