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Jaguar: Der Jaguar XKR-S ist die schnellste Katze

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Jaguar XKR-S - Der Muskel-Kater

30.05.2008, 12:35 Uhr | Tom Grünweg, Spiegel-Online

Jaguar XKR-S (Foto: Jaguar)Jaguar XKR-S (Foto: Jaguar) Es ist noch gar nicht so lange her, da war das schnellste Straßenauto der Welt ein Jaguar - der XJ 200. Ganz so wild wie bei diesem Modell treiben es die Briten diesmal nicht. Doch das übliche Limit von 250 km/h lässt ihr neuer Sportwagen XKR-S locker hinter sich. Jaguar baut sportliche Autos, doch aus dem Superraser-Segment haben sich die Briten vor längerer Zeit verabschiedet. Denn Supersportwagen passen nicht mehr zum Image der Marke, die neben der Leistung auch den Luxus pflegt und weniger den Rennfahrer als den Gentleman ansprechen will.#

Foto-Show Jaguar XKR-S
Foto-Show Jaguar XKR Cabrio /Coupé
Foto-Show Der neue Jaguar XF
Foto-Show Jaguar XF-C

In den Fußstapfen des XJ220

In den neunziger Jahren war das noch anders. Kurz nach der Privatisierung des Herstellers formte sich um Chefingenieur Jim Randle ein "Saturday Club", in dem nach Feierabend am ultimativen Sportwagen getüftelt wurde. Die Idee war ein Auto, das es mit einem Ferrari F40 oder Porsche 959 aufnehmen konnte. Das Ergebnis war der von einem siegreichen Le-Mans-Rennwagen abgeleitete XJ 220, der seine Höchstgeschwindigkeit bereits im Typenkürzel trug: 220 Meilen pro Stunde oder 350 km/h sollten den Wagen zum schnellsten Straßensportler überhaupt machen.

Seltener englischer Supersportwagen

Bei der Premiere des Prototypen auf der British International Motor Show 1988 war das Echo entsprechend. Als Jaguar die Serienproduktion ankündigte, gingen quasi über Nacht 1200 Vorbestellungen ein. Und dass, obwohl der Preis so rekordverdächtig war wie die Fahrleistungen. Die Briten forderten zunächst eine Anzahlung von 50.000 und später dann weitere 363.000 Pfund - das waren damals zusammen mehr als eine Million Mark. War der Prototyp noch mit einem gut 500 PS starken Zwölfzylinder und Allradantrieb bestückt, wählen die Briten für die ab 1992 lieferbare Serienversion - sehr zum Leidweisen der Kunden - einen 3,5 Liter großen Sechszylinder, wodurch das Auto um 25 Zentimeter kürzer ausfiel. Auch der Allradantrieb blieb auf der Strecke, prompt gaben viele Kunden erbost ihre Kaufverträge zurück, so dass statt 350 am Ende nur 281 Exemplare des XJ220 gebaut wurden.

Foto-Show Jaguar XJ

Fast 550 PS im XJ220

Dabei gab es an den Fahrleistungen nichts zu meckern: Prominent unter einer Glashaube direkt hinter den Sitzen montiert, entwickelte auch der kleinere Motor dank zweier Turbolader eine große Leistung: 542 PS und 644 Newtonmeter stehen im Datenblatt und flößen auch heute noch Respekt ein. Zwar stammte die Technik von der Rennstrecke, doch viel Rennatmosphäre blieb im Serienmodell nicht übrig. Der XJ220 war vom ersten Tag an auch ein Promi-Schlitten, auf dessen Kundenliste unter anderem Elton John und der Sultan von Brunei standen. Das Design wirkt noch heute funktional und radikal, aber lange nicht so extrem und vorlaut wie etwa das eines Lamborghini Diablo.

