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Mitsubishi Lancer Evo: Darth Vader im Tokio Drift

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Mitsubishi Lancer Evo: Darth Vader im Tokio Drift

14.05.2008, 08:21 Uhr | Tom Grünweg, Spiegel-Online

Mitsubishi Lancer Evolution (Foto: Mitsubishi)Mitsubishi Lancer Evolution (Foto: Mitsubishi) Er sieht aus wie der Dienstwagen von Darth Vader: Ist es ein neuer Lamborghini? Nein, ausgerechnet der kreuzbrave Mitsubishi Lancer mutiert in der Modellvariante Evolution zum PS-Protz mit Finsterling-Image.

Mitsubishi Lancer Evo X - von wegen bieder

Bitte anschnallen, festhalten und tief Luft holen: Mitsubishi trimmt seinen Lancer auf fies und böse. Nachdem die japanische Mittelklasselimousine schon in der zivilen Variante endlich ihr Image als Blutdrucksenker ablegte, drehen die Entwickler bei der Sportversion so richtig auf. Der Viertürer mit dem Jetfighter-Grill, der zerklüfteten Motorhaube, den wuchtigen Seitenschwellern und dem riesigen Spoilerbrett auf dem Heckdeckel sieht aus, als wäre er der Dienstwagen von Darth Vader.

Lancer wird zum Sportler

Doch aus dem einstmals vorlauten Proleten ist in der jetzt antretenden, zehnten Generation ein ernsthafter Sportler geworden, der mehr will als die Hauptrolle in Filmen wie "Tokio Drift". Statt auf die anderen heiß gemachten Reiskocher vom Schlage des Subaru Impreza STI, schielen die Japaner jetzt mit aufwändiger Technik auf anerkannte PS-Größen wie den BMW M3 oder den Audi S4. Im Preis allerdings liegen sie dazwischen: So kostet die Basisversion 45.950 Euro, und selbst das picke packe volle Topmodell mit Navigationssystem, Lederpolstern, Sitzheizung, Kurvenlicht, 650 Watt-Musikanlage, Sportfahrwerk und schlüssellosem Zugangssystem ist mit 53.850 Euro deutlich billiger als die europäischen Wettbewerber.

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Beide Versionen nähern sich wieder an

Der Sinneswandel kommt nicht von ungefähr: In den letzten 15 Jahren haben sich der Lancer und sein sportlicher Ableger soweit auseinander entwickelt, das kein Imagetransfer mehr stattfand. "Wer einen Evolution kaufte, wollte einen Evo, und keinen Mitsubishi. Und wer einen Lancer bestellt hat, konnte mit dem Evolution nichts anfangen", klagt Daniel Nacass. Nirgends war die Lücke so groß, wie bei der letzten Generation: Die zivile Variante ein Langweiler weit unterhalb der Wahrnehmungsgrenze und der Evo dermaßen beplankt und bespoilert, dass man sich selbst vor dem Fitnessstudio schämen musste.

Autos mit Emotionen

Jetzt allerdings haben die Japaner schon das Ausgangsmodell deutlich aufgewertet und gleichzeitig den wilden Hengst eingefangen. Nur so könne er die Marke aus dem Schatten ziehen und in die rechte Gehirnhälfte holen, sagt Produktmanager Axel Blazejak. Denn auch wenn man es vielen Modellen noch nicht anmerkt, sehen sich die Japaner im Kreise mit Alfa Romeo, Volvo oder Subaru eher in einem emotionalen Umfeld. Und Klimasorgen können sie dabei ausnahmsweise einmal ausblenden: Viel mehr als 300 bis 400 Evo pro Jahr hat Mitsubishi hierzulande nie verkauft, und mehr als 500 werden es wohl auch künftig kaum werden.

Auf Kurvenhatz mit dem Evo X

Den Anspruch auf einen Platz in der ersten Startreihe manifestieren die Ingenieure nicht nur mit einem zwei Liter großen Turbo-Motor, dessen Leistung auf beachtliche 295 PS gesteigert wurde, während das maximale Drehmoment auf 366 Nm kletterte. Sondern es sind vor allem der intelligente Allradantrieb und noch mehr die Doppelkupplung, die den Evolution zum ambitionierten Racer machen. Nicht, dass ein Sprintwert von 5,4 Sekunden ohne Eindruck bliebe, und auch eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h sorgt im Rückspiegel der Linksfahrer für verdutzte Gesichter. Doch die Krönung sind die Kurven, die der Evo durcheilt als wären es Geraden.

Intelligenter Allradantrieb im Lancer Evo

Möglich macht das ein Allradantrieb, der die Kraft nicht nur variabel zwischen Vorder- und Hinterachse sortiert, sondern bei flotter Kurvenfahrt im Heck auch noch von innen nach außen umschichtet. Ähnlich wie im neuen BMW X6 wird das Drehmoment damit so verteilt, dass der Lancer fast wie von selbst um die Ecken fegt. Während im Kombiinstrument die Leuchtdioden für den Kraftfluss flackern wie ein Flipper beim Freispiel, braucht es nur minimalen Lenkeinsatz, um die Ideallinie zu halten.

"Super-Sport" sorgt für scharfe Gangart

Noch einmal steigern lässt sich der Spaß mit der neuen Doppelkupplung. Zwar kostet sie im Basismodell glatte 2000 Euro extra und verlängert zudem den Sprintwert um 0,9 Sekunden. Doch haben die Japaner bei der Programmierung ganze Arbeit geleistet. Dass solche Getriebe sechs Gänge rasend schnell und ohne Unterbrechung der Zugkraft wechseln können, kennt man schon. Doch die Stufen "Sport" und "Super-Sport" haben Suchtpotenzial. Schließlich wird damit die Schaltzeit noch einmal verkürzt und dafür das Drehzahlniveau deutlich angehoben. In der schärfsten Gangart fällt es nie unter 4500 Touren. Dann röhrt der sonst fast schon zu leise Lancer über die Rennstrecke, als gäbe es kein Morgen. Das gilt allerdings auch für den gedankenlosen Umgang mit dem Treibstoff: Während der Verbrauch bereits im Normzyklus knapp über zehn Litern liegt, klettert er so fast auf das Doppelte.

"Entscheidend ist, was der Wagen auf der Strecke kann."

Dass der Wagen kurz unter der Stammtischhürde von 300 PS und 250 km/h bleibt, ficht die Entwickler nicht an. Natürlich hätten sie die beiden Schallmauern gerne durchbrochen. Doch wichtig sind sie Produktmanager Blazejak nicht. "Nicht die Papierform zählt. Entscheidend ist, was der Wagen auf der Strecke kann." Und da muss es sich nun wirklich nicht verstecken.

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