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Fahrbericht Audi Q7  

Komm mit nach Liliput

01.02.2006, 11:23 Uhr | Spiegel-Online

Von Jürgen Pander

Audi Q7 (Foto: Audi)Audi Q7 (Foto: Audi) Beim Einsteigen beginnt die Verwandlung. Durch die Scheiben des Q7 sieht die Welt viel kleiner aus. Die Fahrbahn wird schmaler, die anderen Autos schrumpfen - und die Parkplätze erst! Audi preist das neue Modell als "SUV der dritten Generation", wir sind ihn gefahren.

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Superschwergewichtsklasse
Gut 2,2 Tonnen schwer, 5,08 Meter lang und 1,98 Meter breit - die beiden Außenspiegel im Format ledergebundener Managerkalender nicht mit gemessen -, der Audi Q7 tritt in der nach oben offenen Superschwergewichtsklasse der Geländewagen an. Eine gewaltige Blechlandschaft, unterbrochen nur von vergleichsweise kleinen Glasflächen. Das hier ist ein echtes Trumm - oder wie Audi vornehmer sagt: "ein neuer Superlativ im Segment der Sport Utility Vehicles".

Amerikanische Dimensionen beim Q7 (Foto: Audi)Amerikanische Dimensionen beim Q7 (Foto: Audi) Hoch zu Ross
Hat man den Fahrersitz erklommen, wähnt man sich auf Gullivers Spuren in Liliput. Es entsteht der Eindruck, als wären die Maßstäbe durcheinander geraten. Und so fährt man erst einmal sehr behutsam los, um bloß nicht irgendwo hängen zu bleiben oder anzuecken.

Europäisches SUV mit amerikanischen Ausmaßen
Warum hat Audi den Q7 nicht ein bisschen bescheidener gebaut? "Erstens", sagt Alexander Buk, Leiter des Q7-Marketings, "wollten wir einen SUV mit der Möglichkeit einer dritten Sitzreihe anbieten. Zweitens erwarten wir, dass etwa 45 Prozent aller Q7 in den USA verkauft werden." Na klar, auf breiten Highways und Outlet-Parkplätzen, die fast bis zum Horizont reichen, fällt der wuchtige Q7 kaum auf. Auf europäisch formatierten Straßen jedoch sehr wohl.

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Keine echte dritte Sitzreihe
Das Argument, die dritte Sitzreihe sei der Grund für die enorme Größe, greift dagegen nicht so recht. Die beiden Zusatzplätze im Fond kosten 700 Euro Aufpreis und sind "nur für Personen bis 1,60 Meter Körpergröße" geeignet, wie Buk erklärt. Gut, wer häufig mit einer Schar Kinder unterwegs ist, wird sich über die Option freuen, doch das Gros der künftigen Q7-Nutzer dürfte andere Präferenzen setzen.

Rollende Lounge
Zum Beispiel, den Wagen als Repräsentationsfahrzeug nutzen. Zu diesem Zweck lässt sich der Q7 als rollende Lounge (1350 Euro Aufpreis) konfigurieren, mit zwei ausladenden Sesseln in Reihe zwei. Zum verschwenderischen Platz im Innenraum kommen zahlreiche Annehmlichkeiten wie Klapptischchen, Lederbezüge, abgedunkeltes Glas und jede Menge Ablagen oder Getränkehalter - zumeist kostet das extra, versteht sich. Auch von außen lässt sich der Wagen kostenpflichtig noch eindrucksvoller herrichten, etwa durch eine Zweifarb-Lackierung oder gewaltige, ebenfalls zweifarbig lackierte Leichtmetallräder im Format 20 Zoll.

Flinker Koloss
Bislang war viel von der Masse und Mächtigkeit des Autos die Rede. Die größte Überraschung aber ist, wie behände und flink der Q7 sich bewegt. Sowohl die Variante mit dem V8-FSI-Benzinmotor (350 PS/ 257 kW) als auch der Wagen mit dem V6-TDI-Aggregat (233 PS/ 177 kW) vermitteln ein Fahrgefühl, wie man es von sehr viel kleineren, leichteren, sportlicheren Autos gewohnt ist. Insofern legt sich auch das eingangs beschriebene Gefühl der Ehrfurcht vor der Riesenhaftigkeit des Autos auch auf einer deutschen Landstraße schon nach ein paar Kilometern. Dass er sich so geschmeidig und zuvorkommend verhält, hätte man diesem Koloss gar nicht zugetraut.

