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Alfa Romeo 159 - Kickstart in die Zukunft

24.06.2005, 11:59 Uhr

Von Tom Grünweg

Alfa 159: aggressive Frontpartie (Foto: Alfa Romeo)Alfa 159: aggressive Frontpartie (Foto: Alfa Romeo) Alfa Romeo plant einen "Kickstart in die Zukunft". Damit die sportliche Fiat-Tochter die wirtschaftliche Schieflage überwindet, plant der frisch bestellte Vorstandschef Kalbfell mit neuen Modelle, neuen Märkten, neuen Kunden. Der neue Alfa 159 spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Foto-Show Der neue Alfa 159

Neue Märkte im Visier
Der Neue kommt Ende September und löst das Modell 156 ab, mit dem die Marke ab 1998 nach Jahren der Stagnation wieder punkten konnte. Und der 159 steht bei Alfa Romeo in jeder Hinsicht für Wachstum: Wachstum, weil der Radstand um zehn und die Länge um mehr als 20 Zentimeter zugelegt haben und der Neue mit insgesamt 4,66 Metern mindestens eine halbe Klasse aufsteigt. Wachstum, weil die Italiener mit ihm neue Märkte in Asien, im mittleren Osten und vielleicht sogar irgendwann in Nordamerika ins Visier nehmen. Und Wachstum, weil sie nun wirklich ernsthaft den Kreis der Kunden erweitern und gezielt die Fahrer deutscher Premium-Modell ansprechen wollen.

Foto-Show Alfa Romeo 147

Alfa setzt wieder aufs Design
Dabei setzt Alfa vor allem auf die verführerische Wirkung des Designs, das aus der Feder von Altmeister Giorgetto Guigiaro stammt. Er hat den schicken Sportanzug des 156, der auf dem Zeichenbrett Walter de'Silva entstanden war, elegant weiterentwickelt und die neue Limousine noch aggressiver gestaltet. Vorn blinzelt der Wagen nun aus jeweils drei linsenförmigen Scheinwerfern, die unter der angeschnittenen Motorhaube hervorlugen und den Kühlergrill in die Mitte nehmen. Die Flanke wirkt mit ihrer aufsteigenden Gürtellinie und den relativ kleinen Fensterflächen kräftig gespannt, und am Heckdeckel unterstreicht nun ein winziger Spoiler die neue Sportlichkeit.

Foto-Show Alfa Romeo Brera

Sportliches Flair im Innenraum
Alfa-Cockpit: Ein wenig mehr Präzision bei der Verarbeitung wäre wünschenswert (Foto: Alfa Romeo)Alfa-Cockpit: Ein wenig mehr Präzision bei der Verarbeitung wäre wünschenswert (Foto: Alfa Romeo) Auch innen verpassten die Designer der Limousine Sportlichkeit. Die Sitze sind etwas stärker konturiert als anderswo, das Lenkrad ist einen Tick griffiger, metallene Oberflächen sollen einen technischen Touch vermitteln und das gesamte Cockpit ist stark dem Fahrer zugeneigt. Insgesamt erinnert das Armaturenbrett an die üppig bestückte Auslage eines Uhrmachers. Denn der Fahrer blickt nicht nur in zwei große Rundinstrumente, sondern sieht daneben noch in sechs weitere Röhren, von denen drei zusätzliche Anzeigen bergen und drei der Belüftung dienen.

Modelloffensive geht weiter
Weil der Alfa 159 zwei Handbreit gewachsen ist und nun auch im Fond deutlich mehr Platz bietet, macht er das bisherige Flaggschiff Alfa 166 eigentlich überflüssig. Tatsächlich wurde zuletzt darüber spekuliert, ob Alfa Romeo die große Baureihe einstellt. Doch der neue Chef Karl-Heinz Kalbfell denkt offenbar nicht daran. Stattdessen spricht er bereits über einen Alfa 169, der der Mailänder Marke eine glorreiche Zukunft bescheren soll. Vorher startet noch in diesem Jahr der Alfa Brera als Nachfolger des betagten GTV; auf der IAA steht der neue 159 auch als Kombi namens Sportwagon, und noch vor Weihnachten wird in Bologna der nächste Spider enthüllt. Außerdem grübelt Kalbfell, der nun auch die Geschicke der einstigen Ferrari-Schwester Maserati leitet, über einen sportlichen Geländewagen mit gemeinsamen Bauteilen, der bei Alfa und bei Maserati den Weg in neue Segmente weisen könnte. Über dieses Projekt allerdings ist noch nicht endgültig entschieden.

Ein bisschen BMW
Alfa Romeo 159: hübsche Hülle, wenig drunter - der Kofferraum fasst nur 405 Liter (Foto: Alfa Romeo)Alfa Romeo 159: hübsche Hülle, wenig drunter - der Kofferraum fasst nur 405 Liter (Foto: Alfa Romeo) Zwar steht der 159 wie fast jeder Alfa in den letzten fünf Jahrzehnten für leidenschaftliches Design, das bei den Fans die Augen funkeln lässt. Doch wollen die Italiener diesmal nicht nur mit Formen, sondern auch mit Funktionen überzeugen. Deshalb haben sie mit großem Aufwand an der Technik gearbeitet, eine extrem steife Plattform entwickelt und für ein sehr ambitioniertes Fahrwerk gesorgt. Zusammen mit der angenehm direkten Lenkung und dem kurz gestuften Getriebe kommt dabei auf ersten Testfahrten tatsächlich ein bisschen BMW-Fahrgefühl auf, wenn der frontgetriebene Italiener um die Kurven wuselt.

