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Heizer oder Geizer?

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Audi TT TDI und TTS im Test  

Heizer oder Geizer?

06.05.2008, 12:10 Uhr | Tom Grünweg

Audi TT TDI (Foto: Audi)Audi TT TDI (Foto: Audi) Als Audi vor knapp zwei Jahren den neuen TT vorstellte, mussten sich die Bayern viele unangenehme Fragen gefallen lassen: Ob zwei Motoren wirklich ausreichend seien, wollten die Kritiker wissen. Ob Audi die Konkurrenzmodelle von BMW und Mercedes bei der Leistung so weit davon eilen lassen könne; wie es um einen Diesel stehe; und ob man nicht bitte auch ein preiswertes Einstiegsmodell nachreichen könne?

Video Der neue Audi TT mit TDI-Motor
Foto-Show Audi TT Coupé
Foto-Show Audi TT Roadster
Foto-Show Audi TTS Roadster
Foto-Show Audi TTS Coupé

Diesel und Sportvariante

Damals blieb den Ingenieuren nur die Bitte um Geduld. Inzwischen aber haben sie Antworten parat. Denn für Heizer gibt es die zweite Generation des Schönlings nun auch als sportliches S-Modell - es heißt Audi TTS. Und für Geizer bietet Audi nun erstmals im TT auch einen Dieselmotor an.

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"Die Zutaten sind alle vorhanden"

Die bis dato eher ungewöhnliche Kombination hält der technische Projektleiter Markus Siebert für eine logische Konsequenz aus bald 20 Jahren TDI-Erfahrung und den Siegen der Audi-Diesel-Rennwagen in Le Mans. Dass Selbstzünder und Sportwagen zusammenpassen, habe Audi nicht zuletzt bei den 24-Stunden-Rennen bewiesen, argumentiert der Entwickler. "Die Zutaten sind alle vorhanden, dann ist es doch nur konsequent, sie auch zu nutzen", sagt Siebert. Und wer, wenn nicht Audi, könnte damit anfangen, schwingt in seiner Argumentation mit.

Überraschend gute Figur

Der zwei Liter große Vierzylindermotor stammt aus der neuen Common-Rail-Familie und macht im Sportwagen eine überraschend gute Figur. Natürlich ist es ungewohnt, wenn der Wagen beim Starten kaum über 1500 Touren dreht und selbst bei Vollgas schon kurz jenseits der 4000er-Marke Schluss ist. Doch haben die Entwickler zumindest den Sound so hinbekommen, dass akustisch nichts fehlt.

Flotter Sprinter

Die Fahrleistungen sind ohnehin über die meisten Zweifel erhaben. Schließlich kommt der Motor auf 170 PS und maximal 350 Newtonmeter, die Audi vorsichtshalber über alle vier Räder auf die Straße lässt. Statt das Drehmoment im Regelbereich der Traktionskontrolle zu verschleudern, sprintet der TT TDI zügig nach vorn und erreicht als Coupé bereits nach 7,5 Sekunden die Tempo-100-Marke. Schluss mit dem Vortrieb ist erst bei 226 km/h.

Aus dem Sprinter wird Dauerläufer

Imponierender als Sprintvermögen und Spitzentempo ist allerdings der Verbrauch. Er liegt je nach Karosserievariante bei 5,3 oder 5,5 Litern und macht aus dem Sprinter einen Dauerläufer. "Der 60-Liter-Tank reicht für beinahe 1100 Kilometer", sagt Siebert und liefert damit Marketing-Frau Maike Fischbeck ein wichtiges Argument. Sie will mit dem Diesel-TT vor allem Pendler und Vielfahrer erreichen, denen das Auto bislang zu durstig war.

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Diesel-Sportler kostet mindestens 35.900 Euro

Damit die an der Tankstelle sparen können, müssen sie aber erst einmal etwas tiefer in die Tasche greifen und mindestens 34.850 Euro für das Coupé oder 35.900 Euro für den Roadster auf den Tisch legen. Das sind gut 2000 Euro mehr als für das bisherige Basis-Modell mit dem 200 PS starken Zweiliter-Benzinmotor, den es künftig auf Wunsch auch als Allrad angetriebenen Quattro gibt. Und die Schere geht noch weiter auf. Schließlich reicht Audi in beiden Karosserievarianten nun einen 1,8-Liter-Benziner nach. Auch dieser Vierzylinder arbeitet mit Turbo und Direkteinspritzung, kommt auf 160 PS und senkt den Einstiegspreis auf 29.400 oder 30.500 Euro für die Version mit Faltdach.

S-Modell für sportliche Fahrer

Doch Audi legt die Latte nicht nur tiefer, sondern mit Blick auf die stärkeren Konkurrenten BMW Z4 und Mercedes SLK bringen die Bayern jetzt endlich auch ein S-Modell an den Start. Als Insignien der Kraft trägt der TTS außen einen noch prägnanteren Kühler, das Audi-typische Tagfahrlicht mit LED-Technik, breitere Schwellerleisten und Spiegelkappen im matten Alu-Look. Im Innenraum gibt es stärker konturierte Sitze und eine neue Grafik für die Instrumente.

In 5,4 Sekunden auf Tempo 100

Der TTS (Coupé: 44.900 Euro, Roadster 47.750 Euro) nutzt ebenfalls den Zweiliter-TFSI-Motor, der nun aber auf 272 PS kommt und mit maximal 350 Newtonmeter zu Werke geht. Während aus den Endrohren eine forsche Marschmusik bläst und die sechs Gänge nur so durch die Kulisse flutschen, schnellt der TTS in 5,4 Sekunden auf Tempo 100 und stürmt danach munter weiter, bis ihm die Elektronik bei 250 km/h den Hahn zudreht.

Roadster etwas langsamer

Wer den Roadster bestellt, muss zwei Zehntelsekunden mehr Geduld aufbringen, und wer das Schalten für gut 2000 Euro Aufpreis einem Doppelkupplungsgetriebe überlässt, spart eben diese Zeit wieder ein. Außerdem profitieren DSG-Käufer von einem etwas geringeren Verbrauch, der je nach Karosserie und Getriebe bei respektablen 7,9 bis 8,2 Litern liegt.

Kommt der TT RS?

Dass dem TT zu seinen Konkurrenten aus München oder Stuttgart noch zwei bis vier Zylinder und 70 bis 90 PS fehlen, ficht Projektleiter Siebert nicht an. "Kein Wettbewerber hat eine so leichte Karosserie und keiner einen so leichten Motor wie wir", kontert er das Wettrüsten, verweist auf den annähernd identischen Sprintwert und lobt den TTS als den intelligenteren Sportwagen. Außerdem hat er womöglich noch einen Trumpf in der Hinterhand. Denn angeblich laufen bereits die Arbeiten an einem TT RS, der den Vergleich nicht nur auf der Straße, sondern auch auf dem Papier bestehen kann. Offiziell sagt Audi dazu noch nichts. Doch ersten Fragen mussten sich die Bayern schon stellen. Mal sehen, ob es in zwei Jahren auch auf die eine Antwort gibt.

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