Startseite
Sie sind hier: Home > Auto > Fahrberichte >

Alfa Brera - Der Romeo unter den Coupés

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Sportwagen  

Alfa Brera - Der Romeo unter den Coupés

07.11.2005, 11:07 Uhr | Spiegel-Online

Von Tom Grünweg

Der neue Alfa Brera (Foto: Alfa Romeo)Der neue Alfa Brera (Foto: Alfa Romeo) Die Konzernmutter Fiat trägt gedeckte Farben und lächelt nur noch selten. Die Tochtermarke Alfa Romeo setzt dagegen unverdrossen auf ihre Verführungskünste. Ab Januar 2006 auch wieder mit einem sportlichen Coupé, dem neuen Alfa Brera.

Foto-Show Alfa Romeo Brera

Im Windschatten legendärer Modelle
Alfa hat einen neuen Romeo. Ein bildhübsches, elegantes Coupé, das den nicht eben glorreichen GTV ersetzten wird. Die Alfisti sehen das neue Modell im Windschatten legendärer Modelle wie dem 1900 SS, der Giulietta Sprint oder der Alfetta. Die Chancen sind günstig, dass der Brera dieses Versprechen hält. Schließlich liest sich die Entstehungsgeschichte des Brera wie das Kompendium der italienischen Automobilindustrie. Entworfen wurde das Coupé von Altmeister Giorgetto Giugiaro; die Entwicklungshoheit lag beim Fiat-Konzern, und für die Produktion zeichnet Pininfarina verantwortlich.

Designpreise und Schönheitstrophäen
Streng genommen ist der Zweitürer dabei nichts anderes als ein technisch relativ simples Derivat des neuen Alfa 159, mit dem das Auto immerhin 55 Prozent der Teile gemeinsam hat. Doch diese Information hat nur statistischen Wert. Was zählt, ist die Ausstrahlung des Brera. Die Neuschöpfung von Giugiaro wurde bereits vor ihrem Debüt mit einer Reihe von Designpreisen und Schönheitstrophäen ausgezeichnet.

Foto-Show Alfa Romeo 159

Wild und entschlossen
Zunächst kürzten die Designer die Plattform der 159er Limousine um 18 Zentimeter, so dass der nach einem Mailänder Stadtteil benannte Sportwagen jetzt 4,41 Meter misst. Außerdem wölbt sich das Dach lediglich 1,37 Meter hoch. Weil das Auto zugleich aber satte 1,83 Meter breit ist, steht er ziemlich auftrumpfend auf der Straße. Von vorn wirkt er mit dem großen "Scudetto"-Kühler, der stark gepfeilten Motorhaube und den jeweils drei Knopfaugen der Scheinwerfer wild und entschlossen.

Wollüstig breite Hüften
Und die Silhouette duckt sich mit flacher Scheibe, tiefem Scheitel, breiter C-Säule und rundem Buckel schnittig in den Wind. Der schönste Anblick aber ist die Kehrseite des Brera. Dort wölben sich zwei beinahe wollüstig breite Hüften und ein besonders kess geschwungener Karosserieabschluss. Dazu gibt es als Schmuckelement die auffälligen Rückleuchten der Limousine, zwei Auspuffpaare links und rechts sowie eine fünfeckige Heckscheibe, die nach unten spitz ausläuft.

Brera-Cockpit: nett, aber nicht faszinierend (Foto: Alfa Romeo)Brera-Cockpit: nett, aber nicht faszinierend (Foto: Alfa Romeo) Die Liebe zum Detail fehlt
Wie so oft bei italienischen Herzensbrechern lässt der Charme ein wenig nach, wenn man dem Liebreiz auf den Grund geht. So fehlt dem Brera innen die Finesse, die das Karosserieblech so elegant in Falten legt. Zwar ist das in vielen Teilen vom 159 übernommene Interieur lange nicht mehr so trist und lieblos wie beim Vorgänger. Doch können auch das neue Cockpit, die breite Mittelkonsole mit den vielen Zusatzinstrumenten und die üppigen Blenden in Aluminium-Optik nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Liebe zum Detail keine Stärke der Italiener ist.

Vorgeschmack auf den Roadster
Dafür jedoch sitzt man im Brera ausgesprochen gut - zumindest in der ersten Reihe. Dort hat Alfa neue Sportsessel mit kräftigen Seitenpolstern eingebaut, auf denen man nur knapp über dem Asphalt sitzt und so ein besonders gutes Gespür für die Fahrbahn hat. Damit der Innenraum nicht wie eine dunkle Höhle wirkt, hat Alfa im Dach eine riesige Panoramascheibe eingebaut, die viel Licht ins Auto lässt und damit einen ersten Vorgeschmack auf den Roadster gibt, der auf dem Genfer Salon enthüllt wird und noch vor dem Sommer auf den Markt kommen soll. Wem die Sonne zu heftig auf den Scheitel brennt, der kann auf Knopfdruck ein Rollo zwischen Haupt und Himmel schieben. Dann allerdings wird die ohnehin nicht üppige Kopffreiheit weiter eingeschränkt.

