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BMW X6: Sieht so ein Sportwagen aus?

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BMW X6  

Sieht so ein Sportwagen aus?

14.04.2008, 10:58 Uhr | Tom Grünweg

BMW X6: Sieht so ein Sportwagen aus?.

Ist der BMW X6 wirklich mehr als ein X5 mit schicker Silhouette? Die Bayern bezeichnen ihren merkwürdigen Allradler als Sports Activity Coupé und rücken ihn in die Nähe eines Sportwagens. Zu Recht? Spiegel Online hat den Wagen getestet.

Geländewagen und Coupé in einem

Demnächst kommt das "erste Sports Activity Coupé", wie die Münchner schwärmen, auf die Straße. Ab Ende Mai wird der Viertürer bei den Händlern stehen. Das Auto vereint die DNA verschiedener Modelltypen in sich und ist gewissermaßen die automobile Entsprechung eines Wolpertingers: Die Bodenfreiheit erinnert an einen Geländewagen, die Silhouette an ein Coupé und die technische Basis stammt vom Allradler BMW X5. Doch geben sich die Bayern große Mühe, um den Neuling von seinem vergleichsweise biederen Vetter abzusetzen und ihm einen sportlichen Anstrich zu geben.

Selbstbewusste Preise

Diese Aufgabe lastete nicht nur auf den Designern, sondern vor allem auf den Ingenieuren, die insbesondere an der Motorenauswahl und am Antriebskonzept feilten. Bei den Dieselmotoren allerdings herrscht Übereinstimmung. Auch der X6 wird mit dem 235 PS starken 30d (ab 55.800 Euro) und dem 286 PS starken 35d (ab 61.800 Euro) angeboten. Bei den Benzinern allerdings legt BMW eine Schippe nach. Es gibt ausschließlich Turbomotoren, das zahmste Modell als 35i mit 306 PS zum Preis von 56.800 Euro. Und die Spitzenversion 50i hat einen neuen V8-Motor mit 407 PS, der wohl auch im nächsten BMW 7er zum Einsatz kommen wird.

Unbändige Kraft im Achtzylinder

Zwar liegt der Preis für die Premiumausführung bei 73.800 Euro, und der Alltagsverbrauch von 15 und mehr Litern muss Besserverdienern mit intaktem Umweltgewissen die Schamesröte ins Gesicht treiben. Doch entschädigt das 4,4-Liter-Aggregat dafür mit einer schier unbändigen Kraft und einem Klang, der das Soundsystem überflüssig macht. Im Leerlauf leise brabbelnd wie ein Hafenschlepper, bläst er mit jedem Gasstoß eine Fanfare, als käme gleich die Kavallerie. Ähnlich vehement stürmt der Zweitonner auch voran. 600 Nm treiben den Wagen in nur 5,4 Sekunden auf Tempo 100. Und dass bei 250 km/h Schluss ist, liegt allein an der freiwilligen Selbstbeschränkung und vielleicht der Traglast der Reifen, aber sicher nicht an mangelndem Elan.

Der sportlichere X6

Doch nicht nur geradeaus ist der X6 der sportlichere X5. Sondern auch in den Kurven merkt man die Unterschiede. Da wirkt die neue Dynamic Performance Control (DPC), mit der BMW das Drehmoment zwischen den beiden hinteren Rädern gezielt verteilen kann. Weil dank dieses speziellen Getriebes in engen Radien außen mehr Drehmoment auf die Straße gebracht wird als innen, dreht der Wagen besser ein und kommt schneller um die Kurven. Das kann man beim Fahren tatsächlich spüren, und so hat BMW zwei unauffällige aber wirkungsvolle Kniepolster auf den Mitteltunnel geschraubt. Außerdem gibt es eine neue Anzeige im Cockpit, die den Kraftfluss anzeigt.

