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Fahrbericht: Lamborghini Reventón - Tarnkappe im Tiefflug

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Fahrbericht  

Lamborghini Reventón: Tarnkappe im Tiefflug

21.12.2007, 12:49 Uhr | Spiegel-Online

Lamborghini Reventón (Foto: Lamborghini)Lamborghini Reventón (Foto: Lamborghini) Wie wird ein Lamborghini Murciélago noch schärfer? Die Antwort fand Markenmanager Manfred Fitzgerald bei der Luftwaffe: Nach dem Vorbild eines Kampfjets wird das Auto unter dem Namen Reventón vollends zum Tiefflieger. Tom Grünweg testete den Flitzer.

Kein Kampfjet, aber ein extremes Auto

Nein, einen Pilotenschein braucht man dann doch nicht. Das, was da böse, gemein und schon im Stillstand ungeheuer rasant vor den Werkstoren in Sant'Agata steht, ist kein Kampfjet, sondern immer noch ein Auto. Allerdings eines, das extremer kaum sein könnte. Inspiriert von Starfighter, F-18 & Co. haben die Lamborghini-Designer den Murciélago außen wie innen neu eingekleidet und ihn zum Reventón gemacht.

Eine Million Euro teuer

Die Arbeiten an den Kundenfahrzeugen beginnen erst Mitte Januar, und alle 20 Autos der streng limitierten Kleinserie sind trotz des Preises von exakt einer Million Euro plus Steuern schon längst verkauft. Daher bekam Spiegel Online die Startfreigabe in einem von zwei Prototypen. Für den Tiefflug über die Straßen der Emilia-Romagna stellten die Italiener den Wagen mit der Seriennummer 00/20 bereit, der später einmal im kleinen Werksmuseum stehen wird und beim Start erst einen einzigen Kilometer auf dem Zähler hatte. Eine Million Euro teuer, gerade vom Messestand bei der Bologna Motorshow gerollt und noch völlig jungfräulich steht der matt lackierte Tiefflieger im Dezembernebel. Doch die vorweihnachtliche Romantik ist schnell vorbei, wenn der 6,5 Liter große Zwölfzylinder im Heck zum Leben erwacht. Schon beim ersten Gasstoß dröhnt die Umgebung im Donnerhall.

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Der Nachfolger des Murcielago leistet 700 PS. zum Video

Sondermodelle statt dritter Baureihe

"Wir haben uns überlegt, wohin man Lamborghini weiterentwickeln kann", sagt Manfred Fitzgerald, der bei der Audi-Tochter den Bereich Brand & Design verantwortet. Zwar gibt es immer wieder das Gerücht einer dritten Baureihe, doch dafür fehlen den Italienern die Kapazitäten, die Mittel und der Segen aus der Konzernzentrale. Deshalb halten sie ihre zwei Modellreihen Gallardo und Murciélago mit immer neuen Sonderserien in den Schlagzeilen. "Dabei haben wir erkannt, dass es nach oben noch viel Luft gibt", berichtet Fitzgerald von den Strategiediskussionen, die teilweise bei einer Art Betriebsausflug des Design-Teams auf den Luftwaffenstützpunkt Ghedi am Gardasee geführt wurde.

Kanten aus Karbon

Lamborghini hat eine besondere Verbindung zur Aeronautik, kaum eine andere Marke baut derart windschnittige und wendige Autos. Wenn man den ohnehin schon extremen Murciélago auf die Spitze treiben will, so haben die Verantwortlichen erkannt, muss man den Zweisitzer noch näher an einen Kampfjet rücken. Nach dem Vorbild der Tarnkappenbomber ist der Donnerkeil mit einer neuen Karosserie aus Karbon noch kantiger geworden. Die Front ist geprägt von einer scharfen Spitze und den riesigen, nach vorne gezogenen Lufteinlässen für die Keramikbremsen. Die Flanke lebt von den riesigen Schwellern, dem flachen Dach und den eigenwilligen 18-Zoll-Rädern aus schwarz lackiertem Aluminium, auf die kleine Flügel aus Karbon geschraubt wurden.

