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Fahrbericht  

Seat Ibiza: Der Bonsai-Macho

08.05.2008, 16:45 Uhr | Elfriede Munsch, mid

Seat Ibiza (Foto: Seat)Seat Ibiza (Foto: Seat) Mit sportlichem Design und neuer Technik will die vierte Generation des Seat Ibiza frischen Wind in die Kleinwagenliga bringen. Der Spanier greift als erstes Konzernmodell auf die neue Polo-Plattform zurück, noch bevor die Wolfsburger Verwandtschaft diese nutzen kann.#

Im Video
Foto-Show Der neue Seat Ibiza
Foto-Show Seat Bocanegra

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Drei Benziner und ein Diesel zum Start

Vier Motoren, drei Benziner und ein Diesel, mit einem Leistungsspektrum von 70 PS bis 105 PS und drei Ausstattungsvarianten stehen bei Markteinführung zur Auswahl. Die Preise beginnen bei 12.500 Euro für die fünftürige Version, der sportlicher ausgerichtete Dreitürer folgt im Herbst und kostet 1000 Euro weniger. Lobenswert: In beiden Fällen ist ESP bereits ab Werk dabei.

Der Macho-Kleinwagen

Schon die in Genf gezeigte Studie Bocanegra ließ erahnen, dass bei Seat der Mut zu einer aussagekräftigen Formensprache herrscht. Die Serienversion hat Designchef Luc Donckerwolke zu einem Bonsai-Macho gestaltet: Das Außenblech der wichtigsten Baureihe der Spanier beeindruckt durch ein gekonntes Wechselspiel von Kanten, Sicken und Muskelsträngen. Die Leuchten und der Kühlergrill sitzen nun tiefer, die Kontur der Motorhaube verjüngt sich zur Front hin.

Technische Daten Seat Ibiza

Motor

Leistung

0-100km/h

Verbrauch/CO2

Preis

1,2 3-Zylinder

70 PS

15 s

5,9 Liter/139 g/km

ab 12 490 Euro

1,4 4-Zylinder

85 PS

12,2 s

6,2 Liter/149g/km

ab 15.660 Euro

1,6 4-Zylinder

105 PS

10,5 s

6,6 Liter/157g/km

ab 15.760 Euro

1,9 TDI

105 PS

10,6 s

4,5 Liter/119g/km

ab 17.690 Euro

Bekannte Motoren wurden überarbeitet

Trotz aller sportlichen Design-Attitüde ist die Motorenauswahl am Kleinwagenmarkt orientiert. Die Aggregate sind alte Bekannte aus der dritten Ibiza-Generation, wurden aber überarbeitet und sollen nun sparsamer ihren Dienst verrichten. Allerdings gibt es mittlerweile modernere und effizientere Triebwerke im Konzern, die aber in absehbarerer Zeit hier nicht verbaut werden. Rund zwei Drittel aller Bestellungen werden nach Einschätzung des Herstellers wie schon beim Vorgänger wohl auf den 1,2-Liter-Benziner mit 70 PS fallen.

Aktuelle Meldungen Autogramm

Zwei weitere Diesel sollen folgen

Der Dreizylinder ist für Fahrten in der Stadt ausreichend. Zwar ist er kein Sprinter, belohnt den Fahrer aber an der Zapfsäule mit mäßigem Verbrauch. 5,9 Liter gibt der Hersteller an. Darüber angesiedelt sind der 1,4-Liter-Ottomotor mit 85 PS und der 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS. Genauso stark ist der alternativ angebotene 1,9-Liter Pumpe-Düse-Selbstzünder. Zwei weitere Diesel mit 80 PS und 90 PS folgen im Laufe des Jahres. Eine sparsame "ecomotive"-Ausgabe, die CO2-Werte von unter 100 g/km erreichen soll, ist ebenso in Planung wie ein optionales Siebengang-DSG-Getriebe. Bis dahin erfolgt bei allen Aggregaten die Kraftübertragung über eine Fünfgang-Schaltung. Das Fahrwerk ist kommod abgestimmt.

Klassenüblicher Innenraum

Der Innenraum ist konventionell gestaltet, macht aber bei Materialauswahl und Verarbeitung einen guten Eindruck. Mit einer Länge von 4,05 Metern gehört der Ibiza zu den "Großen" im Segment. Die neue technische Basis ermöglicht einen längeren Radstand von 2,47 Metern, so dass das Platzangebot für die Passagiere im Fond ordentlich ausfällt. Das Kofferraumvolumen bewegt sich mit Werten zwischen 292 Litern und 847 Litern auf üblichem Niveau. Es stört aber die hohe Ladekante. Pfiffig ist die Idee, für mobile Navigationsgeräte einen kabellosen Systemstecker anzubieten, der eine Saugnapfhalterung überflüssig macht. Die Geräte werden in eine Halterung eingesetzt, am Ende der Fahrt nimmt man die Orientierungshilfe einfach wieder heraus.

Gute Ausstattung, ESP serienmäßig

Neben dem serienmäßigen Schleuderschutz ESP punktet der Ibiza mit einer guten Komfortausstattung, die ab Werk außer einer Klimaanlage (Aufpreis: 900 Euro oder Serie ab zweitem Ausstattungsniveau) die wesentlichen Bedürfnisse erfüllt. In den zwei höheren Versionen bleibt dann kaum ein (Kleinwagen)-Wunsch offen - inklusive Nebelscheinwerfer mit Abbiegelichtfunktion. Wer möchte, kann sogar Bi-Xenon-Scheinwerfer samt Kurven- und Tagfahrlicht ordern.

Kommen noch: Dreitürer, Kombi und Cupra-Version

Der Seat Ibiza soll und könnte helfen, die Absatzzahlen von Seat wieder nach oben zu treiben. Der Dreitürer und eine angekündigte Kombi-Variante werden sicherlich das Ihrige zu dieser Entwicklung beitragen. Und spätestens, wenn die leistungsstarke Cupra-Version kommt, kann der Ibiza den Macho richtig heraushängen lassen.

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