Topmodell mit 260 PS und Allradantrieb
Wer richtig Spaß haben möchte, kann dabei erstmals auch das ESP wieder ganz ausschalten. Dabei muss es gar nicht der neue V6-Benziner mit 260 PS sein, den Alfa als sportliches Topmodell und als Antwort auf den Quattro-Erfolg von Audi erstmals mit Allradantrieb anbietet. Schon der große Diesel garantiert ein vergnügliches Maß an Vortrieb. Aus fünf Zylindern mit zusammen 2,4 Litern Hubraum schöpft er 200 PS und beschleunigt mit bis zu 400 Newtonmeter in 8,4 Sekunden auf Tempo 100. Ein Ende findet die Hatz erst bei 228 km/h. Dass man den Motor dabei fast für einen Benziner halten könnte, liegt aber nicht nur an den Fahrleistungen, sondern auch am gelungenen Schallschutz. So sorgen unter anderem eine um einen halben Zentimeter dickere Frontscheibe und Lärmschutzmatten in den Teppichen dafür, dass der Alfa nach werksinternen Messungen leiser dieselt als die meisten Wettbewerber.

Rußfilter serienmäßig
Insgesamt bieten die Italiener ihren Hoffnungsträger mit sechs neuen oder zumindest gründlich überarbeiteten Motoren an, die allesamt mit Direkteinspritzern ausgelegt sind. Bei den Benzinern gibt es die Wahl zwischen einem 1,9-Liter mit 160 PS, einem 2,2-Liter mit 185 PS und dem neuen V6-Motor. Wer lieber Diesel tankt, bekommt neben dem Fünfzylinder auch einen 1,9-Liter, den Alfa wahlweise mit 120 PS oder 150 PS anbietet. Alle drei Diesel sind erstmals bei den Italienern serienmäßig mit Rußpartikelfilter ausgerüstet. Geschaltet wird zunächst ausschließlich mit einem neuen Sechsgang-Getriebe; erst im nächsten Jahr wird es auch eine Automatik und die weiterentwickelte "Selespeed"-Schaltung geben.

Ambitionierte Preispolitik
"Was die Zukunft des Alfa 159 angeht, sind wir sehr zuversichtlich", sagt Kalbfell. "Und das kommt auch in unseren Preisen zum Ausdruck." Deshalb üben die Italiener keine falsche Bescheidenheit und schlagen gegenüber dem Vorgänger zum Teil mehrere tausend Euro auf. Zwar stehen die Preise für Deutschland noch nicht endgültig fest, doch wird der günstigste Diesel wohl bei 26.500 Euro beginnen, für den kleinen Benziner muss man mit 27.000 Euro rechnen, und in Italien reicht die Preisliste beim V6 bis über 40.000 Euro. Aber dafür bietet Alfa nicht nur mehr Auto, sondern auch mehr Ausstattung. So bekommt der Neue grundsätzlich ESP, je zwei Front-, Seiten-, Kopf-Airbags und einen Knie-Airbag, aktive Kopfstützen vorn sowie eine Klimaanlage, Lederlenkrad, Alufelgen, Nebelscheinwerfer und ein Multifunktionsdisplay mit Bordcomputer. In den gehobenen Varianten gibt es dann auch noch Xenonlicht, Navigationsanlage, Leder und diverse Musiksysteme.

Inspektionen inklusive
Aber weil Leidenschaft und "funkelnde Augen" nicht alles sind, weil die Aussicht auf neue Märkte und neue Modelle die Schatten der Vergangenheit allein nicht vertreiben werden und weil Produktionsverantwortliche oder Qualitätschefs viel Fortschritt versprechen können, wenn der Tag lang ist, setzt Alfa auch auf vertrauensbildende Maßnahmen. Deshalb haben die Italiener vorausschauend schon einmal einen hohen Restwert prognostizieren lassen. Und damit niemand Angst vor dem nächsten Werkstattbesuch haben muss, übernimmt Alfa für drei Jahre oder 120.000 Kilometer generös alle Kosten für die im Wartungsplan vorgeschriebenen Inspektionen - Verbrauchsmittel inklusive.

Schnellcheck Alfa Romeo 159

Einsteigen: ...weil der Alfa einfach klasse aussieht und das sehr direkte Fahrverhalten gut zum sportlichen Anspruch passt. Und: Es gibt ein Servicepaket...

Aussteigen: ...weil das Interieur nicht hält, was das Karosseriedesign verspricht. Bei aller Leidenschaft fehlt dort einfach die Präzision.

Umsteigen: ...aus vergleichsweise zahmen Premium-Importen wie dem Saab 9-3, dem Volvo S40 oder dem Jaguar X-Type, und vielleicht sogar aus BMW 3er, Audi A4 und Mercedes C-Klasse.

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