Die Preise beginnen ab 48.900 Euro. (Foto: Audi)Die Preise beginnen ab 48.900 Euro. (Foto: Audi) Viel Hightech für den Fahrer
Der technische Aufwand, der dieses Fahrgefühl entstehen lässt, ist groß. Serienmäßig hilft eine geschwindigkeitsabhängige Servolenkung beim Dirigieren des Fahrzeugs. Der Quattro-Allradantrieb ist so ausgelegt, dass im Normalfall 60 Prozent der Antriebskraft an die Hinterräder gelangen. Das Fahrwerk bügelt nicht nur die Straße glatt, sondern stemmt sich auch gegen die Kurvenneigung der Karosserie und verändert je nach Gangart die Straßenlage - jedenfalls wenn es mit Luftfederung arbeitet, was happige 2510 Euro Aufpreis kostet. Dafür ist die Technik auch beim Wochenendeinkauf hilfreich: Per Knopf im Gepäckraum lässt sich das Auto nur an der Hinterachse um eine Handbreit absenken, so dass die Ladekante einen Diener macht und das Einladen leichter fällt.

Kleine Feinheiten
Auch an anderen Stellen des Q7 haben die Ingenieure Hunderte von Stunden in die Feinarbeit gesteckt. Zum Beispiel an den Scheibenwischern. Die zucken nach dem Abstellen des Motors ein paar Zentimeter nach oben, und zwar nicht, um Politessen das Drunterklemmen eines Strafzettels zu erleichtern, sondern um zu verhindern, dass die Wischerblätter festfrieren. Die sind dann nämlich im beheizten Teil der Windschutzscheibe geparkt - logischerweise ist diese Automatik nur bei Minustemperaturen aktiv.

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Große Klappe, viel drin
Ungewöhnlich geformt ist auch die Heckklappe, die bis weit in die Fahrzeugflanken greift. Weil die Rücklichter komplett in der Klappe platziert sind, würde der Wagen in der Dunkelheit von hinten aussehen wie ein schwarzes Loch. Tut er aber nicht, denn bei eingeschalteten Lichtern und geöffneter Heckklappe wandern die Funktionen (Rücklicht, Bremslicht, Blinker, Warnblinker) in die im Stoßfänger untergebrachten schmalen, zusätzlichen Rückstrahler.

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Hilfe vor allem bei Autobahnfahrten wiederum soll das System "Side Assist" (Aufpreis 550 Euro) gewähren. Sensoren überwachen die Seiten und das Heck des Fahrzeugs. Dringt ein anderes Auto in den überwachten Bereich ein, leuchtet ein gelbes Blinklicht an den Innenseiten der Außenspiegel auf. Setzt der Q7-Fahrer nun zum Spurwechsel an, wird aus dem Blinklicht ein warnendes Dauerlicht.

Sinnvoll oder nicht?
Ist das schon längst zu viel des Guten? Sollten Autos so etwas können? Wäre ein solcher Entwicklungsaufwand nicht bei anderen Details viel sinnvoller? Die wackelige Klappe der Mittelkonsole zum Beispiel will nicht so ganz zur ansonsten sehr präzise verarbeiteten Einrichtung passen. Von Dingen, mit denen sich wenigstens ein paar Tropfen Sprit sparen ließen, wollen wir gar nicht erst reden. Da käme man dann nämlich schnell zu viel grundsätzlicheren Fragen, wie zum Beispiel der, ob Autos vom Kaliber eines Q7 nicht generell fehl am Platz sind im Jahre 2006.

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Preis: Rund 50.000 Euro
Wie die Antwort auch ausfällt - es gibt den Wagen jetzt ohnehin. Ab Anfang März werden die deutschen Händler beliefert. Die TDI-Variante wird ab 48.900 Euro kosten, der V8-Benziner ab 64.900 Euro. Im zweiten Halbjahr soll eine dritte Motorvariante das Angebot ergänzen, ein 3,6-Liter-V6-FSI-Aggregat mit rund 260 PS; im nächsten Jahr dann soll eine Version mit Hybridantrieb auf den Markt kommen. Und natürlich denkt Audi auch über Highend-Modelle nach. "Im Motorraum ist genug Platz", sagt Marketingexperte Buk. Das nächste Wettrüsten kann also beginnen. Porsche legt schon mal vor und stellt in diesen Tagen in Dubai den Cayenne Turbo S vor - einen Geländewagen mit 521 PS.

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