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Fahrbericht: Golf GTI  

Der Mythos kehrt zurück

29.10.2004, 14:08 Uhr | Frank Wald/Spiegel-Online, t-online.de

Der neue Golf GTI (Foto: VW)Der neue Golf GTI (Foto: VW)Wer von Golf GTI spricht, kommt an dem Wort nicht vorbei. VW jedenfalls nicht. Mit der neuen Generation "kehrt der Mythos zurück", "wird wiedergeboren" oder "lebt" bereits - wenn auch nur mit viel Geld. Und noch mehr Worten.

Foto-Show Der neue Golf GTI

Ursprünglich eine Undercover-Aktion
Genau genommen meint der Begriff eine legendenhafte Erzählung aus vorgeschichtlicher Zeit. Und der erste Golf GTI, so erzählt es die VW-Legende, war eine Undercover-Aktion von Wolfsburger Entwicklungsingenieuren, die vor 30 Jahren in einem "geheimen Treffen bei Bier und Schnittchen" eine sportive Golf-Variante ausheckten. 1975 auf der IAA in Frankfurt wurde die Studie erstmals vorgestellt, rot lackiert, mit verbreiterten Kotflügeln, Schalensitzen, Golfball als Schaltknauf und 110 PS starkem 1,6-Liter-Vierzylinder unter der Haube. "Der schnellste Volkswagen aller Zeiten", so der damalige Reklame-Slogan, beschleunigte in rund neun Sekunden von null auf hundert und war 182 km/h schnell. Eine Sonderserie von 5000 Stück zum Preis von 13.850 Mark wurde beschlossen.

Im Rückspiegel der Sportwagen
Doch es kam mal wieder alles anders. Immer häufiger tauchte der "junge Wilde" ab Juni 1976 auf der linken Spur im Rückspiegel der schnellen Sportwagen und schweren Limousinen auf. Schon im ersten Jahr verkauften die Händler das Zehnfache der geplanten Stückzahl. Anfangs an aufbegehrende "Berufs-Söhne", später dann an tiefer gelegte "Ballermänner". Doch ob als schwarze Werber-Kutsche mit weißem Lederlenkrad oder als Proll-Schüssel mit Subwoofer und Kenwood-Streifen auf der Heckscheibe, insgesamt wurden bis heute weltweit anderthalb Millionen Exemplare verkauft. "Der Wagen war ein Selbstläufer", sagt Georg Flandorfer, VW-Markenvorstand für Vertrieb und Marketing, "der seine Klientel ohne große Werbemaßnahmen gefunden hat".

Viel Geld nötig
Was bei der Neuauflage nicht so einfach sein wird. Zur Wiederbelebung des Mythos braucht es heute viel Geld. Und noch mehr Worte. "Integrierte Kommunikation" nennt der VW-Vertriebs- und Marketingchef das. Den Auftakt machte Anfang September 2004 ein schrilles Party-Event in einem Berliner U-Bahn-Tunnel am Potsdamer Platz mit Pop-Produzent Mousse T. ("Sex Bomb") und MTV-Moderatorin Anastasia. Auf den Trikots der Wolfsburger Kicker prangt der GTI-Schriftzug ebenfalls schon. Und vor der Markeinführung Mitte November 2004 startet die Werbekampagne ("Für Jungs, die damals schon Männer waren") in TV und Internet.

Die Konkurrenz ist groß
Denn die Originalität und Alleinstellung der ersten Generation hat der aktuelle Golf GTI inzwischen längst eingebüßt. Eine ganze Reihe von Herstellern hat heute vergleichbar sportliche Kompaktautos im Programm. Hinzu kommt, dass der 200 PS (147 kW) starke 2-Liter-Turbo mit Benzindirekteinspritzung bereits im Audi A3 Sportback Dienst tut und demnächst sicher auch in weiteren Konzern-Brüdern (Seat Leon Cupra?) zu finden sein wird. Ebenso wie die auch schon jetzt mit technischen Highlights wie Mehrlenker-Hinterachse, elektromechanische Lenkung oder DSG-Getriebe herumfahren.

Technisch ausgereiftes Auto
Was die grundsätzlichen Qualitäten des Modells nicht in Frage stellt. Der neue Golf GTI, der sich erstmals mit dem auffälligen "Kühler-Lätzchen" in Wabenmuster durch ein eigenes Design von den "schwächeren" Brüdern abhebt, ist ein technisch ausgereiftes Auto mit Sportlerherz. Der von einem sonoren Klang untermalte Spurt von null auf 100 km/h in 7,2 Sekunden und das Spitzentempo von 235 km/h sind in der Klasse absolut konkurrenzfähig.

Ausgewogener Kompromiss
Die direkte elektromechanische Servolenkung vermittelt einen guten Kontakt zur Fahrbahn, das serienmäßige Sechsganggetriebe schaltet exakt und präzise. Noch ein wenig flotter geht's selbstverständlich mit dem DSG-Direktschaltgetriebe (1325 Euro Aufpreis), das den Wagen nicht nur subjektiv dynamischer, sondern auch auf dem Datenblatt noch einige Zehntelsekunden schneller macht. Insgesamt ist das Fahrwerk ein ausgewogener Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort, mit dem es sich durch die Kurven fegen wie auch lange Strecken ohne Rücken- oder Haltungsschäden überstehen lässt.

Der junge Wilde ist erwachsen geworden
Dafür sorgen nicht zuletzt die ausgezeichneten Schalensitze in traditionellem Karomuster. Ebenso wie die umfangreiche Sicherheits- und Komfortausstattung an Bord, bestehend aus ABS, ESP, Antriebs-Schlupf-Regelung ASR, Front-, Kopf- und Seitenairbags, Nebelscheinwerfer, Regensensor, Klimaanlage sowie weiteren Extra-Optionen (Lederausstattung 1740 Euro, Tempomat 185 Euro, Parkpilot 335 Euro, Schiebedach 810 Euro, Multifunktionslenkrad 260 Euro) aus der langen Aufpreisliste. Und wer auf den Einstiegspreis von 24.200 Euro noch weiter 695 Euro drauflegt, kann den Wagen sogar als familienfreundlichen Fünftürer bekommen.

Für echte Fans
"Alles Schnickschnack" werden echte Fans jetzt sagen, die einen Golf GTI damals und auch heute nicht brauchen. Doch in der fünften Generation ist auch der "junge Wilde" erwachsen geworden. Ebenso wie seine Kunden von einst. Ganz real.

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