Hybrid soll kommen

Weil auch der X5 nicht gerade schwachbrüstig ist, bleibt neben dem Design vor allem die Dynamik Performance Control das wichtigste Alleinstellungsmerkmal des neuen X6. "Deshalb wird es DPC auch nicht so schnell im X5 geben", sagt Tomas Greger aus dem Projektteam und nennt einen weiteren Unterschied. Während es den X5 im kommenden Jahr mit einem "Blue Performance"-Diesel für die strengen US-Normen geben wird, bekommt der X6 als erster BMW einen Hybridantrieb. Dabei setzen die Bayern auf eine Kombination aus Benziner und Stromer, wie sie in der Kooperation mit Mercedes und General Motors in Detroit entwickelt wird.

Fahrspaß wichtiger als Platzangebot?

Welche Kunden den X6 kaufen sollen und wie sie sich von den typischen X5-Käufern unterscheiden, kann Greger nur schwer in Worte fassen. "Doch soviel ist sicher. Wer sich einen X6 kauft, will sich mit seiner Wahl auf jeden Fall von den Fahrern eines konventionellen Geländewagens abheben." Außerdem sei X6-Käufern der Fahrspaß sicher wichtiger als das Platzangebot jenseits der Rücklehne, sagt Greger.

Viel Platz fürs Gepäck

Dennoch spricht Greger immer wieder von Flexibilität. Obwohl der X6 eine geteilt umklappbare Rücklehne hat, 570 bis 1450 Liter Stauraum bietet, auf Wunsch sogar mit Dachreling und Anhängerkupplung ausgeliefert wird und unter die riesige Klappe bis zu vier Golfbags oder drei Mountainbikes passen, wenn man sie erst einmal über die hohe Ladekante gewuchtet hat, meint er damit weniger das Innenleben als den Einsatzzweck. "Der X6 ist auf der Autobahn ebenso zu Hause wie auf der Landstraße. Und auch wenn wohl niemand ernsthaft damit ins Gelände fährt, kommt er dank xDrive und erhöhter Bodenfreiheit problemlos zur Skihütte", sagt Greger über das Coupé mit dem erweiterten Aktionsradius, der natürlich auch Jagdhütten oder Bootshäuser einschließt.

Enge für die Fondpassagiere

Zwar teilt der X6 mit vielen Coupés die elegante Silhouette und die sportlichen Fahrleistungen. Doch konnten die Bayern die Nachteile dieser Fahrzeuggattung nicht vollends aus der Welt schaffen: Trotz der vier Türen ist der Zustieg zum Fond mühsam, weil man den Kopf arg einziehen muss um unter der C-Säule hindurchzutauchen. Und drinnen schleift der Scheitel am Dach. Auch der Blick durch den Innenspiegel ist weitgehend verbaut. Außerdem folgt der X6 dem alten Paradox aller Coupés, wonach man für weniger Auto mehr Geld bezahlen muss. Deshalb klettern die Preise gute 3.000 Euro über jene des X5, der ja auch nicht gerade ein Schnäppchen ist.

Große Hoffnungen

Dass dem X6 als unkonventionelle Weiterentwicklung des Geländewagens ein ähnliches Schicksal drohen könnte wie der als Kombination aus Van und SUV nur mäßig erfolgreichen R-Klasse von Mercedes, befürchtet bei BMW dennoch niemand. Im Gegenteil: "Die Leute zücken die Fotoapparate und recken den Daumen", behauptet Greger. Und Pressesprecher Andreas Lampka berichtet von einem Bestelleingang, der die Erwartungen übertreffe. Konkrete Zahlen nennt er nicht, aber angeblich sei "in einigen Ländern die erste Jahresproduktion bereits ausverkauft".

Gelände ist angesagt

Zumindest im Prinzip könnten die Bayern das noch ändern. Denn der X6 teilt sich im US-Werk in Spartanburg ein Produktionsband mit dem X5, auf dem flexibel zwischen beiden Varianten gewechselt werden kann. "Fürs Erste planen wir bei einer Tagesproduktion von zusammen 640 Autos mit maximal 20 Prozent X6", sagt Greger. Sportliche Allradautos werden die Münchner Entwickler übrigens auch in Zukunft auf Trab halten. Schließlich wird BMW im nächsten Jahr die Konkurrenzmodelle Audi Q5 und Mercedes GLK mit einem X1 kontern, und auch den Mini zieht es ins Gelände.

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