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Cadillac CTS: Für den Batman in uns allen

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Fahrbericht  

Cadillac CTS: Für den Batman in uns allen

21.11.2007, 17:10 Uhr | Spiegel-Online

Cadillac CTS (Foto: Cadillac)Cadillac CTS (Foto: Cadillac) Von Jürgen Pander

Der BMW-Fahrer starrt herüber, überholt, lässt sich zurückfallen, starrt wieder. Der Ford-Fahrer rammt beinahe das Auto. Was war denn da los? Spiegel Online unternahm nichts weiter als eine Testfahrt im neuen Cadillac CTS.#

Foto-Show Cadillac CTS 2008
Foto-Show Chrysler 300 C 2008
Foto-Show Cadillac BLS
Foto-Show Cadillac XLR

Spektakulär und selten
Die Marke Cadillac löst spontan Assoziationen aus: dicke Amischlitten, bollernde V8-Motoren, Heckflossen groß wie Surfbretter. Doch die Autos, die vor dem inneren Auge dann vorüberfahren, stammen aus vergangenen Tagen, als John F. Kennedy noch aus einem Cadillac-Cabrio winkte, Marilyn Monroe im Cadillac vorfuhr und auch der junge Boxer Cassius Clay. Cadillac heute? Wer kennt beispielsweise das neue Modell CTS? Eben. Und deswegen schauen die Leute auch so interessiert. Denn der Wagen ist nicht nur extrem selten auf Deutschlands Straßen, er sieht auch spektakulär aus.

Klares, kantiges Design...
"Wir haben diesmal ein wenig künstlerische Gestaltungsfreiheit einfließen lassen", sagt John Manoogian, Karosserie-Chefdesigner bei Cadillac. Offenbar wurden er und seine Kollegen durch einen Batman-Film inspiriert, denn der Wagen wirkt, als käme er geradewegs vom Set. Wuchtig, kantig und fast ein wenig brutal interpretiert er die vor einigen Jahren vorgestellte, neue Cadillac-Formensprache. Falls es ein prototypisches Autodesign für das digitale Zeitalter gibt, dann haben es die Amerikaner entwickelt: ohne jeden Anflug von Retroelementen, ohne jedes Wallen und Fließen europäischer Traditionsmarken. Stattdessen Klarheit und Geometrie - was dennoch eine subtile Eleganz ausstrahlt.

...auch im Innenraum
Jedenfalls zieht der Wagen die Blicke auf sich. In seinem Segment - es ist die obere Mittelklasse, wo hierzulande Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse herrschen - gibt es kein anderes Fahrzeug, das derart kühn und konsequent gestaltet ist. Dazu kommt, dass die Designer die markante Linienführung auch Innenraum fortsetzten. Die Mittelkonsole wächst V-förmig in die Armaturentafel, das Cockpit ist klar und einfach gestaltet, die Lüftungsdüsen stehen ebenso senkrecht wie die Scheinwerfer an Bug und Heck, die Verarbeitung wirkt penibel, die Ziernähte sind akkurat gesetzt.

Sehr wenig Stauraum, kleiner Kofferraum
Ein Extralob haben sich die gut geformten Sitze verdient. Zu tadeln sind dagegen das Tasten-Wirrwar auf dem Armaturenbrett, das mickrige Handschuhfach - und überhaupt die eingeschränkten Ablagemöglichkeiten im Auto. Große Türtaschen oder Staufächer sucht man vergebens. Offenbar spielte dieses Thema keine große Rolle im Lastenheft der Entwickler, denn der Kofferraum fasst lediglich 373 Liter (zum Vergleich: VW Golf 350 Liter) und zudem ist die Ladekante hoch und die Öffnung ziemlich klein. Den Glamour-Faktor des Cadillac CTS stört das kein bisschen - im Autoalltag aber könnte das bisweilen nerven.

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Erhabenes Fahrgefühl mit 311 PS
Zwei Benzin-Motoren bietet Cadillac für den Wagen derzeit an. einen 2,8-Liter-V6-Turbomotor mit 211 PS und einen 3,6-Liter-V6-Turbo-Direkteinspritzer mit 311 PS. Wir waren mit dem stärkeren Aggregat unterwegs, das längs im Motorraum sitzt und die hinteren Räder antreibt (Allradantrieb kostet 4600 Euro Aufpreis). Das Fahrgefühl könnte man am besten mit erhaben beschreiben. Die Maschine ist ein Kraftprotz. Die Sechsgang-Automatik in unserem Testfahrzeug (Automatik-Aufpreis 2000 Euro) serviert die Gänge wie auf dem Silbertablett und schärft in der Sport-Stellung spürbar den Antritt.


Exzellenter Gleiter
Ansonsten aber gibt der Cadillac CTS keineswegs den verhinderten Sportler, auch wenn die Techniker stets betonen, dass der Wagen in Hunderten von Stunden auf der Nürburgring-Nordschleife abgestimmt wurde. Glücklicherweise aber widerstanden die Ingenieure der Versuchung, eine weitere Sportlimousine zu bauen, denn davon gibt es schon mehr als genug. Stattdessen entwickelten sie den CTS zu einem exzellenten Gleiter, der lässig über Fahrbahnunebenheiten hinweg bügelt. Vermutlich steckt reichlich Rasanz in dem Auto - doch warum sollte man die herauskitzeln, wenn es sich auch ohne sportliches Getue so herrlich entspannt und zügig dahinrauschen lässt.

Feine Extras, die aber auch kosten
Während der billigste CTS zu einem Preis von 36.290 Euro verkauft wird, lässt sich die Summe nach oben hin erstaunlich aufstocken. Denn außer dem stärkeren Motor, Allradantrieb oder Automatikgetriebe gibt es noch ein paar andere verlockende Zutaten für den Wagen. Die Lederausstattung etwa, die mit allerlei anderen Luxuszutaten garniert ist, für 3490 Euro Aufpreis. Oder das Navigationssystem samt Bose-Musikanlage inklusive einer 40-Gigabyte-Festplatte für 2990 Euro. Und auch das Komfort-Paket mit weißer, indirekter LED-Innenraumbelechtung für 990 Euro ist ein feines Extra.

Cadillac will wachsen
Die Serienausstattung ist aber auch schon nicht schlecht. Klimaautomatik, Tempomat, achtfach elektrisch verstellbarer Fahrersitz, Lederlenkrad, Musikanlage mit CD-Wechsler, 18-Zoll-Leichtmetallräder und natürlich sechs Airbags, ESP, ABS und Traktionskontrolle zählen zum Standard. Ebenfalls ab Werk installiert ist ein Glasfasersensor in der vorderen Stoßfängerleiste. Das Bauteil soll mögliche Kollisionen mit Fußgängern erkennen und dann über ein Steuergerät die Motorhaube ein Stück aufspringen lassen, damit eine Art Knautschzone beim Aufprall entsteht. Noch ist Cadillac eine Marke, die im deutschen Straßenbild kaum wahrgenommen wird. Die Verkaufszahlen rangieren irgendwo um 500 Fahrzeuge pro Jahr, erst 27 Händler hierzulande bieten die Autos überhaupt an. Doch es sollen rasch mehr werden. Und auch das Sortiment soll wachsen. Für den CTS beispielsweise soll es ab 2009 einen 2,9-Liter-V6-Dieselmotor mit Doppelturbo-Aufladung geben. Und das Design wird dann immer noch ein Hingucker sein.

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