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Fahrbericht Golf R32: kompakter Donnerkeil

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Fahrbericht  

Golf R32: kompakter Donnerkeil

28.09.2005, 12:33 Uhr | Spiegel-Online

VW Golf R32 (Foto: VW)VW Golf R32 (Foto: VW) Seit knapp 30 Jahren - 1976 drängte erstmals der Golf GTI auf die linke Spur - weiß VW, dass sich mit Sportwagen im unscheinbaren Kompaktwagengewand prächtige Geschäfte machen lassen. Und natürlich musste, dem allgemeinen Wachstumscredo folgend, irgendwann eine stärkere, wuchtigere Motorisierung her, als der Klassiker GTI sie bieten konnte. Warum zum Beispiel kein Golf mit Sechszylinder-Maschine? Der erste Typ dieser Spezies trat 1991 mit 160 PS an. 1999 folgte der Golf V6 mit Allradantrieb und nun schon 204 PS. Im Sommer 2002 schließlich preschte der erste R32 auf die Straßen, mit 241 PS. #

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Schnellster Serien-Golf
Die exklusive Sonderserie lief Ende vergangenen Jahres, nach rund 14.000 gebauten Autos, aus. Weil die Wolfsburger ursprünglich mit lediglich 5000 verkauften Modellen gerechnet hatten, wurde eine Sechszylinder-Version bei der aktuellen, fünften Golf-Generation von vornherein mit eingeplant. Jetzt ist das Auto fertig: der neue R32, der natürlich abermals seine Vorgänger abhängt: So stark und schnell wie dieser war noch kein Seriengolf zuvor.

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Jede Fahrbahnrippe direkt ins Sitzfleisch
Der bekannte 3,2-Liter-Sechszylinder leistet im neuen Modell 250 PS und beschleunigt das Auto auf bis zu 250 km/h. Wir wollen sehen, wie das ist, in einem Golf so schnell unterwegs zu sein wie sonst nur in den üblichen Verdächtigen von Audi, BMW, Mercedes, Porsche. Der Fahrwind fetzt vorbei, die Maschine kreischt, das um zwei Zentimeter abgesenkte Sportfahrwerk jagt jede Fahrbahnrippe direkt ins Sitzfleisch. Auffälliger jedoch - und von künftigen R32-Piloten wohl sehr gern registriert - sind die Blicke aus den anderen, auch nicht langsamen Modellen. Man spürt förmlich die erstaunte Frage: ein Golf?

Foto-ShowVW Jetta

Der Golf hat kräftig Durst
Genau so ist es. Ein Golf für Menschen jedoch, die eigentlich längst keinen Golf mehr nötig hätten. Denn das Auto ist erstens teuer, mindestens 32.200 Euro ruft VW für den R32 auf, und zweitens schluckt es ordentlich. 10,7 Liter je 100 Kilometer sind der offizielle Durchschnittswert; dazu kommen die CO2-Emissionen von 257 Gramm je Kilometer - mit umweltbewusstem Autofahren hat das nichts zu tun. Das gilt natürlich auch für alle anderen Fahrzeuge dieses Schlags, den BMW 130i etwa oder die kommende OPC-Variante des Opel Astra. Wer den R32 übrigens mit Doppelkupplungsgetriebe DSG bestellt, zahlt zwar 1450 Euro Aufpreis, drückt aber den Spritverbrauch um einen Liter auf durchschnittlich 9,7 Liter.

Foto-Show Opel Astra OPC
Foto-Show Opel Vectra OPC

Beeindruckendes Fahrverhalten
Für sich genommen sind die Kraftentfaltung des Motors, sein satter Klang und das souveräne Fahrverhalten des Kompaktrenners jedoch durchaus beeindruckend. Der R32 wird ausschließlich mit permanentem Allradantrieb geliefert, was das Leergewicht auf mindestens 1510 Kilogramm treibt und das Kofferraumvolumen auf 275 Liter verringert (Standard-Golf 350 Liter). Andererseits sorgt gerade der Allradantrieb für eine Spurstabilität und Traktion, dass man sich immerzu freie Bahn und viele Kurven wünscht.

Foto-Show VW Fox
Foto-Show VW Beetle Facelift 2005

Geschmackvolles Design
Trotz seiner immensen Leistungsfähigkeit tritt der Golf R32 dezent auf. Der Kühlergrill in Aluoptik, die "R32"-Logos, die blauen Bremssättel, die feinen 18-Zoll-Räder oder der Dachspoilerstummel und die beiden Edelstahl-Auspuffendstücke sind nur kleine und durchaus geschmackvolle Hinweise darauf, dass hier der Golf mit der dicksten Hose heranrollt. Zur Serienausstattung gehören knapp geschnittene Sportsitze, Klimaanlage, Radio-CD-Musikanlage, Reifenkontrollanzeige, Regensensor, Bi-Xenonscheinwerfer, ESP und sechs Airbags.

Lufteinlässe zugunsten von Nebelscheinwerfern
Wer kauft so ein Auto? "Vor allem Männer zwischen 40 und 50 Jahren", sagt der fürs Marketing verantwortliche Huttner. "Der R32 ist ein Auto, mit dem man sich belohnt." Ein Bonus sozusagen, der auf den ersten Blick gar nicht groß auffällt. Aber exakt da sieht Huttner den Reiz dieses Autos: eine Art Krone der Kompaktklasse. Ein Kompaktwagen, bei dem die Kundschaft auf nichts verzichten muss - außer auf Nebelscheinwerfer. Die können beim Topmodell auch auf Wunsch nicht installiert werden, denn die Lufteinlässe im unteren Stoßfängerdrittel müssen offen bleiben, damit der Motor anständig atmen kann.

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