In der zweiten Reihe wird's eng
Eine Notlösung ist die Rückbank, deren Sitzplätze man weder der Schwiegermutter noch dem Nachwuchs anbieten möchte. Wer der mit Isofix-Haken problemlos zu befestigenden Babyschale entwachsen ist, dem wird es im Fond wohl auch auf kurzen Strecken schnell zu eng. Viel besser aufgehoben sind in der zweiten Reihe all jene Gepäckstücke, für die im lediglich 300 Liter großen Kofferraum kein Platz mehr ist. Zwar lässt sich die Rücksitzlehne umlegen, so dass insgesamt 610 Liter Ladung von hinten verstaut werden können. Doch ist die hüfthohe Kante unter der großen Klappe eine ziemliche Hürde für schwere Einkaufstauschen oder Reisekoffer.

Foto-Show Alfa Romeo 147

Tadellose Antriebstechnik
Frei von jedem Tadel bleibt die Antriebstechnik, die beim Transfer von der Limousine ins Coupé deutlich sportlicher geworden ist. Man braucht nicht einmal zum 3,2 Liter großen V6-Motor zu greifen, der mit 260 PS (191 kW) und maximal 322 Newtonmeter eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h erreicht und mit seinem serienmäßigen Allradantrieb souverän auch durch die engen Kurven der Fiat-Teststrecke zwischen Turin und Mailand wuselt.

Flott unterwegs im Einstiegsmodell
Schon das Einstiegsmodell hat ordentliche 185 PS (136 kW) und ist ausgesprochen flott unterwegs. So bringt es der 2,2 Liter große Benzin-Direkteinspritzer auf 230 Newtonmeter, die er auch ohne Allradantrieb sicher in Traktion umsetzt. Selbst wer mit Vollgas startet und den vom Werk ermittelten Sprintwert von 8,6 Sekunden prüfen möchte, wird nur selten vom serienmäßigen ESP eingebremst. Und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h muss man sich auch nicht verstecken.

Der Diesel kommt erst noch
Wer dem Brera allerdings freien Lauf lässt, der kann sich vom Normverbrauch schnell verabschieden: Statt der auf dem Prüfstand ermittelten 9,4 Liter zeigt der Bordcomputer dann weitaus höhere Werte an. Wem dies nicht passt, der sollte sich noch etwas gedulden. Einige Monate nach der Markteinführung ergänzen die Italiener das Motorenangebot mit einem Fünfzylinder-Diesel, der 200 PS (147 kW) leistet und damit allemal genügend Kraft für den Zweitürer haben sollte - beim deutlich sparsamerem Umgang mit dem Kraftstoff.

Bei rund 34.000 Euro geht's los
Weil der Brera erst Ende Januar auf den deutschen Markt kommt, sind Preise und Ausstattung noch nicht endgültig festgelegt. Doch wollen sich die deutschen Verkäufer an den Vorgaben aus Italien orientieren, wo die Preisspanne bei 34.000 Euro beginnt und bei 45.000 Euro endet. Dabei wird es wohl schon im Basismodell neben ESP und Traktionskontrolle auch sieben Airbags geben, von denen einer die Knie des Fahrers schützen soll. Gegen Aufpreis montieren die Italiener diesen Luftsack unter dem Armaturenbrett auch für den Beifahrer.

Ordentliche Ausstattung
Außerdem rollt jeder Brera mit CD-Radio, Klimaanlage, elektrischen Fensterhebern, Zentralverriegelung, Parksensoren, Bordcomputer und Alu-Rädern vom Band. Das Panoramadach und die vielen Aluleisten im Innenraum allerdings sind dem gehobenen Ausstattungsniveau vorbehalten.

Alfa hofft auf friedliche Koexistenz
Alfa möchte von den neuen Modellen Brera und der Cabrioversion Spider 20.000 Autos pro Jahr verkaufen. Dabei soll der Verkauf des Alfa GT, das zweite Coupé im kleinen Programm der Italiener, nicht beeinträchtigt werden. Der GT geht beinahe als vollwertiger Viersitzer durch und kostet bis zu 10.000 Euro weniger. Insofern hofft Alfa auf die friedliche Koexistenz der beiden Nischenmodelle.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Rutschpartie des Jahres 
Selbst der Schneepflug scheitert an diesem Hügel

Das Video begeistert schon mehr als 22 Millionen Menschen im Internet. Video

Anzeige
AnzeigeGebrauchtwagensuche
Welcher ist Ihr nächster?

Finden Sie hier Ihren neuen Gebrauchten:

 

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

Shopping
Macht den Kaffeemoment zur besten Zeit des Tages

Siemens Kaffeevollautomat der EQ Serie: Erfahren Sie vollendeten Kaffeegenuss. von OTTO

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal