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Fahrbericht  

Crash mit dem blauen Ballon

04.05.2006, 12:29 Uhr | Spiegel-Online

Abstandsradar wie bei Mercedes-Benz S-Klasse
Es ist schon eine ungewöhnliche Situation, einem blauen Ballon hinterherzufahren. Einer großen Kunststoffblase, die an einem Kran-Arm hängt, der wiederum auf das Dach eines Volvo V70 montiert worden ist. Der Ballon soll das Heck eines Autos symbolisieren, auf das es möglichst dicht aufzufahren gilt: Auf der abgesperrten Landebahn eines südschwedischen Provinzflughafens wird der neue Abstandsradar des rundum aufgepeppten Luxusmodells S80 getestet. Ähnlich wie bei der S-Klasse von Mercedes, sollen jetzt auch Volvo-Fahrer gewarnt werden, sobald sie sich einem vorausfahrenden Fahrzeug bedenklich nähern. Denn Verkehrsstatistiken sagen, dass 30 Prozent aller Karambolagen Auffahrunfälle sind. Und bei der Hälfte dieser Unfälle waren die Fahrer so abgelenkt, dass sie vor dem Aufprall überhaupt nicht bremsten.

Das Abstandsradar soll Auffahrunfälle verhindern helfen (Foto: Volvo)Das Abstandsradar soll Auffahrunfälle verhindern helfen (Foto: Volvo) Simulation eines Auffahrunfalls
Ein Auffahrunfall wird nachgestellt: Der S80 rollt mit 60 km/h auf der Landebahn hinter dem großen Ballon-Heck her, als der Volvo-Techniker auf dem Beifahrersitz plötzlich auf irgendein Detail am Armaturenbrett zeigt - ein Ablenkungsmanöver. Im gleichen Augenblick bremst das Ballon-Auto, ein Warnton schrillt durch den Wagen, und rote Warnlichter leuchten im Head-Up-Display auf. Der spontane Tritt auf die Bremse aber kommt zu spät, der S80 rauscht mit Schwung in den blauen Plastiksack, der aus seiner Kran-Verankerung geschleudert wird und jetzt schwerfällig über den Asphalt hüpft. Test misslungen? "Keineswegs", sagt später Silvia Güllsdorf, die für die Neuauflage des S80 verantwortliche Volvo-Direktorin. "Der Fahrer soll auch durch neue Assistenzprogramme nicht von seiner Verantwortung entbunden werden."

Mit Sicherheit in der Oberklasse punkten
In der Tat war es gelungen, trotz Ablenkungsmanöver immerhin noch den Fuß aufs Bremspedal zu bekommen und so die Aufprallgeschwindigkeit zu verringern. Solche Assistenzprogramme sollen Volvo helfen, im Premiumsegment der so genannten Business-Limousinen die Konkurrenten Mercedes, BMW und Audi anzugreifen. Weil aber nur mit dem Thema Sicherheit bei der Zielgruppe "solventer Geschäftsmann" nicht zu punkten ist, wurde die zweite Generation des Volvo-Flaggschiffs S80 vor allem auch in Sachen Design und Motorisierung komplett überarbeitet. Die Marketingabteilung des schwedischen Herstellers hat sich dafür das Motto "scandinavian luxury" ausgedacht.

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Volvo S80 (Foto: Volvo)Volvo S80 (Foto: Volvo) S80 ist gewachsen
Denn der neue S80 soll Business-Kunden ansprechen, die skandinavisches Understatement dem Big-Boss-Charme aus Sindelfingen, Ingolstadt oder München vorziehen. Mit 4,85 Meter bleibt die Außenlänge der Limousine zwar unverändert, doch der Radstand wurde um 4,4 Zentimeter erweitert. Außerdem ist der Wagen jetzt etwas höher und breiter, was ihm rein optisch einen etwas kompakteren, kraftvolleren Antritt als dem Vorgängermodell verleiht.

Leichtes Facelift
Trotzdem fällt das schnittigere Outfit nicht sofort ins Auge - in Schweden übt man sich in Zurückhaltung. Der unaufdringliche Auftritt des Oberklasse-Modells ist schon am neuen Kühler abzulesen: Anders als die aktuellen Limousinen von BMW, Mercedes und Audi trägt der Volvo kein aggressives Kühlergrill-Grinsen zur Schau. Die Designer in Göteborg haben zwar die Marken-typische Diagonalstrebe des Grills etwas größer als zuvor ausfallen lassen und die Scheinwerfer niedriger positioniert sowie seitlich in die Flanken gezogen. Doch die neue Frontpartie wirkt noch immer dezent.

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Gewohnte Volvo-Qualität im Innenraum (Foto: Volvo)Gewohnte Volvo-Qualität im Innenraum (Foto: Volvo) Sinnvolle Überarbeitung des Innenraums
Auch der Innenraum des S80 wurde umgestaltet - ohne Pomp, dafür mit Sinn für den praktischen Nutzen. So hat zum Beispiel der dreigeteilte Knopf der Klimaanlage die Form eines sitzenden Menschen: Drückt man auf den Kopf, weht dem Fahrer Wind um die Ohren, drückt man auf die Füße, geht das Gebläse im Fußbereich an. Beim Anpreisen des neuen Raumdesigns wird man bei Volvo regelrecht poetisch. So erinnere der weiche Schwung des Armaturenbretts "an eine Heidelandschaft an einem Wintertag", heißt es. Starker Marketing-Tobak? Findet Volvos Designchef Steve Mattin keineswegs. "Haben Sie schon einmal die Westküste Schwedens im Schnee gesehen?", fragt der gebürtige Engländer und antwortet gleich selbst: "Die Felsen bekommen eine ganz besondere Weichheit, die Konturen verschwimmen. Genau das ist skandinavisches Design: Ohne Schnörkel und inspiriert von der Natur."

Dicke Motoren mit hohem Verbrauch
Hinter der Heidelandschaft aber und unter der Motorhaube ist für Poesie kein Raum mehr. So erhielt die Topversion den 315 PS starken V8-Motor aus dem Luxus-Geländewagen XC90, der mit 4,4 Liter Hubraum allerdings stolze 12,3 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Daneben wurde für die zweite S80-Generation eigens ein Sechszylinder-Triebwerk entwickelt, das mit 238 PS und 3,2 Liter Hubraum deutlich mehr Power besitzt als das Vorgänger-Aggregat. Dazu steht noch ein Fünfzylinder-Turbodiesel zur Wahl. Und während der V8 serienmäßig mit Allradantrieb vorfährt, werden der Sechszylinder und das Dieselmodell erst im kommenden Jahr damit ausgerüstet - auch dann kostet der Vierradantrieb rund 2500 Euro Aufpreis.

Volvo ein perfekter Dienstwagen
Denn rund die Hälfte aller verkauften S80 dienen als Dienstwagen, 95 Prozent aller S80-Käufer sind Männer. Einer davon ist übrigens König Carl Gustav von Schweden. Wohl auch deshalb haben die Designer darauf geachtet, die Beinfreiheit im Fonds zu vergrößern und nun auch die Rücksitzbank optional mit Sitzheizung und Belüftung zu versehen.

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