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Fahrbericht  

Renault Twingo - Bitte nicht spielen

08.06.2007, 16:45 Uhr | Spiegel-Online

Renault Twingo (Foto: Renault)Renault Twingo (Foto: Renault) Von Tom Grünweg

Er war süß, er war niedlich - und er war erfolgreich. Allerdings kam der Twingo all die Jahre nur bei Frauen wirklich an. Um im härteren Wettbewerb zu bestehen und auch Männer zu erreichen, ist der Winzling jetzt nicht nur größer, sondern vor allem ernsthafter geworden.#

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Kein Frauenauto mehr
Viele Kleinwagen sind Frauenautos. Doch bei kaum einem Wagen war das so ausgeprägt wie beim Renault Twingo. Zumindest in Deutschland galt der Winzling als so niedlich und süß, dass er zu 95 Prozent von Frauen gekauft wurde. Damit sind die Franzosen nicht schlecht gefahren. Denn mit über 500.000 Exemplaren in fast 15 Jahren war Deutschland für den Stadtflitzer der wichtigste Exportmarkt. Doch die Zeiten haben sich geändert, der Wettbewerb ist härter geworden und auf die Frauen allein will sich Renault nicht mehr verlassen.

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Ein normaler Kleinwagen
Aus der charmanten Knutschkugel von einst ist deshalb ein ausgewachsener Kleinwagen geworden, der alles andere als niedlich sein möchte und am liebsten den Aufkleber "Bitte nicht spielen" tragen würde. Die Front steht selbstbewusster im Wind, die Kulleraugen sind verschwunden, unter dem Stoßfänger giert ein großes Gitter nach Luft, um die Radhäuser liegen kleine Schweller, und das glatte Heck ziert in manchen Modellvarianten sogar ein Spoilerlein. Zwar muss man jetzt zweimal hinschauen, um den Twingo zu erkennen, "doch wir haben uns ganz bewusst für ein Design entschieden, das nach einem echten Auto aussieht und nicht so sehr nach einem Spielzeug", sagt eine Produktmanagerin aus Paris. Und ihre deutsche Kollegin Petra Ruthenschröer pflichtet ihr bei: Immerhin will sie den Männeranteil im Twingo von fünf auf 25 bis 40 Prozent steigern.

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Deutlich gewachsen
Den Rollenwechsel kann man auch am Zollstock ablesen. Um endlich wieder zeitgemäße Sicherheit zu bieten und zudem ein wenig mehr Platz zu schaffen, haben die Franzosen den Twingo kräftig aufgeblasen und die Länge gleich um 20 Zentimeter gestreckt. Doch man kann den Unterschied auch herausfahren. Denn ähnlich wendig wie früher, fährt sich der 3,60 Meter lange Zweitürer nun straffer und präziser. Die Lenkung wirkt direkter, und in den sportlichen Modellen ist das Fahrwerk so stramm, dass Babys schon etwas fester auf den Schnuller beißen müssen.

Bis zu 100 PS stark
Auch die Motorpalette zeugt vom Zwergenaufstand: Schließlich gibt es den 1,2-Liter künftig nicht nur mit 60 und 75 PS, sondern im GT sogar mit einem Turbo und 100 PS. Ein bisschen laut und mit metallenen Zierteilen fast schon übertrieben geschminkt, geht der kleine Kraftprotz mit 145 Newtonmetern zu Werke, schiebt das Leichtgewicht (980 Kilo) in 9,8 Sekunden auf Tempo 100 und ermöglicht maximal 189 km/h. Und trotzdem liegt der Verbrauch mit 5,9 Litern nur wenige Zehntel über den beiden anderen Benzinern. Aber das ist den Franzosen noch nicht sportlich genug: Schon bald soll es deshalb eine Rennsemmel mit 130 bis 150 PS geben.

Oje: Ein Diesel ohne Filter
Bei allem Imponiergehabe trägt Renault allerdings auch der Verbrauchsdiskussion Rechnung: Weil jeder fünfte Wagen in dieser Klasse mit einem Diesel ausgestattet ist, gibt es den Twingo nun zum ersten Mal mit einem Selbstzünder. Der 1,5-Liter leistet 65 PS, kommt auf 160 Newtonmeter und macht auf der Straße fast so viel Spaß wie der GT. Nur dass er eben mit 4,3 Litern zufrieden ist und so nur 113 Gramm CO2 ausstößt. Zur weißen Weste fehlt ihm aber noch der Partikelfilter, der dem Twingo allerdings den Preis verhagelt hätte und deshalb eingespart wurde. Denn der Twingo war immer auch ein Spar-, und nicht nur ein Spaßauto. Deshalb haben die Franzosen mit spitzem Stift gerechnet und den Preis gehalten. Zwar musste die Produktion dafür nach Slowenien umziehen, doch jetzt kostet der günstigste Twingo 9250 Euro und damit nur 50 Euro mehr als früher.

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Großzügiges Raumgefühl
Vieles ist neu am neuen Twingo, doch eines bleibt: das gute Raumgefühl. Dass es im Fond so großzügig zugeht wie in der Klasse darüber, liegt auch am variablen Gestühl: Egal ob mit der durchgehenden Bank oder - fast immer gegen Aufpreis - nun auch mit zwei Einzelsitzen bestückt: immer kann man die Rücksitze um 23 Zentimeter verschieben. Bei normaler Stellung passen dahinter 230 Liter. Im Nu zum Zweisitzer degradiert, fasst er knapp 1000 Liter. Und wem das nicht reicht, der kann jetzt auch die Lehne des Beifahrersitzes umklappen.

Deutlich hochwertiger: Der Innenraum
Auch der Stil im Innenraum ist neu: Zwar bleibt das Cockpit wie ehedem in der Mitte, doch rückt der Drehzahlmesser auf die Lenksäule. Die Materialauswahl ist um Welten besser, das romantische, aber laute Faltdach wird von einer Glasluke ersetzt, Zahl und Volumen der Ablagen wurden fast verdoppelt, und das Sicherheitspaket ist wieder komplett. Beinahe zumindest. Immerhin zwei Airbags sind bei allen und vier bei vielen Serie. Zwei weitere gibt es gegen Aufpreis. Nur das ESP hat Renault vergessen und erst für 2008 angekündigt.

Mit Accessoires wieder niedlich?
Er ist vielleicht nicht mehr ganz so niedlich wie früher. Doch trendy will der Winzling trotzdem sein. Deshalb gibt es außen Rallyestreifen, psychedelische Tätowierungen und bunte Pril-Blumen. Und für innen ein paar Details wie Bluetooth und MP3, eine Matte aus Kunstrasen als Lagerplatz für empfindlichen Kleinkram und für die Getränkehalter verschiedene Kunststoffbecher für Schmink- oder Schreibzeug, die entfernt an die Schlampermäppchen erinnern. Wer Männer wirklich versteht, denkt dabei nicht nur an Lippenstift und Lidschatten.

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