Cockpit wie im Kampfjet

Das Heck nimmt das Motiv des Pfeils mit entsprechend geschliffenen Glaslamellen über dem Motorraum wieder auf. In tiefen Lüftungsschächten drehen sich Kühlrotoren wie die Turbinenschaufeln einer Düse, am Ende funkeln - wie bei den vorderen Blinkern - Leuchtdioden statt Glühbirnen, die angesichts der Nähe zum Motor besonders hitzebeständig sein müssen. "Nur das Design zu ändern, wäre zu kurz gesprungen", sagt Fitzgerald. So erinnert auch das Cockpit deutlich an einen Kampfjet. Anders als im Flugzeug gibt es zudem Komponenten aus Alcantara, Leder, Aluminium. Der Blick aber fällt nicht mehr auf die klassischen Instrumente, sondern auf drei große Bildschirme hinter dem Lenkrad. Neben Anzeigen für Drehzahl, Geschwindigkeit und Gangschaltung gibt es als Weltpremiere im Serienbau ein G-Force-Meter, das bislang Jet-Piloten und Rennfahrern vorbehalten war. Dargestellt als eine Kugel, die kreuz und quer durch einen vergitterten Kreis fliegt, zeigt das Instrument mit nahezu hypnotischer Wirkung die fahrdynamischen Kräfte, die beim Beschleunigen oder Bremsen in Längs- und bei Kurvenfahrt in Querrichtung auf den Fahrer wirken.

Die schwarze Seele des Supersportwagens

Schwarz ist nicht nur die Lackfarbe, sondern auch die Seele des Autos. Der Reventón will nichts anderes sein als böse, aggressiv und gemein. "Wir wollten den Eindruck des ohnehin schon extremen Murcielagos noch einmal steigern", erläutert Fitzgerald die Idee des Designs, das wie mit der Rasierklinge aus den Karbonmatten geschnitten scheint. "Bitte nicht berühren", sollte man auf die Flanken schreiben, wenn man Schnittverletzungen neugieriger Bewunderer verhindern möchte.

Mit 650 PS in 3,4 Sekunden auf Tempo 100

Doch zu vielen Berührungen wird es kaum kommen. Denn Stillstand passt nicht zum 650 PS starken Reventón. Wenn die Frontpartie wie die Fratze von Darth Vader im Rückspiegel auftaucht und sich die gleißend hellen Leuchtpunkte der Schweinwerfer in die Netzhaut brennen, lehrt er den Vordermann das Fürchten. Schon wenige Meter freie Sicht genügen, dann hört man - untermalt von Gangwechsel - den Zwölfzylinder brüllen. Tack, tack, tack, springt die digitale Anzeige auf drei-, fünf-, siebentausend Touren, das Drehmoment klettert auf maximale 660 Nm und der schwarze Lord Lambo schießt im Tiefflug vorbei. Für ein Auto, das in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 sprintet, sind die vielen Fiat Panda auf den Landstraßen um Sant'Agata kein echtes Verkehrshindernis. So wie der Stier mit einem Wedeln seines Schwanzes lästige Fliegen verscheucht, so gelassen zieht der Lamborghini an Dutzenden von Kleinwagen vorbei. Schnell, akkurat, mühelos.

Technisch gesehen ein Murciélago

Technisch ist der Reventón lediglich ein verkleideter Murciélago. Zwischen Idee und Umsetzung verging nicht einmal ein Jahr, für tiefe Eingriffe ist eine Stückzahl von 20 Exemplaren einfach zu klein. Doch trotz der unveränderten Motoren, für die aus der normalen Serienfabrikation die stärksten ausgewählt werden, sei das Fahrverhalten nicht vergleichbar, beteuert Testfahrer Georgio Sanna. Er hat den Wagen gut einen Monat lang unter Extrembedingungen geprüft und hält ihn für den besseren Sportler. "Der Reventón ist mit 343 km/h nicht nur etwas schneller als der Murciélago, er liegt dank der neuen Aerodynamik und der optimierten Balance bei Höchstgeschwindigkeit auch noch besser auf der Straße", fasst er seine Eindrücke vom Hochgeschwindigkeits-Oval in Nardo und auf der VW-Teststrecke in Ehra-Lessien zusammen.

Böses Auto, böser Name

Auch die 20 Kunden werden das irgendwann einmal ausprobieren. Das seien sehr unterschiedliche Menschen, die nur ein Faktor eine, sagt Fitzgerald: ihr immenser Reichtum. Doch gebe es unter ihnen nur wenige Spekulanten und Sammler. "Die meisten wollen das Auto tatsächlich fahren." Dabei sollten sie besser nicht an den Namensgeber des schwarzen Renners denken. Wie immer bei Lamborghini trägt auch der Reventón den Namen eines spanischen Kampfstiers, der allerdings - passend zum Auto - besonders böse war: 1943 blieb er bei einer Corrida der Sieger und tötete den Torero. Für Reventón-Piloten ist das sicher nicht die beste Perspektive. Und auch die zweite Deutung des Namens ist kein Trost. Reventón bedeutet auf Spanisch Plattfuß.

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