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Innen wie ein Reisewagen

Die Scheinwerfer mit den mechanischen Lidern wirken inzwischen fast antiquiert, und der Heckspoiler ist kleiner als bei jeder aktuellen Mittelklasse-Sportversion. Innen ist der XJ220 vor allem ein Reisewagen. Zwar bleibt für den Fahrer nur wenig Platz, doch sind die tief ausgeschnittenen Ledersessel weich, die Klimaanlage fächelt Kühle Luft herbei, das Glasdach erzeugt die Illusion von Kopffreiheit, und bei 4,85 Metern Länge bleibt auch für die Beine genug Platz.

Aus dem Heck kommt ein böses Fauchen

Wer das Gaspedal auch nur streichelt, hört ein böses Fauchen aus dem Heck. Auch im Rentenalter schnellt die Raubkatze davon wie Schmitts Katze. 3,7 Sekunden genügen, bis die 1370 Kilo leichte Aluflunder auf Tempo 100 ist. Und wäre da nicht der freundliche Herr aus dem Werksmuseum – man würde am liebsten immer weiter beschleunigen und sehen, ob der Wagen auch hier und heute noch so flott ist wie damals in Nardo, als ein Prototyp 349,7 km/h erreichte und zum schnellsten Straßenauto seiner Zeit wurde.

100 XKR-S für Deutschlands Straßen

Zumindest einen Hauch dieser Zeit beschwören die Briten jetzt mit einer Sonderserie des XKR wieder herauf. Zum ersten Mal seit dem Ende des XJ 220 ignoriert Jaguar das freiwillige Tempolimit von 250 km/h und gönnen dem neuen Muskel-Kater Auslauf bis Tempo 280. Getrieben vor allem vom deutschen Markt und entstanden aus dem gemeinsamen Spieltrieb von XKR-Baureihenchef Russ Varney und Cheftester Mike Cross werden ab dem Sommer exakt 200 XKR-S zu Preisen ab 116900 Euro ausgeliefert - rund die Hälfte davon in Deutschland.

Momentan der schnellste Serien-Jag

Zum schnellsten Serienmodell der aktuellen Firmengeschichte wird das Coupé allein durch eine neu programmierte Motorsteuerung. Während die Leistung des 4,2 Liter großen Kompressor-V8-Motors unverändert bei 416 PS bleibt und sich auch am maximalen Drehmoment von 560 Nm nichts ändert, wirft die Elektronik nun später den Anker. Dazu gibt es einen neuen Frontspoiler, einen angedeuteten Diffusor am Heck und einen Himmel aus Alcantara im Innenraum. Vor allem wurde das Fahrwerk strammer, die Bremsanlage erhielt mehr Biss und die Lenkung agiert nun noch direkter ist als beim Serienmodell.

Foto-Show Maserati Gran Turismo

Nur wenige optische Änderungen

Natürlich sind die Änderungen minimal, und bei einem Aufpreis von knapp 20.000 Euro zum etwas weniger nobel ausgeschlagenen XKR hätten man schon etwas mehr erwarten dürfen. Doch am Chefingenieur prallt diese Kritik ab: Für jede weitere Temposteigerung wäre ein unverhältnismäßig hoher Aufwand nötig gewesen. Und jedes zusätzliche PS hätte den Zeit- und Kostenrahmen des Projektes gesprengt, sagt Varney.

Top-Modell fährt sich sportlich und präzise

In Aktion überzeugt das Auto auch so. Auf der Rundstrecke genügen wenige Umläufe, um den Unterschied zum XKR zu erfahren. Je schneller und je enger die Kurven werden, desto mehr Glauben schenkt man Varneys Begeisterung für das sportliche Flaggschiff. Denn aus dem ohnehin schon sauber abgestimmten XKR wird durch den Feinschliff ein Präzisionswerkzeug, das auch bei hohem Tempo mit dem kleinen Finger geführt werden kann. Trotz allem hat auch Chefingenieur Varney Verständnis für die "typisch deutsche" Kritik am limitierten Höchsttempo. "Natürlich wären mehr als 300 km/h schön gewesen. Aber wir brauchen ja auch noch ein bisschen Spielraum für die Zukunft.“

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