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Fahrbericht: Honda Civic - von Raumschiffen und Raumwundern

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Fahrbericht  

Honda Civic: Von Raumschiffen und Raumwundern

04.08.2006, 13:31 Uhr | Michael Hoffmann/mid

Honda Civic (Foto: Honda)Honda Civic (Foto: Honda) Sportliches Äußeres, geräumiges Innenleben: An der Kombination dieser Eigenschaften haben sich schon so manche Automobilhersteller die Zähne ausgebissen. Auch der Honda Civic sieht mit seiner radikalen Keilform von außen nicht nach einem Raumwunder aus. Umso überraschender, wie viel Platz der ab 15.950 Euro erhältliche Japaner in seiner neuen Auflage bietet. Ausreichend jedenfalls, um mit vier Personen, entsprechendem Urlaubsgepäck und jeder Menge Krimskrams in die Ferien zu starten.#

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Design von einem anderen Stern
Das Schöne am Civic ist aber auch, dass man ihm seine praktischen Talente von außen nicht ansieht. Viele Passanten schauen dem Kompaktwagen nach, als sei gerade ein Raumschiff gelandet. Die in manchen Details zu verspielt wirkende Optik mag nicht jedem gefallen, ist aber immer wieder für einen spektakulären Auftritt gut.

Größter Kofferraum seiner Klasse
Schon der Kofferraum markiert mit 456 Litern Fassungsvermögen den Bestwert seiner Klasse; das zusätzliche Volumen gegenüber Wettbewerbern, die häufig rund 350 Liter schlucken, holt sich der Civic durch eine zweite Ladeebene unter einer Klappe im Boden des Kofferraums. Die Klappe kann auch komplett abgesenkt werden, so dass hier beispielsweise ein großer Koffer oder zwei Wasserkästen rutschfest verstaut werden können. Das Gepäckabteil lässt sich wegen der vergleichsweise niedrigen Ladekante gut befüllen, groß gewachsene Menschen können dabei aber mit dem Kopf an die Heckklappe stoßen. Die zweite Ladeebene geht übrigens zu Lasten des Reserverads; stattdessen sollen ein Reifendichtmittel und ein Kompressor bei einer Reifenpanne helfen. Weiterer Laderaum findet sich etwa in verschiedenen Ablagen im Innenraum oder unter der Rückbank; auch die Beinfreiheit auf den hinteren Plätzen überzeugt. Etwas eng wird es aufgrund der abfallenden Dachlinie für die Köpfe von größeren Fondpassagieren.

Unübersichtliche Keilform
Nachteile bringt der japanische Keil für die Übersichtlichkeit. Weder vorne noch hinten sind die Abmessungen des Fahrzeugs vernünftig einzuschätzen, selbst einfache Parkmanöver bieten immer wieder Potenzial, sich gehörig zu blamieren, obwohl der Civic nur 4,25 Meter in der Länge misst. Eine Einparkhilfe aus dem Zubehörprogramm für 430 Euro sollte daher zur Pflichtausstattung gehören. Ansonsten ist die Ausstattung - abgesehen von der etwas spartanischen Basisversion - bereits erfreulich umfangreich und umfasst etwa ESP, sechs Airbags, Klimaanlage, CD-Radio mit MP3-Funktion sowie Multifunktionslenkrad.

Futuristisches Cockpit im neuen Civic (Foto: Honda)Futuristisches Cockpit im neuen Civic (Foto: Honda) Neuerungen auch im Cockpit
Ebenfalls unpraktisch sind die schnittig aussehenden, aber schlecht zu bedienenden Fronttürgriffe in Alu-Optik und die Griffe für die hinteren Türen, die sich in der C-Säule verstecken. Die auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftige Anordnung der ausschließlich digitalen Instrumente auf zwei Ebenen erweist sich dagegen schnell als sinnvoll: Die Anzeige der Geschwindigkeit liegt direkt unterhalb der Windschutzscheibe im unmittelbaren Blickfeld des Fahrers; der Drehzahlmesser mit zusätzlichen Warn- und Informationsleuchten ist darunter angeordnet.

Motor aus dem Accord bekannt
Erste Motorenwahl für Vielfahrer ist der gefahrene 2,2-Liter-Diesel mit 140 PS, für den Honda im Civic allerdings mindestens 21.200 Euro aufruft. Der aus dem Accord bekannte Selbstzünder gefällt durch seine harmonische und druckvolle Kraftentfaltung, dürfte aber ruhig etwas besser gedämpft sein. Das ausgeprägte Turboloch unterhalb von 2000 Umdrehungen in der Minute erfordert gelegentlich den Griff zum Schalthebel; oberhalb dieser Marke gewährt der Drehmomentschub von 340 Newtonmetern aber ausreichend Kraft für fast alle automobilen Lebenslagen.

Unterhalt nicht ganz billig
Bei zurückhaltender Fahrweise liegt der Normverbrauchswert von 5,1 Litern je 100 Kilometer fast in Reichweite, üblicherweise wird man sich aber auf Werte um die sieben Liter einstellen müssen. Nicht ganz billig ist der Unterhalt: Die AXA verlangt für die Haftpflichtversicherung in der SF1 jährlich 517 Euro; zusätzlich müssen pro Jahr 340 Euro an den Fiskus abgeführt werden.

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Straffe Abstimmung
Bei der Fahrwerksauslegung macht der Civic keine Kompromisse zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit. Der straff abgestimmte Kompakte lässt es an Abrollkomfort auf unebenen Straßen vermissen und poltert bisweilen ordentlich über Querfugen. Im Gegenzug bleibt er in Kehren handlich und neutral und macht auch dank der direkt ausgelegten Lenkung und des leicht zu schaltenden, gut abgestuften Sechsganggetriebes auf kurvenreichen Straßen Spaß.

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