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Mercedes R 63 AMG - Der Bulle von Benz

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Fahrbericht  

Mercedes R 63 AMG - Der Bulle von Benz

09.08.2006, 13:47 Uhr | Spiegel-Online, t-online.de

Mercedes-Benz R63 AMG (Foto: Mercedes-Benz)Mercedes-Benz R63 AMG (Foto: Mercedes-Benz) Von Tom Grünweg

Die R-Klasse ist ein Auto, das man erklären muss. Das hat Mercedes gemerkt und den ominösen Grand Sports Tourer flugs zum Reise-SUV umgedeutet. Mit zwei neuen Motoren und etwas Geduld, ist Produktmanager Frank Zimmermann überzeugt, "wird der Wagen seinen Weg machen".

Foto-Show Mercedes-Benz R 63 AMG
Foto-Show Die R-Klasse von Mercedes
Foto-Show Mercedes M-Klasse

R wie Rabatt
Frank Zimmermann ist ein wenig gereizt. Denn wann immer der Produktmanager auf die R-Klasse angesprochen wird, muss er spätestens bei der zweiten Frage darüber Auskunft geben, ob die eigenwillige Mischung aus Luxusliner, Großraumlimousine und Geländewagen mit Allradantrieb und bis zu sechs Sitzen denn nun die Erwartungen erfüllt. Das dürfte ihm nicht immer leicht fallen. Schließlich melden die Fachblätter selbst aus den USA, für die der feine Bruder von ML und GL maßgeschneidert wurde, dass der Wagen nur mit großen Nachlässen verkauft werde. Aus der R-Klasse wird so bei manchen Kollegen schon die Rabatt-Klasse.

Foto-Show Mercedes SLK 55 AMG
Foto-Show Mercedes SL 55/65 AMG
Foto-Show Mercedes G 55 AMG

M-Klasse erfolgreicher
Zimmermann dagegen gibt sich optimistisch und zufrieden. Schließlich seien bis zum 30. Juni 2006 weltweit mehr als 21.000 R-Klassen ausgeliefert worden, und 10.000 davon allein im ersten Halbjahr in den USA. Das klingt respektabel, steht aber in keinem Verhältnis zur M-Klasse, die in den ersten sechs Monaten insgesamt 54.000 Kunden fand und allein im Juni 10.000 Mal verkauft wurde. Auch in Deutschland, wo die R-Klasse seit Februar beim Händler steht, sind die Zahlen vergleichsweise klein: Dort stehen etwa im Juni 1798 Exemplare M-Klasse 592 Modellen R-Klasse gegenüber (laut Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg).

Geduld mit der R-Klasse
Mercedes-Manager Zimmermann ficht das allerdings nicht an. Erstens zähle am Ende nur, was aus dem US-Werk in Tuscaloosa an M-, GL und R-Klasse gemeinsam vom Band läuft. Und zweitens "brauchen viele echte Neuerungen offensichtlich etwas Anlauf, bis der Markt sie voll akzeptiert", sagt Zimmermann und bittet damit um Geduld mit dem Wagen, der plötzlich nicht mehr als Grand Sports Tourer, sondern als luxuriöser Reisegeländewagen positioniert wird.

Beispiel A-Klasse
Als Referenz verweist er auf die Computermaus, die bereits 1963 erfunden wurde und danach 20 Jahre lang auf Eis lag, jetzt aber aus der Informatik nicht mehr wegzudenken ist. Auch im eigenen Haus haben die Schwaben Erfahrungen mit solchen Spätzündern. "Die erste Generation der A-Klasse brauchte rund drei Jahre, um richtig auf Touren zu kommen", sagt Zimmermann und nennt auch den Mercedes CLS, der anfangs eher skeptisch bewertet wurde. "Nach mehr als 50.000 verkauften Autos und den Ankündigungen der Wettbewerber, auf ähnliche Konzepte zu setzten, sind die Zweifler verstummt", schwärmt der Absatzstratege und hofft bei der R-Klasse auf eine vergleichbare Karriere.

R 63 AMG: Raumkreuzer oder Rakete? (Foto: Mercedes-Benz)R 63 AMG: Raumkreuzer oder Rakete? (Foto: Mercedes-Benz) Haarscharf unter 100.000 Euro
Damit der Wagen in der relativ kleinen Zielgruppe künftig großen Widerhall findet, weiten die Schwaben ihr Angebot nun nach oben und unten aus. Für Sparer gibt es den Raumkreuzer ab 2. September auch als R 280 CDI, der allerdings ausschließlich mit kurzem Radstand angeboten wird und den Preiseinstieg für die Baureihe unter 50.000 Euro drückt. Und für eilige Reisende in der Business-Class kommt als neues Top-Modell im Oktober der R 63 AMG in den Handel, der haarscharf unter der 100.000 Euro-Grenze bleibt.

Raumkreuzer als Rakete
Während der Diesel mit einem Normverbrauch von 9,3 Litern vor allem den Verstand bedient, jedoch mit 190 PS und 440 Nm bei mehr als zwei Tonnen Leergewicht nicht immer ein Vergnügen ist, hat sich die auch optisch deutlich differenzierte AMG-Version konsequent dem Fahrspaß verschrieben und alle Vernunft fahren lassen. Wer braucht einen Raumkreuzer, der eigentlich eine Rakete ist? Wer will tatsächlich schon für die "kurze" R-Klasse 96.976 Euro bezahlen, wenn es dafür auch einen echten Sportwagen und gleich noch eine vernünftige Großraumlimousine dazu gibt? Und wer kann sich selbst bei einer Firmentankkarte einen Normverbrauch von 16,3 Litern leisten, der in der Praxis bei mehr als 20 Litern landen wird?

Aktuelle Meldungen Autogramm

Wer kann sich so ein Auto leisten?
Eigentlich keiner. Und trotzdem ist der R 63 AMG einfach ein faszinierendes Auto. Wenn man all diese Fragen ausblendet und sich der Faszination der Technik hingibt, macht es einen Heidenspaß, dem 6,2 Liter großen Achtzylinder die Sporen zu geben. Der Motor dreht wie bei einem Sportwagen bis über 7000 Touren, und man meint bei jedem Gasstoß einen Tritt ins Kreuz zu spüren. Schließlich kommt der V8 auf 510 PS und zerrt mit bis zu 630 Nm an der Kurbelwelle. Damit katapultiert er die R-Klasse in fünf Sekunden auf Tempo 100 und kommt mühelos ans selbst gesetzte Limit von 250 km/h.

Ausstattung erweitert
Aber Mercedes hat nicht nur die Motorpalette erweitert, sondern auch die Ausstattung auf den neuesten Stand gebracht. Blinkende Bremsleuchten sollen die Reise künftig sicherer und der Abstandsregeltempomat oder die Sprachbedienung die Fahrt entspannter werden lassen. Damit wollen die Schwaben die so genannte Konditionssicherheit verbessern, die Mercedes laut Entwickler Goetz Renner so wichtig ist, weil sie den Fahrer entlastet und "die Handlungsreserven bewahrt, die er in kritischen Situationen vielleicht dringend braucht". Den größten Gewinn allerdings verspricht ein anderes Extra: Weil nun auf Wunsch eine Rückfahrkamera das Rangieren erleichtert, bleibt der Puls selbst bei der 5,16 Meter langen Langversion auch im Parkhaus ruhig.

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